Commodore CBM 700 (1983) – Viel Rechner, wenig Erklärung

CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons, Curid 16547

Dr. Reinhard Grabowski wollte den Commodore CBM 700 1984 für die mc testen. Statt lediglich Leistung und Bedienung zu prüfen, musste er zunächst herausfinden, wie das System überhaupt arbeitete. Er suchte Systemadressen, untersuchte Befehle durch eigene Versuche und veröffentlichte seine Ergebnisse anschließend in seinem fünfseitigen Bericht „Computer mit Dokumentations-Defizit – Commodore-700“.

Die mc – Die Mikrocomputer-Zeitschrift war kein Magazin für Gelegenheitskäufer. Das seit 1981 im Franzis-Verlag erscheinende Fachblatt behandelte Prozessoren, Schaltungen und maschinennahe Programmierung. Seine Leser sollten Computer nicht nur bedienen, sondern ihren Aufbau verstehen. Wenn selbst der Autor eines solchen Magazins den CBM 700 teilweise selbst dokumentieren musste, saß das Problem nicht vor der Tastatur.

Auf den ersten Blick machte der Rechner einen freundlichen Eindruck. Der Bildschirm zeigte saubere grüne Zeichen, die abgesetzte Tastatur arbeitete leise, und das abgerundete Gehäuse wirkte neben den kantigen PET-Modellen wie der Beginn einer neuen Commodore-Generation. Im Inneren steckten reichlich Speicher, IEEE-488, RS-232 und sogar der SID des Commodore 64. Es fehlten jedoch Programme und Unterlagen, die daraus einen verlässlichen Arbeitsplatz machten.

Ein neuer Commodore für das Büro

Commodores PET- und CBM-Rechner hatten sich in Schulen, Laboren und kleineren Betrieben etabliert. Anfang der 1980er-Jahre stieß ihre Architektur jedoch an Grenzen. Größere Speichererweiterungen ließen sich nur mit angepasster Software sinnvoll nutzen, während neue Geschäftsanwendungen mehr Platz verlangten.

Die 1982 angekündigte CBM-II-Familie sollte diese Beschränkungen beseitigen. Die flachen 600er-Modelle arbeiteten mit einem externen Monitor, während die 700er einen eingebauten 12-Zoll-Bildschirm und eine frei aufstellbare Tastatur erhielten. In Europa kamen vor allem der CBM 710 mit 128 KByte RAM und der CBM 720 mit 256 KByte auf den Markt.

Daneben kursierten Bezeichnungen wie B700, CBM 128-80, CBM 256-80 oder PET 700. Commodore plante außerdem Modelle mit Doppellaufwerken und zusätzlichen Prozessoren. Ein übersichtliches Sortiment entstand daraus nicht.

Das Gehäuse entwarf Ira Velinsky, ein amerikanischer Industriedesigner bei Commodore. Seine Softline ersetzte die Blechkanten älterer PETs durch Rundungen und ein nach hinten abfallendes Monitorgehäuse. Die Bürocomputer-Serie erhielt 1983 eine iF-Auszeichnung. Später verwendete Commodore die Form unter anderem für den CBM 8032-SK, den 8096-SK und den 8296 weiter.

Grabowski lobte die praktische Ausführung des 700ers. Die entspiegelte Bildfläche zeigte kräftig grüne Zeichen, deren vergleichsweise lange Nachleuchtdauer für ein ruhiges Bild sorgte. Schnelle Veränderungen blieben allerdings kurz sichtbar. Auch der eingebaute Lüfter meldete sich hörbar – im stillen Büro lästiger als auf einem Messestand.

Viel Speicher hinter mehreren Türen

Im CBM 700 arbeitete ein MOS 6509A mit rund 2 MHz. Der mit dem 6502 verwandte Prozessor konnte mittels Bank-Switching zwischen mehreren Speicherbereichen wechseln. Das war nötig, weil ein gewöhnlicher 6502 nur 64 KByte unmittelbar ansprechen konnte.

Der 6509 teilte den Speicher in bis zu 16 Bänke mit jeweils 64 KByte auf. Damit entstand theoretisch ein Adressraum von einem Megabyte. Der CBM 710 besaß 128 KByte, der CBM 720 256 KByte; Erweiterungen sollten insgesamt bis zu 960 KByte ermöglichen.

Der Prozessor sah jedoch nie den gesamten Speicher gleichzeitig. Er arbeitete innerhalb einer ausgewählten Bank und wechselte bei Bedarf in eine andere. BASIC verteilte Programmtext, Variablen und Zeichenketten weitgehend automatisch auf die verschiedenen Bereiche. Wer ausschließlich in BASIC arbeitete, bekam vom Bank-Switching daher wenig mit.

In Maschinensprache wurde es schwieriger. Programmierer mussten wissen, in welcher Bank ihr Code lag, welche Systemroutinen erreichbar waren und auf welchen Speicherbereich ein Befehl tatsächlich zugriff. Genau hier ließ das deutsche Handbuch Grabowski im Stich. Es erklärte zwar die grundsätzliche Speicheraufteilung, enthielt aber keine vollständige Übersicht der vom Betriebssystem verwendeten Adressen. Grabowski suchte deshalb selbst nach Cursorposition, Bildschirmzeile, Textfenster und Tastaturpuffer und veröffentlichte seine Ergebnisse im Test.

BASIC war nicht das Problem

Nach dem Einschalten meldete sich der Rechner mit BASIC 4.0+. Das wirkte 1983 bei einem Bürocomputer bereits etwas konservativ, doch die Sprache war deutlich besser ausgestattet als das schlichte BASIC V2 des C64.

Mit PRINT USING ließen sich Zahlenkolonnen, Dezimalstellen und Währungsbeträge sauber ausrichten – nützlich für Rechnungen, Lagerlisten und Tabellen. Verzweigungen konnten übersichtlicher geschrieben und Programmfehler behandelt werden, ohne dass die Ausführung sofort abbrach. Hinzu kamen Befehle für Laufwerke, Dateien, Zeichenketten und die Speicherbänke. Grabowski beurteilte vor allem die Fehlerbehandlung positiv und sah in BASIC 4.0+ ein brauchbares Fundament für kaufmännische und technische Programme.

Auch die Tastatur passte zum Büroeinsatz. Sie besaß einen eigenen Ziffernblock und programmierbare Funktionstasten, auf denen Befehle oder kurze Eingabefolgen abgelegt werden konnten. Der Editor arbeitete komfortabler als beim CBM 8032.

Eine kleine Eigenheit fiel erst bei längerer Benutzung auf: Hielt man eine Cursortaste gedrückt, verschwand der Cursor während der Bewegung und tauchte erst am Ziel wieder auf. Der Benutzer konnte zwischendurch nur schätzen, wie weit er gewandert war.

Der SID im Rechnungsbüro

Zwischen Speichersteuerung und Schnittstellen saß ein MOS 6581 SID. Der Chip bot drei programmierbare Stimmen, Hüllkurven, mehrere Wellenformen und ein gemeinsames Filter.

Beim C64 wurde der SID zum Ausgangspunkt zahlloser Spiele und Musikprogramme. Im CBM 700 war er eher für Signaltöne und akustische Rückmeldungen gedacht. Ein Rechner für Buchhaltung und Textverarbeitung konnte damit drei Stimmen durch ein analoges Filter schicken, während der Anwender am Grünmonitor seine Zahlenkolonnen bearbeitete.

Für den Büroalltag wichtiger war der IEEE-488-Bus. Vorhandene Commodore-Laufwerke und Drucker ließen sich grundsätzlich weiterverwenden. Der CBM 700 benötigte dafür allerdings ein besonderes Adapterkabel, weil sein Anschluss nicht in der von älteren Geräten gewohnten Form herausgeführt wurde.

Hinzu kam eine RS-232-Schnittstelle für Drucker, Modems und Terminals. Auch hier verlief der praktische Einsatz nicht immer geradlinig. Commodores eigener Zeichencode stimmte nicht vollständig mit dem ASCII-Code vieler Geräte überein. Grabowski warnte daher vor möglichen Zusatzkosten für eine Codewandlung.

Z80- und 8088-Koprozessoren sollten später CP/M beziehungsweise MS-DOS zugänglich machen. Die 8088-Platine erreichte mehrere Entwicklungsstufen, wurde jedoch nie zu einer breit verfügbaren und verlässlich unterstützten Erweiterung.

Das Handbuch kam nicht beim Käufer an

Der Titel „Computer mit Dokumentations-Defizit“ bedeutete nicht, dass Commodore überhaupt keine Unterlagen verfasst hatte. Ein deutsches Handbuch existierte, und auch ein umfangreicher englischer Reference Guide ist erhalten geblieben. Entscheidend war jedoch, was der Käufer 1984 tatsächlich bekam.

Das deutsche Handbuch behandelte maschinennahe Fragen nur oberflächlich. Das ausführlichere englische Material war nach Grabowskis Angaben in Deutschland nicht erhältlich. Nach späteren Berichten aus der CBM-II-Szene stellte ein Mitarbeiter von Commodore UK das englische Programmiererhandbuch weitgehend aus eigener Initiative und teilweise in seiner Freizeit zusammen, weil die britische Niederlassung den Rechner an Geschäftskunden verkaufen wollte.

Der Autor verfügte demnach nicht über vollständigen Zugang zu den Entwicklern und ihren Unterlagen. Das könnte erklären, weshalb das Handbuch viele nützliche Angaben enthielt, an anderen Stellen aber unklar blieb oder Beispiele aufführte, die nicht zuverlässig funktionierten.

Auch der erhaltene Reference Guide wirkt nicht wie eine vollständig durchredigierte Systembeschreibung. Bereits auf den ersten Seiten werden Hoch- und Niedrigprofilmodelle sowie verschiedene Bezeichnungen miteinander vermischt. Wer tiefer einsteigen wollte, benötigte zusätzliche Bücher und musste selbst herausfinden, welche Angaben für das eigene Modell galten.

Diese Lücke traf den CBM 700 besonders hart. Die neue Speicherarchitektur machte Programme des CBM 8032 häufig inkompatibel. Reines BASIC ließ sich noch anpassen, doch kommerzielle Anwendungen verwendeten oft feste Speicheradressen, eigene Bildschirmroutinen oder Maschinensprache. Neue Software hätte geschrieben werden können – dafür benötigten Programmierer jedoch genau jene Systeminformationen, die Commodore nicht zuverlässig bereitstellte.

Zu spät für den Markt

Ein Geschäftskunde kaufte keinen Computer, um auf eine künftige Umsetzung seiner Buchhaltung zu warten. Das Gerät sollte am Tag der Lieferung eine konkrete Aufgabe übernehmen. Grabowski berichtete, einige Händler würden den CBM 700 bereits nur noch mit ausdrücklichen Vorbehalten verkaufen.

Die älteren Commodore-Systeme boten weniger Speicher, konnten dafür aber auf vorhandene Programme und erfahrene Anwender zurückgreifen. Gleichzeitig wuchs rund um den IBM PC ein Markt aus Software, Erweiterungskarten und kompatiblen Nachbauten.

Innerhalb Commodores beanspruchte der erfolgreiche C64 einen großen Teil der Entwicklungskapazitäten, Fertigung und Werbung. Änderungen an Hardware und Firmware verzögerten unterdessen die CBM-II-Reihe. Die europäischen Geräte gingen erst gegen Ende 1983 in Braunschweig in Produktion. Bereits 1984 endete die Fertigung wieder.

In Großbritannien senkte Commodore den Preis der 700er-Serie 1983 um 18 Prozent auf 650 Pfund. Inflationsbereinigt entspricht das rund 2.960 Pfund im Jahr 2026. Laufwerk, Drucker und Anwendungssoftware waren damit noch nicht bezahlt.

Der Nachlass änderte nichts am Kernproblem. 128 oder 256 KByte RAM waren für einen Betrieb nur dann nützlich, wenn am Montagmorgen ein Programm bereitstand, das damit arbeitete.

Die Benutzer übernehmen

In den USA gelangten viele Geräte über den Restpostenhändler Protecto an neue Besitzer. Rund um Chicago entstand eine Benutzergruppe, die Programme, technische Hinweise und interne Unterlagen sammelte. Sie hielt das aufgegebene System noch einige Jahre am Leben.

Vier Jahrzehnte später stieß ein heutiger CBM-II-Programmierer auf dieselben Lücken. Er wollte das alte, mit der Schreibmaschine erstellte Referenzmaterial zunächst nur neu setzen und besser lesbar machen. Beim Durcharbeiten fand er jedoch unklare Erklärungen und Beispiele, die nicht funktionierten. Aus der Neusetzung entstand deshalb ein neues Handbuch mit Speicherkarte, KERNAL-Routinen und eigenen Programmbeispielen.

Commodore verwendete das Softline-Gehäuse später für Rechner, deren ältere Technik besser dokumentiert war und auf eine vorhandene Softwarebasis zurückgreifen konnte. Der modernere CBM 700 verschwand dagegen aus dem Programm.

Der Rechner war längst ein Sammlerstück. Seine Gebrauchsanweisung war noch immer nicht fertig.

Philips P330 – Der Bürocomputer im Schreibtisch

Der Philips P330 gehörte zu einer Geräteklasse, die heute fast vollständig verschwunden ist: integrierte Büroarbeitsplätze für kaufmännische Anwendungen. Der 1978 vorgestellte Rechner vereinte Bildschirm, Drucker, Laufwerke und Recheneinheit in einem einzigen Möbelstück und war für Aufgaben wie Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, Fakturierung und Lagerverwaltung vorgesehen. Während spätere Personal Computer meist aus separaten Komponenten bestanden, präsentierte sich der P330 als komplette Arbeitsplatzanlage für den professionellen Einsatz.

Entwickelt wurde das System von Philips Data Systems, jener Unternehmenssparte des niederländischen Elektronikkonzerns, die für Lösungen zur elektronischen Datenverarbeitung verantwortlich war. Der P330 entstand als Nachfolger älterer Philips-Bürosysteme, bei denen Magnetkontenkarten und spezialisierte Abrechnungsverfahren eine wichtige Rolle spielten. Ziel war es, kaufmännische Arbeitsabläufe stärker softwaregestützt abzuwickeln und größere Datenbestände elektronisch zu verwalten.

Bereits die äußere Erscheinung unterschied sich deutlich von dem, was heute üblicherweise mit einem Computer verbunden wird. Die Technik war vollständig in einen massiven Schreibtisch integriert. Vor dem Anwender befand sich ein Schwarz-Weiß-Monitor, daneben arbeiteten die eingebauten Diskettenlaufwerke, während der Drucker direkt in die Tischkonstruktion eingelassen war. Der Bildschirm konnte 24 Zeilen mit jeweils 80 Zeichen darstellen und war auf die Darstellung von Formularen, Listen und Buchungsdaten ausgelegt.

Im Inneren arbeitete ein Intel-8080-Prozessor beziehungsweise ein kompatibler NEC-Lizenznachbau. Zur Standardausstattung gehörten 32 Kilobyte Arbeitsspeicher. Die Datenspeicherung erfolgte über zwei integrierte 8-Zoll-Diskettenlaufwerke. Je nach eingesetzter Laufwerksgeneration konnten unterschiedliche Speicherkapazitäten verwendet werden. Zusätzlich waren ein Magnetband-Kassettenlaufwerk zur Datensicherung sowie externe Festplatten als Sonderausstattung erhältlich.

Der fest eingebaute Nadelmatrixdrucker war für den täglichen Büroeinsatz vorgesehen. Er konnte Journale, Buchungslisten, Kontenauszüge und Durchschlagsformulare direkt ausgeben. Dadurch ließen sich viele Arbeitsabläufe ohne zusätzliche Peripheriegeräte erledigen.

Frühere Philips-Buchhaltungssysteme arbeiteten teilweise mit sogenannten Magnetic Ledger Cards. Dabei handelte es sich um Kontenkarten mit Magnetstreifen, auf denen Buchungsdaten gespeichert wurden. Beim P330 verlagerte sich die Datenspeicherung überwiegend auf 8-Zoll-Disketten. Dadurch konnten größere Datenbestände verwaltet und Arbeitsabläufe flexibler organisiert werden, ohne dass für jedes Konto eine eigene Magnetkarte erforderlich war.

Nach dem Einschalten stand nicht sofort ein betriebsbereites System zur Verfügung. Zunächst musste eine Systemdiskette eingelegt werden, von der Betriebssystem und Anwendungsprogramme in den Arbeitsspeicher geladen wurden. Anschließend standen die jeweils benötigten Buchhaltungs- oder Verwaltungsprogramme zur Verfügung. Der Rechner war für typische kaufmännische Aufgaben in kleinen und mittleren Unternehmen vorgesehen und wurde unter anderem in Finanzabteilungen, Lohnbüros und Verwaltungsbereichen eingesetzt.

Der Markt für solche Systeme war Ende der 1970er Jahre stark umkämpft. Philips konkurrierte unter anderem mit Bürorechnern von IBM, Nixdorf und Wang. Anders als spätere Standard-PCs wurden diese Anlagen meist als vollständige Geschäftslösung verkauft, häufig einschließlich Installation, Wartung, Schulung und branchenspezifischer Software. Die Anschaffungskosten lagen entsprechend hoch. Zeitgenössische Angaben nennen Preise von rund 80.000 niederländischen Gulden, was heute einer Kaufkraft von deutlich über 100.000 Euro entspricht.

Eine unerwartete Bekanntheit erlangte der P330 durch seinen Auftritt im James-Bond-Film „In tödlicher Mission“ aus dem Jahr 1981. In einer frühen Filmszene ist ein originaler Philips P330 auf dem britischen Aufklärungsschiff St. Georges zu sehen. Noch bekannter wurde das verwandte Modell P430, das im Labor von Q als futuristisch wirkender „Identigraph“ zur Rekonstruktion eines Gesichts eingesetzt wurde. Die im Film gezeigten grafischen Fähigkeiten entsprachen allerdings nicht den Möglichkeiten der realen Systeme; die Darstellung entstand durch Filmtricks.

Mit der Verbreitung standardisierter Personal-Computer-Systeme verlor die Klasse proprietärer Bürosysteme zunehmend an Bedeutung. Viele Anlagen wurden nach ihrer Ausmusterung verschrottet. Aufgrund ihrer Größe, ihres Gewichts und der geringen Nachfrage nach veralteten Geschäftssystemen blieben nur wenige Exemplare erhalten. Die überlebenden Geräte befinden sich heute überwiegend in Museen oder in den Sammlungen spezialisierter Retrocomputer-Enthusiasten.

Der Philips P330 dokumentiert einen Abschnitt der Büroautomatisierung, in dem Hersteller komplette Arbeitsplätze statt einzelner Computer lieferten. Für die Anwender stand nicht die Technik im Vordergrund, sondern die tägliche Bearbeitung von Buchungen, Rechnungen und Geschäftsdaten. Genau dafür wurde der P330 entwickelt.

Kompakte Spezifikationen

Hersteller: Philips
Modell: P330
Erscheinungsjahr: 1978
Entwickler: Philips Data Systems
Prozessor: Intel 8080 beziehungsweise kompatibler NEC-Lizenznachbau
Arbeitsspeicher: 32 KB RAM
Bildschirm: Monochrom, 80 × 24 Zeichen
Massenspeicher: 2 × 8-Zoll-Diskettenlaufwerke
Optionen: Magnetband-Kassettenlaufwerk, externe Festplatte
Drucker: integrierter Nadelmatrixdrucker
Einsatzgebiete: Buchhaltung, Lohnabrechnung, Lagerverwaltung, Fakturierung

ZPA IQ-151

ZPA IQ-151 – Schulcomputer, Überhitzungskünstler und Ostblock-Ikone

Der ZPA IQ-151 gehört zu den markantesten Bildungscomputern des sozialistischen Ostblocks, ein Rechner, der weniger durch technische Brillanz als durch seine Entstehungsbedingungen und seine Rolle im tschechoslowakischen Schulsystem in Erinnerung geblieben ist. Entwickelt und produziert wurde er ab 1985 vom Betrieb ZPA Nový Bor, einem Unternehmen, das ursprünglich auf Mess- und Automatisierungstechnik spezialisiert war. Der IQ-151 war dabei nie als klassischer Heimcomputer gedacht; er wurde überwiegend an Schulen und Bildungseinrichtungen ausgegeben, die in den 1980er-Jahren erstmals systematisch mit Informatikunterricht experimentierten. Seinen Namen erhielt der Rechner von der eingesetzten CPU, der Tesla MHB8080A, einem lokalen Nachbau des Intel-8080-Prozessors, der mit 2 MHz lief und dem Gerät eine für Bildungszwecke ausreichende, wenn auch bescheidene Rechenleistung verlieh.

Sein modularer Aufbau machte den IQ-151 zu einem der ungewöhnlichsten Systeme seiner Zeit. Im Gegensatz zu westlichen All-in-One-Lösungen besaß er kaum integrierte Funktionen; stattdessen wurden entscheidende Komponenten über steckbare Erweiterungskarten bereitgestellt. Zu den verbreiteten Modulen gehörten u. a. die einfachen Videokarten Video 32 oder Video 64, die reine Textdarstellung ermöglichten, sowie weiterentwickelte Module für Grafikbetrieb oder Programmiersprachen wie BASIC oder Pascal. Diese Architektur war teilweise eine pragmatische Antwort auf Materialknappheit und Produktionsbeschränkungen: Funktionen konnten so flexibel ergänzt, ersetzt oder nur bei Bedarf installiert werden. Gleichzeitig war dieses Konzept anfällig für Kontaktprobleme, und viele Benutzer erinnern sich an Geräte, die im laufenden Unterricht ausfielen oder nach kurzer Betriebszeit einen deutlich warmen Metallkorpus entwickelten. Solche Berichte sind gut dokumentiert, auch wenn manche der kursierenden Anekdoten im Rückblick eher humoristisch gefärbt sind als technisch belastbar.

Die grafischen Fähigkeiten des IQ-151 hingen stark vom eingesetzten Videomodul ab. Während die Grundkarten kaum mehr als Text in 32 bzw. 64 Zeichen pro Zeile und 8 Zeilen Höhe darstellen konnten, bot das optionale Grafikmodul eine höhere Auflösung – dennoch blieb das Bild insgesamt weit hinter westlichen Computern wie dem Sinclair ZX Spectrum, dem Atari 800XL oder dem Amstrad CPC 464 zurück. Trotz dieser Beschränkungen erfüllte der Rechner seinen Zweck: Er bot eine Plattform, auf der Schüler erste Erfahrungen in BASIC-Programmierung, algorithmischem Denken und strukturierten Aufgabenproblemen sammeln konnten. Dass Programme oft von Hand gesichert oder abgeschrieben werden mussten, bevor ein überhitztes Gerät den Dienst quittierte, gehört heute zu den charakteristischen Erinnerungen seiner damaligen Nutzer.

In der ostdeutschen Computerlandschaft hätte der IQ-151 gegen Systeme wie den Robotron KC 85/2 oder den späteren KC 87 kaum bestehen können, die robuster und praxisnäher waren. Doch im tschechoslowakischen Kontext besetzte er eine Nische, die ihm rückblickend einen gewissen Kultstatus eingebracht hat. Während der Westen in denselben Jahren bereits mit erschwinglichen, grafikstarken Heimcomputern arbeitete, symbolisiert der IQ-151 jene Mischung aus Improvisation, staatlich gelenkter Produktion und technischem Pragmatismus, die für viele Rechner des sozialistischen Ostblocks prägend war.

Heute sind funktionstüchtige IQ-151-Einheiten selten geworden, vor allem vollständige Systeme mit mehreren Originalmodulen. Auf dem Sammlermarkt erzielen sie aufgrund ihres kulturhistorischen Werts und ihrer ungewöhnlichen Architektur beachtliche Aufmerksamkeit. Der Rechner steht nicht für technologische Spitzenleistung, sondern für eine Zeit, in der Informatikbildung in weiten Teilen Europas noch experimentell war und selbst einfache Maschinen für viele Lernende ein Tor zu einer neuen Denkweise öffneten. Genau darin liegt seine eigentliche Bedeutung.