Olivetti ETS 1010
Wenn man sich in den 1980er Jahren in einem europäischen Anwaltsbüro, einer Behörde oder einem Verlag umsah, dann begegnete man nicht selten einem Gerät mit Olivetti-Schriftzug, dezent grauem Gehäuse und dem markanten Surren eines daisy-wheel-Druckkopfs. Der Olivetti ETS 1010 war eines dieser Geräte – weder vollwertiger PC noch bloße elektrische Schreibmaschine, sondern etwas dazwischen: ein eigenständiges elektronisches Textsystem mit Bildschirm, Speichermedien und intelligentem Software-Unterbau.
Ursprünglich auf Basis der amerikanischen Firma Syntrex Inc. entwickelt, brachte Olivetti das System ab etwa 1983 in Europa auf den Markt. Die Idee war, eine Brücke zu schlagen zwischen der bewährten Typenradtechnik und den neuen Möglichkeiten der digitalen Textverarbeitung. Heraus kam ein eigenständiges System, das nicht auf einem IBM-PC basierte, sondern auf eigener Elektronik und Logik aufbaute. Herzstück war ein Intel 80186, ein selten genutzter Prozessor, der viele Funktionen der PC-Peripherie bereits im Silizium integrierte. Der Arbeitsspeicher betrug 256 KB, genug für mehrere Textdokumente im RAM-Puffer.
Das System bestand aus mehreren Modulen: einer Basiseinheit mit zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken zu je 160 KB, einem monochromen Bildschirm (grün oder bernsteinfarben, 80 Zeichen × 25 Zeilen), der separaten Schreibmaschineneinheit (meist ET 221) mit Typenraddruck und einer Funktionsklaviatur. Die Disketten nutzten ein proprietäres Format, das einfache Dateiverwaltung und Textspeicherung erlaubte – allerdings nicht kompatibel zu MS-DOS oder CP/M-Systemen. Das zugrundeliegende Betriebssystem war entweder eine modifizierte Variante von CP/M-86 oder, in komplexeren Konfigurationen, ein internes Syntrex-OS mit UNIX-artiger Struktur – genaue Angaben sind rar, da viele Systeme OEM-konfiguriert waren.
In der Praxis bedeutete dies: Der Benutzer tippte auf einer echten Schreibmaschinentastatur, sah die Eingabe auf dem Bildschirm, konnte formatieren, korrigieren und mit Steuerfunktionen wie [Block markieren], [Zentrieren] oder [Drucken] arbeiten. Das Schreiben selbst erfolgte anschließend über den mechanischen Druckkopf – typischerweise mit Daisy-Wheel-Technik, die ein gestochen scharfes Schriftbild erzeugte. Wer heute den Ausdruck in Händen hält, würde nie glauben, dass dies nicht mit einem Laserdrucker erstellt wurde.
Der ETS 1010 war – das sei deutlich gesagt – kein PC und konnte auch keine PC-Programme ausführen. Es gab weder Grafikfähigkeiten noch Soundchip oder Maussteuerung. Dafür bot das System eine durchdachte, ausgereifte Benutzeroberfläche, speziell auf das Schreiben, Ablegen und Drucken von Dokumenten zugeschnitten. Die Dateiverwaltung war einfach und visuell geführt; das Wechseln zwischen Dokumenten ging schnell. Besonders bemerkenswert war die Fähigkeit, mehrere Geräte zu clustern – das heißt, mehrere ETS-Systeme konnten über ein zentrales Diskettenlaufwerk oder Drucker verbunden werden, um Arbeitsgruppenlösungen zu ermöglichen. In der Praxis wurde dies z. B. in Sekretariaten oder Schreibpools genutzt.
Vergleichstabelle
| Merkmal | ET 221 | ETS 1010 | ETS 2010 | Olivetti M24 |
|---|---|---|---|---|
| Jahr | ca. 1981 | 1983–1984 | ab 1985 | 1983–1986 |
| CPU | keine | Intel 80186 @ 8 MHz | Intel 80186 @ 8 MHz | Intel 8086 @ 8 MHz |
| RAM | – | 256 KB | 256–512 KB | 256–640 KB |
| Bildschirm | keiner | 80×25 Zeichen, monochrom | 80×25 Zeichen, monochrom | CGA: 320×200, 4 Farben |
| Diskettenlaufwerke | – | 2 × 5¼″, je 160 KB | 2 × 5¼″, je 320 KB | 1 × 5¼″, 360 KB oder HDD |
| Festplatte | keine | optional extern (sehr selten) | ja, bis 10 MB | ja, bis 20 MB |
| Drucktechnik | Typenrad (extern) | Typenrad integriert (ET 221) | Typenrad (ET 115/ET 225 etc.) | Matrix oder Typenrad extern |
| Netzwerkfähig | nein | ja (Clusterbetrieb, seriell) | ja (Mehrplatzbetrieb möglich) | ja (Ethernet, RS232) |
| Betriebssystem | – | proprietär (CP/M-ähnlich) | CP/M-86 oder Syntrex-OS | MS-DOS / XENIX |
| Preis (geschätzt, 1983) | ca. 3.000 DM | ca. 6.000–8.000 DM | ca. 9.000–12.000 DM | ab 5.000 DM |
| Preis (inflationsbereinigt) | ~2.300 € | ~4.700–6.200 € | ~7.000–9.000 € | ~3.900–4.500 € |
Der ETS 1010 war kein Spielcomputer, kein Allzweck-PC und kein Bastlersystem. Aber was er konnte, das konnte er hervorragend: Texte schreiben, speichern, drucken – und das mit einer Qualität und Verlässlichkeit, die in manch einem Schreibbüro noch bis in die frühen 2000er hinein Standard blieb. Gegenüber dem reinen Schreibmaschinenbetrieb war er ein gewaltiger Fortschritt, vor allem durch den Bildschirm und die flexible Bearbeitung von Dokumenten. Gegenüber einem IBM-kompatiblen PC wirkte er technikfern, aber dafür menschennah: keine kryptischen Befehle, sondern klar beschriftete Funktionstasten, durchdachte Menüs und sofortiger Druck auf Papier in bester Qualität.
In der Rückschau ist der ETS 1010 ein leiser, unterschätzter Meilenstein auf dem Weg zum digitalen Büro. Er markierte die kurze, aber spannende Übergangszeit, in der Schreibmaschinen Computer wurden – oder umgekehrt.
Der Ohio Scientific Challenger II, meist kurz C2 genannt, erschien zwischen 1977 und 1979 als konsequente Weiterentwicklung der populären Superboard-Serie des US-amerikanischen Herstellers Ohio Scientific Instruments (OSI). Das Unternehmen, gegründet 1975 im Bundesstaat Ohio durch den Ingenieur Michael Cheiky, seine Frau Charity Cheiky sowie den Techniker Dale A. Dreisbach, hatte sich zum Ziel gesetzt, erschwingliche, aber leistungsfähige Mikrocomputersysteme mit professionellem Anspruch zu entwickeln – eine Philosophie, die sich im C2 deutlich widerspiegelt.


Wenn ich Dich, werter Leser, fragen würde, ob Du irgendwann einmal in Deinem Leben ein Programm ohne Zustimmung des Urhebers kopiert hast, würdest Du wahrscheinlich mit einem verlegenen Lächeln zustimmen, denn höchstwahrscheinlich hast Du die Zeit miterlebt und möglicherweise dank Programmen wie bspw. X-Copy auf dem Amiga ausgiebig davon Gebrauch gemacht (Nur zur Beruhigung: die Verjährungsfrist ist hier schon längst vorbei). Das nicht nur der private Heimanwender sich das Leben etwas vereinfachen wollte, ist daraus sicherlich erklärlich und beruhte auch auf der Tatsache, dass es noch bis Anfang der 1980er keine wirklichen Präzedenzfälle existierten. Dies sah auch der US-amerikanische Hersteller Franklin Computer Corporation so und präsentierte 1982 die ACE Modellreihe, die absolut Apple II kompatibel waren.
Wings of Fury, von Brøderbund im Dezember 1987 veröffentlicht, war ein ungewöhnlicher, stilisierter Mix aus Shoot-'em-up und Simulation, der sich in der Ästhetik eher an Spielhallenklassiker anlehnte, inhaltlich jedoch überraschend ernst war. Entwickelt wurde das Spiel ursprünglich von Steve Waldo, einem der weniger bekannten, aber technisch versierten Designer, der zuvor an Tools und internen Konvertern für Brøderbund mitgearbeitet hatte. Die Musik und Sounds wurden von Kris Hatlelid beigesteuert, wobei die PC-Version mangels Sound-Hardware auf einfache Effekt-Cues beschränkt blieb. Die Amiga- und Apple-II-Versionen nutzten einfache Sampleeffekte und systemnahe Töne, boten aber keine musikalische Untermalung im eigentlichen Sinne.













Im Jahr 1989 veröffentlichte GrandSlam Entertainments das Actionspiel The Running Man, eine Adaption des gleichnamigen Films mit Arnold Schwarzenegger aus dem Jahr 1987, der seinerseits lose auf Stephen Kings dystopischem Roman unter dem Pseudonym Richard Bachman basierte. Die Umsetzung war typisch für die späten 1980er, als britische Publisher eilig Lizenzprodukte zu Blockbustern auf den Markt brachten. Entwickelt wurde das Spiel von der irischen Softwareschmiede Emerald Software. Das Kernteam bestand unter anderem aus den Programmierern John Gibson und Jim Baguley, zwei Veteranen der Szene, die zuvor bei Imagine Software und Ocean aktiv waren. Die Musik komponierte Jonathan Dunn, bekannt durch Titel wie Platoon, RoboCop und das musikalisch überraschend gefühlvolle Pictionary.







Der Archimedes A7000 war einer der letzten klassischen Computer von Acorn Computers Ltd., jener traditionsreichen britischen Firma, die sich bereits in den 1980er Jahren mit ihren innovativen BBC-Mikrocomputern und der Einführung des RISC-Konzepts als Pionier auf dem Heimcomputermarkt etablierte. Der A7000 wurde im Juli 1995 vorgestellt und markierte den Versuch, ein erschwingliches und zugleich leistungsfähiges Modell für den Bildungsbereich und ambitionierte Heimnutzer anzubieten, das die Tugenden seiner Vorgänger mit moderneren Bauteilen verband. Während der A7000 äußerlich kompakter wirkte, verbarg sich unter seinem schlichten grauen Kunststoffgehäuse ein System, das auf RISC OS 3.6 lief und in vielerlei Hinsicht den Brückenschlag zwischen der alten Archimedes-Reihe und den späteren RiscPCs darstellte.
Das unter dem Label Accolade entwickelte Adventure "Les Manley in: Search for the King" erschien 1990 für MS-DOS und Amiga und markierte den Einstieg der lockeren, erwachsenen Spielreihe rund um dena tollpatschigen Videotechniker Les Manley, der magenkribbelnd auf der Suche nach Elvis („The King“) quer durch Amerika reist. Designer Steve Cartwright, der zuvor bekannt war für Actiontitel wie Ice Hockey und Seaquest von Atari, bekam bei Accolade ab 1988 endlich freie Hand, ein vollwertiges Sierra ähnliches Adventuresystem zu entwickeln. Zusammen mit Michael Berlyn (Infocom Veteran, verantwortlich für Suspended und Infidel) entwarf er den Adventure Programming Engine, der handgepixelte Charakteranimationen über gemalte Hintergründe legte und mit 1.500 Parser Kommandos ausgestattet war. In einem frühen Interview schwärmte Cartwright: „Ich wollte ein Text-Adventure mit Grafik erschaffen – den ultimativen Parser, der auch Humor transportiert“. Die künstlerische Federführung lag bei Justin Chin (später Art Director bei Star Wars: Dark Forces) und Bonnie Borucki (Animation bei Leisure Suit Larry II). Weitere Crewmitglieder waren Grafikprogrammierer wie Russell Shiffer (Score für Test Drive II/III).
Der Thrustmaster Flight Control System (FCS) Mark I erschien 1992 als hochwertiger PC-Joystick im F‑16-Phantom-Stil und gilt als erste echte Flight-Yoke-Steuerung für Flugsimulatoren am PC. Entwickelt unter der Leitung von Norm Winningstad – einem Mitgründer von Thrustmaster im Jahr 1990 in Oregon – vereinte das FCS robuste Materialien und realistische Technik: Ein einseitiger Haltegriff mit Fingerschlaufen, getragen von massivem Kunststoffboden mit schwerer Metalplatte, vermittelte das Gefühl eines echten Kampfjets. Ein zeitgenössischer Test befand sogar, das FCS sei „wahrscheinlich der authentischste Joystick, der für Computer erhältlich ist“. Der Stick verfügte über drei Achsen (Quer-, Hoch- und Drehachse) sowie vier Feuertasten, die computergestützt per Keyboard-Interface ausgegeben wurden.
Als zweiter Bestandteil des Thrustmaster-HOTAS-Konzepts ergänzte ab 1992 das Weapons Control System (WCS) den FCS. Dabei handelte es sich um einen seitlichen Schubhebel mit sechs Tasten und einem 3‑Positionen-Schalter im Layout eines Kampfflugzeugs. Der Gashebel besaß reale Rastpositionen (Vollgas und Nachbrenner): Man schob ihn zur ersten Blockade für Volllast und darüber hinaus für Nachbrennerbetrieb. Seine Tasten und Kippschalter übermittelten je nach Flugprogramm Funktionen wie Kontermittel, Waffenwechsel, Luftbremse oder Klappen. Technisch war das WCS ein reines Tastaturgerät: Es steckte zwischen PC und Tastatur und emulierte alle Steuerbefehle als Tastaturcodes. Diese Bauweise machte Treiber überflüssig (das System lief unter DOS/Windows einfach auf dem Keyboard-Port), hatte aber Nachteile: Die Gasstellung wurde durch mehrere Tastendrücke dargestellt, nicht durch ein kontinuierliches Signal. Vergleichstests bemängelten, der WCS sei „nicht so reaktionsschnell wie die analoge Trimmung“ etwa des CH-FlightStick. Zudem war pro Spiel ein Satz DIP-Schalter am WCS zu setzen, um die korrekten Befehle zu wählen, und bei Bedarf musste ein Austausch des ROM-Chips erfolgen, um neue Spiele zu unterstützen.
Thrustmaster bot neben FCS und WCS 1992 auch ein Ruderpedalsystem (Rudder Control System, RCS) an, das über den Spielport die Pedale und Haupteinheit verband. Später erschienen verbesserte Versionen: 1993 kam das programmierbare Pro Flight Control System (FCS Mark II) mit optimierten Komponenten, 1994 das luxuriöse F-16 FLCS mit Metallbau und Komplettprogrammierung, und 1997 folgte der WCS II mit analogem Gas und Software-Unterstützung. Zusätzlich wurden über die Jahre „Elite“-Ruderpedale und Multi-Port-Adapter angeboten, um mehrere Thrustmaster-Geräte gleichzeitig zu betreiben.