Der Ohio Scientific Challenger II, meist kurz C2 genannt, erschien zwischen 1977 und 1979 als konsequente Weiterentwicklung der populären Superboard-Serie des US-amerikanischen Herstellers Ohio Scientific Instruments (OSI). Das Unternehmen, gegründet 1975 im Bundesstaat Ohio durch den Ingenieur Michael Cheiky, seine Frau Charity Cheiky sowie den Techniker Dale A. Dreisbach, hatte sich zum Ziel gesetzt, erschwingliche, aber leistungsfähige Mikrocomputersysteme mit professionellem Anspruch zu entwickeln – eine Philosophie, die sich im C2 deutlich widerspiegelt.
Der C2 war kein typischer Heimcomputer, sondern vielmehr ein modulares, aufrüstbares System, das sich vor allem an Entwickler, Ingenieure, Bildungseinrichtungen und kleine Unternehmen richtete. Die Gerätefamilie umfasste unter anderem den C2-4P, ein kompaktes, tragbares System mit vier internen Steckplätzen, sowie den C2-8P, der über acht Erweiterungssteckplätze verfügte und in einem größeren Gehäuse untergebracht war. Beide Modelle basierten auf einer steckkartenbasierten Architektur, bei der CPU, Video-Einheit, RAM und I/O als separate Platinen in einen Busrahmen („Backplane“) eingebunden wurden. Dies erlaubte eine bemerkenswerte Flexibilität und Erweiterbarkeit – Merkmale, die zu dieser Zeit noch keineswegs selbstverständlich waren.
Als Prozessor kam der bewährte MOS Technology 6502 mit einem Takt von 1 MHz zum Einsatz. Die Taktfrequenz wurde allerdings nicht, wie bei den meisten Konkurrenten, durch einen Quarzoszillator erzeugt, sondern durch einen programmierbaren 74LS123-Monoflop-Schaltkreis, was eine gewisse Variabilität und Feinjustierung ermöglichte. Der 6502 war ein 8-Bit-Prozessor mit einem einfachen, aber effizienten Befehlssatz, der unter anderem durch seine indizierten Adressierungsmodi und seine niedrige Chip-Komplexität überzeugte. In Kombination mit dem leichtgewichtigen Systemdesign bot dies eine für die damalige Zeit bemerkenswert hohe Rechenleistung pro investiertem Dollar.
Das Betriebssystem bestand typischerweise aus einem im ROM untergebrachten Monitorprogramm und einem einfachen BASIC-Interpreter, der in einer auf 8 KB reduzierten Form implementiert war. Von Diskette konnte ein rudimentäres OSI-DOS oder ein erweitertes BASIC geladen werden. Der Zugriff erfolgte über einen simplen Konsolenmodus mit Cursorkontrolle und hexadezimalem Direktzugriff auf Speicheradressen. Auf dem Bildschirm konnten maximal 64 Zeichen pro Zeile bei 32 Zeilen dargestellt werden, wobei ausschließlich monochrome Textausgabe unterstützt wurde. Eine Bitmap-Grafikfähigkeit war serienmäßig nicht vorhanden, konnte aber theoretisch über Zusatzhardware realisiert werden. Farbdarstellung war nicht vorgesehen – der C2 blieb in dieser Hinsicht der kompromisslosen Funktionalität verpflichtet.
Auch in Sachen Klanggestaltung herrschte Sparsamkeit. Der C2 besaß keinen dedizierten Soundchip. Audioausgabe war nur indirekt über den Kansas City Standard möglich – einem Codierformat für Audiodaten, das auf Kassette gespeichert wurde. Manche Nutzer zweckentfremdeten das Kassetteninterface für primitive Tonausgabe, doch echte Musik- oder Effektfähigkeiten fehlten vollständig.
Der Massenspeicher bestand standardmäßig aus einem Kassettenrekorder-Anschluss, der mit 300 bis 1200 Baud arbeitete. Gegen Aufpreis konnte das System um ein Floppy-Interface (Model 470) ergänzt werden. Hier kamen wahlweise 5¼-Zoll- oder 8-Zoll-Laufwerke zum Einsatz. In seltenen Fällen wurde sogar ein Festplattenanschluss für Winchester-Laufwerke implementiert – eine für die späten 1970er geradezu futuristische Option. Der interne Arbeitsspeicher konnte von 4 KB (auf der CPU-Karte) auf bis zu 64 KB aufgerüstet werden, was für komplexe BASIC-Programme oder datenintensive Anwendungen absolut notwendig war.
In puncto Peripherie war der C2 ausgesprochen vielseitig. Neben parallelen und seriellen I/O-Karten bot OSI auch Druckerschnittstellen, einen Terminalanschluss, eine Mehrprozessor-Karte (Model 460Z) sowie diverse RAM-Erweiterungsplatinen an. Eine geplante Sprachsyntheseeinheit wurde angekündigt, aber nie über das Prototypstadium hinaus realisiert. Die Tastatur war separat im Gehäuse verbaut und erinnerte in Aufbau und Haptik eher an industrielle Terminals als an Heimcomputer-Tastaturen.
Die physische Größe variierte je nach Modell: Der C2-4P maß etwa 40 × 30 × 15 cm, der C2-8P war nochmals größer und erforderte einen separaten Monitor und häufig eine externe Stromversorgung. Das Design war funktional, industriell, kantig – und entsprach damit ganz dem technologischen Ethos der späten 1970er.
Die Preise für den Ohio Scientific C2 begannen 1978 bei 598 US-Dollar für das C2-4P-System. Das C2-8P schlug mit rund 799 US-Dollar zu Buche. Inflationsbereinigt entspricht dies im Jahr 2025 etwa 3.500 bis 4.700 Euro, je nach Modell und Ausstattung. Verglichen mit einem Apple II, der damals weit über 1.200 Dollar kostete, war der C2 also ein attraktives Angebot für technisch versierte Nutzer mit professionellen Ansprüchen. In der Fachpresse wurde der C2 teils wohlwollend, teils kritisch besprochen. Das Magazin Kilobaud lobte ihn als „beispiellose modulare Plattform für ernsthafte Computeranwender“, während Byte die Integration und Modularität herausstellte, jedoch die fehlende Farbgrafik bemängelte. Die Nachrichtenagentur UPI schrieb 1978: „Ein portabler Computer mit Fähigkeiten, die man sonst nur von Minis kennt.“
Die Verkaufszahlen lassen sich heute nur grob abschätzen. Bekannt ist, dass Ohio Scientific 1979 etwa 18 Millionen Dollar Umsatz erzielte und rund 300 Mitarbeiter beschäftigte. Der C2 war vor allem in Universitäten, Forschungseinrichtungen und kleinen Industriebetrieben zu finden – seltener im privaten Gebrauch. Sein modularer Aufbau, seine Erweiterbarkeit und seine offene Architektur machten ihn beliebt bei Bastlern, doch die lange Lieferzeiten und das Fehlen eines größeren Software-Ökosystems verhinderten eine breitere Marktdurchdringung. Im Vergleich zum Vorgänger, dem populären Superboard II, bot der C2 eine erheblich professionellere Bauweise, bessere Erweiterungsmöglichkeiten und eine robuste Backplane-Struktur. Gegenüber Konkurrenten wie dem Apple II, dem Commodore PET oder dem TRS-80 konnte er technisch mithalten, doch fehlten ihm ein attraktives Gehäuse, Farbfähigkeit und der Zugang zu einer großen Entwicklergemeinde – Punkte, die für Endanwender immer entscheidender wurden.
Trotzdem bleibt der Ohio Scientific C2 ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte des Mikrocomputers. Er verkörpert jene Zwischenphase, in der sich die Heimcomputertechnik von der Garagenbastelei zur ernsthaften Computertechnik emanzipierte. Die Entwickler Michael und Charity Cheiky sowie Dale Dreisbach waren Pioniere, deren Beitrag zum frühen Mikrocomputermarkt in Fachkreisen heute mit Respekt betrachtet wird. Obwohl Ohio Scientific in den frühen 1980er Jahren schließlich von der Firma M/A-COM übernommen wurde und der Markenname verschwand, lebt der C2 in Sammlerkreisen fort – nicht zuletzt als Symbol für eine Ära, in der technische Eleganz und logisches Design noch mehr zählten als bunte Grafiken und Geräuschkulissen.



Wenn ich Dich, werter Leser, fragen würde, ob Du irgendwann einmal in Deinem Leben ein Programm ohne Zustimmung des Urhebers kopiert hast, würdest Du wahrscheinlich mit einem verlegenen Lächeln zustimmen, denn höchstwahrscheinlich hast Du die Zeit miterlebt und möglicherweise dank Programmen wie bspw. X-Copy auf dem Amiga ausgiebig davon Gebrauch gemacht (Nur zur Beruhigung: die Verjährungsfrist ist hier schon längst vorbei). Das nicht nur der private Heimanwender sich das Leben etwas vereinfachen wollte, ist daraus sicherlich erklärlich und beruhte auch auf der Tatsache, dass es noch bis Anfang der 1980er keine wirklichen Präzedenzfälle existierten. Dies sah auch der US-amerikanische Hersteller Franklin Computer Corporation so und präsentierte 1982 die ACE Modellreihe, die absolut Apple II kompatibel waren.
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