Commodore 116

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Als Commodore 1984 den C116 vorstellte, schien die Idee zunächst bestechend einfach: ein günstiger, kompakter Heimcomputer für Schüler, Familien und Einsteiger. Doch der kleine Rechner, äußerlich anmutig und technisch durchaus elegant, geriet zu einem jener Maschinen, die in der Rückschau eher wie ein Echo der Vergangenheit wirken – das letzte Aufbäumen einer Produktlinie, die schon von ihrem eigenen Erfolg überholt worden war. Der C116 war Teil der sogenannten TED-Reihe, benannt nach dem Chip, der Grafik, Sound und Ein-/Ausgabe in sich vereinte. Gemeinsam mit dem C16 und dem Plus/4 sollte er Commodores Mittelklasse neu definieren. Tatsächlich erinnerte er aber stärker an einen abgespeckten Bruder des legendären C64 – oder, wie Happy Computer 1985 spöttelte: „Der C116 ist der MAX Machine der 1980er Mitte – ein Versuch, den Heimcomputer noch einmal auf Diät zu setzen.“
Die Entwicklung des C116 begann zeitgleich mit der 264-Serie unter der Leitung von Bil Herd, einem jungen, energiegeladenen Ingenieur, der zuvor schon am C128 beteiligt war. Herd arbeitete eng mit Fred Bowen (ROM- und BASIC-Programmierung), Ira Velinsky (Gehäusedesign) und Dave Haynie (Hardware-Support) zusammen. Ziel war eine neue Architektur, die durch den TED-Chip (MOS 7360) alles Wesentliche – Grafik, Ton, Tastatur- und Speichersteuerung – auf einem einzigen Silizium vereinen sollte. Der Gedanke war bestechend: ein sparsamer, günstiger All-in-One-Chip, der Commodores dominierenden C64 künftig in ein zweites Marktsegment flankieren konnte.
Im Herzen des C116 arbeitet ein MOS 8501-Prozessor, der funktional identisch zum älteren MOS 7501 ist. Beide basieren auf dem bewährten 6502-Design, das Commodore seit dem PET einsetzte. Der Unterschied zwischen den beiden liegt, wie Bil Herd später erklärte, nicht in der Architektur, sondern in der Fertigung. In einem Interview 2015 sagte er: „The 8501 was basically the 7501 built in a more stable process. We didn’t change the core — we just tried to make it survive the heat.“ („Der 8501 war im Grunde der 7501, gefertigt in einem stabileren Prozess. Wir änderten nichts am Kern – wir versuchten nur, dass er die Hitze überlebt.“) Tatsächlich litt die gesamte TED-Reihe unter thermischen Problemen, da CPU und TED auf engstem Raum saßen und ungekühlt betrieben wurden.
Technisch bot der C116 beachtliche Werte für ein Gerät seiner Preisklasse. Der 8501-Prozessor läuft mit 1,02 MHz, das BASIC V3.5 war gegenüber dem C64-BASIC deutlich erweitert – mit Befehlen wie SOUND, VOL, GRAPHIC und DRAW, die direkte Kontrolle über die Hardware erlaubten. Der Arbeitsspeicher betrug 16 KB, wovon etwa 12 KB frei programmierbar waren, das ROM umfasste 32 KB mit integriertem Kernal. Der TED-Chip ermöglichte eine Auflösung von 320 × 200 Pixeln und eine erstaunlich reiche Palette von 121 Farben (15 Grundfarben in acht Helligkeitsstufen plus Schwarz), was für 1984 beachtlich war. Allerdings fehlten dem C116 Hardware-Sprites, was ihn in Spielen benachteiligte. Der Ton stammte aus zwei Kanälen mit einfachem Rauschgenerator – weit entfernt vom warmen, analogen Klang des legendären SID-Chips des C64.
Das Gehäuse entwarf der amerikanische Designer Ira Velinsky, der zuvor am Amiga- und später am CPC-Design mitgewirkt hatte. Mit seiner flachen Form, den grauen Tasten und dem minimalistischen Aufbau unterschied sich der C116 stark von Commodores sonstigen Geräten. Auffällig war die Mini-DIN-Joystickbuchse, die inkompatibel zu den gängigen C64-Joysticks war – eine Entscheidung, die selbst Commodore-Mitarbeiter später bedauerten.
Als Betriebssystem diente eine ROM-Version des BASIC V3.5 mit der bekannten Startmeldung „**** COMMODORE C116 BASIC V3.5 ****“. Beim Einschalten erschien die typische hellblaue Eingabeaufforderung, die in jenen Tagen fast eine Einladung war, eine Welt aus Zahlen, Grafik und Syntax zu betreten. Für den Massenspeicher stand der Datasette-Port zur Verfügung; Floppy-Laufwerke ließen sich nur über Zusatzhardware anschließen. Der Rechner verfügte über Video-DIN-Ausgang, Audio-Out, User-Port und RS-232-kompatible Schnittstelle.
Im europäischen Handel erschien der C116 ab Spätsommer 1984 zunächst in Deutschland zu einem Preis von DM 199, was inflationsbereinigt etwa 210 Euro (2025) entspricht. Commodore plante ursprünglich eine weltweite Einführung, beschränkte sich jedoch bald auf den deutschsprachigen und osteuropäischen Raum. In Großbritannien etwa fürchtete man, dass der günstige C116 den Erfolg des C64 kannibalisieren könnte. So erlebte der kleine Rechner seine größten Erfolge in Osteuropa, wo er in Lizenz unter anderem bei Videoton in Ungarn gefertigt wurde und über staatliche Tauschprogramme auch in die DDR gelangte. Die Produktionszahlen lagen insgesamt bei rund 400 000 Einheiten, davon etwa 200 000 in Westeuropa und ähnlich viele in Osteuropa.
In der Presse traf der C116 auf gemischte Reaktionen. Die 64’er urteilte 1985: „Der C116 ist klein, hübsch und preiswert – doch wer den C64 kennt, wird seine SID-Musik und Sprites schnell vermissen.“ Happy Computer formulierte es noch schärfer: „Das neue BASIC 3.5 zeigt, was Commodore könnte – schade nur, dass niemand es mehr will.“ Und das britische Your Computer schrieb resigniert: „The C116 would have made sense in 1982. In 1985, it feels like a machine out of time.“ – übersetzt: „Der C116 hätte 1982 Sinn gemacht. 1985 wirkt er wie ein Rechner aus der Zeit gefallen.“
Doch der C116 war mehr als nur ein Marketing-Missgriff. In vielerlei Hinsicht war er die späte Wiederkehr einer Idee, die Commodore schon mit der MAX Machine 1982 erprobt hatte – einer abgespeckten Low-Cost-Variante des C64. Wie schon die MAX sollte auch der C116 eine „kleine Schwester“ für den Massenmarkt sein: günstiger, stromsparender, weniger komplex. Beide teilten die Philosophie der Kostenreduktion durch Integration. Die MAX scheiterte, weil der C64 schneller erfolgreicher wurde, und der C116 scheiterte aus demselben Grund – diesmal an der eigenen Firmenstrategie. Oder, wie Bil Herd es in einem Interview 2013 lakonisch formulierte: „We were told to build a cheaper computer — not a better one.“ („Man sagte uns, wir sollen einen billigeren Computer bauen – nicht einen besseren.“)
Gegenüber der Konkurrenz hatte der C116 ein zwiespältiges Standing. Gegen den Commodore 64 verlor er in jeder Hinsicht an Attraktivität, da dieser bei fallenden Preisen immer erschwinglicher wurde. Gegenüber dem Sinclair Spectrum + bot er ein moderneres BASIC und mehr Farben, war aber in der Spieleauswahl klar unterlegen. Der Amstrad CPC 464 wiederum übertraf ihn in Grafik und Ausstattung, kostete jedoch deutlich mehr. So blieb dem C116 der Platz des ewigen Underdogs – technisch interessant, wirtschaftlich überflüssig.
Heute gilt der C116 als eines jener Geräte, die Commodore zwar nicht retteten, aber die Innovationsfreude der Ingenieure belegen. Besonders der TED-Chip markierte einen frühen Versuch, ein integriertes Multimedia-System auf einem Chip zu schaffen – eine Philosophie, die später im Amiga oder Atari ST zur Reife gelangte. Der C116 war also weniger ein Irrtum als ein vergessener Vorbote.
Rückblickend ist der kleine Rechner ein stiller Zeuge des Jahres 1984: einer Zeit, in der sich die Heimcomputerwelt rasend schnell wandelte und selbst Marktführer nicht wussten, wohin der Trend führen würde. Commodore wollte mit der TED-Reihe ein zweites Standbein schaffen, doch stattdessen zersplitterte sie ihr Portfolio. Trotzdem bleibt der C116 eine faszinierende Maschine – so reduziert wie seine Tastatur, so ambitioniert wie seine Entwickler. Und wenn man ihn heute einschaltet, blinkt das hellblaue Startbild wie ein Relikt aus jener Ära, in der selbst die einfachsten Computer große Träume hatten.




Die Entstehungsgeschichte lebt von einem Namen, der in der Unternehmenschronik mehrfach auftaucht: Kunio Nakanishi. Er führte in Sharps Bauteile-Sparte das Team, das vom 4-Bit-Bausatz MZ-40K (Frühjahr 1978) zum „assemble-it-yourself“-MZ-80K (Dezember 1978) marschierte – erst als Bausatz in Japan, ab 1979 dann als fertig montiertes Gerät für Europa. Dieses organisatorische „Von unten nach oben“ prägte die Serie; erst 1981 bündelte Sharp die verstreuten Aktivitäten in einer eigenen PC-Division. Nakanishi steht damit als Ingenieur-Figur für ein sehr japanisches Vorgehen: erst solide Technik in kleinen, beherrschbaren Schritten, dann größere Serien und Varianten.
Der Agat-7 erhielt außerdem ein robusteres Metallgehäuse, eine neue Tastatur mit kyrillischer und lateinischer Beschriftung, sowie ein Netzteil, das nicht mehr regelmäßig überhitzte. Für die Massenfertigung sorgte das Werk „МЭЗ“ in Murom, das im Auftrag des Bildungsministeriums jährlich Tausende Geräte produzierte. Bis 1988 waren über 12 000 Agat-Rechner ausgeliefert, die meisten davon in Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen.

Die Osborne Vixen (auch Osborne 4) war ein tragbarer „Luggable“-Computer, der – nach dem riesigen Erfolg des Osborne 1 (1981) und des Executive (1983) – Ende 1984 auf den Markt kam. Sie entstand, als die Osborne Computer Corp. gerade nach ihrer Pleite von 1983 („Bankruptcy“ im September 1983) wieder reorganisiert wurde. Adam Osborne, der Firmengründer, hatte zwischenzeitlich das Unternehmen verlassen. Die nun rekonstruierte Firma brachte 1984 die Vixen heraus – anfangs in Schwarz geplant, letztlich als beige/grau-beiger Koffer mit auffälligem, innen olivgrünem Innenleben. Die Anzeigen warben damit, „das Unternehmen, das den ersten tragbaren Business-Computer vorgestellt hat, ist zurück“ – und priesen: „One year later, it’s still ahead of its time“. Tatsächlich war die Vixen – trotz überarbeiteter Hardware – schon beim Erscheinen 1984 technisch überholt, da inzwischen IBM-PC-kompatible Tragbare dominierten. Ein früheres Vixen-Modell (mit 5″ grünem Bildschirm) war bereits 1983 nicht veröffentlicht worden, als die Firma insolvent ging. Nach der Überarbeitung zeichnete sich die 1984 freigegebene Vixen durch einen 7-Zoll-CRT-Monitor mit bernsteinfarbenem Bildschirmlinien aus (80×24 Text, rein monochrom). Außerdem besaß sie zwei 5¼″-Diskettenlaufwerke (400 KB, doppelt bespielbar), die diesmal vertikal eingebaut waren. Sie wog nur rund 8,2 kg (18 lbs) und hatte die kompakten Abmessungen 32,1×41,3×15,9 cm, so dass – ganz im Osborne-Geist – beworben wurde, man könne sie ohne Platzprobleme unter einem Flugzeugsitz verstauen.
Der Dynamac EL war der erste portable Macintosh-Klon und ein einzigartiger Versuch, den Apple Macintosh lange vor Apples eigenem Portable in ein transportables Format zu bringen. Entwickelt von der Dynamac Corporation in Colorado und vorgestellt im Frühjahr 1988, handelte es sich um einen inoffiziellen Macintosh-Plus-Umbau in Form eines tragbaren Computers. Apple hatte dem Unternehmen dafür eigens gestattet, Original-Macintosh-Komponenten wie das ROM und das Motherboard zu verwenden. Chefentwickler war Bill Goins, der nach dem Dynamac-Projekt zu Apple wechselte und später sogar beim lizenzierten Mac-Klon-Hersteller Power Computing tätig war. Die Modellbezeichnung „EL-1701-A“ war augenzwinkernd an die USS Enterprise aus Star Trek angelehnt, ein Detail, das den Enthusiasmus des Entwicklerteams zeigt.