Fujitsu FM-8

Fujitsu FM-8
Mit der Veröffentlichung des FM-8 stellte Fujitsu 1981 ihren zweiten Computer für den Massenmarkt vor. Vier Jahre zuvor kam der LKIT-8 Hobby-Computer auf den Markt, der allerdings noch als Selbstbaukit entwickelt worden war. Mit dem FM-8 hatte Fujitsu nun einen fertig montierten Homecomputer geschaffen, der sofort betriebsbereit war. Zudem war der Computer der erste einer langen Reihe von Modellen, die mit dem Kürzel FM (Fujitsu Micro) begann und mit dem FM-Towns zu einem Traumcomputer der frühen 1990er wurde. Der FM-8 war zudem der erste Heimcomputer, der mit 64 KByte DRAM ausgestattet war. Diese Speichergröße war zuvor ausschließlich Mainframe-Rechnern vorbehalten.
Zu seiner Veröffentlichung war der FM-8 ein beeindruckendes Stück Technik, das bereits mit zwei Prozessoren ausgestattet war und auf 64 KByte RAM Zugriff hatte. Ebenso wie der Computer GRiD Compass besaß er einen Bubble Memory (Magnetblasenspeicher), ein damals innovatives Datenspeicherverfahren. Dieses basierte auf einem dünnen Film mit zahlreichen kleinen Magnetbereichen (sogenannten Blasen), die jeweils 1 Bit speichern konnten. Der Vorteil dieser Technik war die Nichtflüchtigkeit, also die Fähigkeit, Daten auch nach dem Ausschalten des Computers zu behalten. In gewisser Weise war der Bubble Memory ein Vorläufer moderner SSD-Festplatten.
Das Betriebssystem des FM-8 war vielseitig und ermöglichte verschiedene Boot-Optionen. Nach dem Start erschien ein Boot-Menü, das den Zugriff auf das F-BASIC, DOS für Mini-Floppy-Disketten, den Bubble Memory und DOS für Standard-Floppy-Disketten ermöglichte. Besonders bemerkenswert war die breite Unterstützung verschiedener Zeichensätze. Neben 69 alphanumerischen Zeichen bot das System 63 Katakana-Zeichen und 62 grafische Symbole, alle in einer Zeichenauflösung von 8 x 8 Pixeln. In der höheren 16 x 16 Pixel-Auflösung konnten zusätzlich 2965 chinesische Zeichen sowie 453 nicht-chinesische Zeichen dargestellt werden. Dies erleichterte die internationale Vermarktung des Computers erheblich.

Eine der auffälligsten Innovationen war die Nutzung von zwei Prozessoren. Ein Prozessor war speziell für die Grafikdarstellung verantwortlich und verfügte über ein eigenes Boot-ROM. Wenn eine Grafikdarstellung benötigt wurde, erhielt der Grafikprozessor eine Anfrage vom Hauptprozessor und generierte daraufhin das Bild. Zur Kommunikation zwischen den beiden Prozessoren existierte ein eigener Speicherbereich, der jedoch mit nur 128 Bytes sehr begrenzt war. Diese Architektur führte zu einem erheblichen Leistungsengpass, insbesondere wenn der Hauptprozessor Befehle in diesen Speicher schrieb. Der Grafikprozessor konnte in dieser Zeit nicht auf die Daten zugreifen und musste warten, bis der Speicher freigegeben wurde. Das Problem wurde durch einen talentierten Programmierer bei Fujitsu namens Yamauchi gemildert. Er erkannte die Schwachstelle während der Entwicklung und implementierte zahlreiche Optimierungsroutinen in das BIOS. Dadurch wurde der FM-8 deutlich schneller, insbesondere bei Spielen, was seinen Ruf als leistungsstarken Spielcomputer förderte.
Der FM-8 verfügte über eine Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten. Dazu gehörten Schnittstellen für Kassettenlaufwerke, serielle und parallele Anschlüsse, sowie spezielle Ports für externe Floppy-Disk-Laufwerke und Monitore. Diese Vielfalt machte den Computer sowohl für Heimanwender als auch für den professionellen Einsatz attraktiv.
Wirtschaftlich war der FM-8 in Japan recht erfolgreich, erreichte jedoch international nie die Marktstellung von Konkurrenzprodukten wie dem Apple II oder dem IBM PC. Der Verkaufspreis lag bei etwa 218.000 Yen, was inflationsbereinigt heute etwa 1.500 bis 1.800 Euro entsprechen würde. Presseberichte aus der Zeit lobten vor allem die hohe Speichergröße und die Zweiprozessor-Architektur, kritisierten jedoch die komplexe Handhabung und die gelegentlichen Leistungseinbrüche.
Verglichen mit anderen Computern der frühen 1980er-Jahre hatte der FM-8 einige innovative Funktionen, aber auch technische Schwachstellen. Während Konkurrenten wie der Apple II mit einer breiten Software-Unterstützung und einfacher Bedienung punkteten, setzte Fujitsu auf technische Innovationen, die jedoch nicht immer optimal umgesetzt waren. Dennoch legte der FM-8 den Grundstein für die erfolgreiche FM-Serie von Fujitsu, die mit späteren Modellen wie dem FM-7 und dem FM-Towns weiterentwickelt wurde.

Der Iskra Delta 800 war ein 16-Bit-Computer, der 1984 vom jugoslawischen Unternehmen Iskra Delta entwickelt wurde. Er basierte auf der PDP-11/34-Architektur, der von 1970 bis 1990 hergestellt wurde und war vollständig kompatibel mit dieser. Die Entstehung des Iskra Delta 800 ist eng mit der Zusammenarbeit Jugoslawiens mit der US-amerikanischen Digital Equipment Corporation (DEC) in den frühen 1970er Jahren verknüpft. Diese Kooperation führte zur Entwicklung von Computern wie dem Iskradata 1680 und schließlich dem Iskra Delta 800.
Der Exelvision Exeltel war ein französischer Heimcomputer und Kommunikationssystem, das Mitte der 1980er Jahre entwickelt wurde. Er basierte auf der Technologie des vorherigen Exelvision EXL 100, wurde jedoch um eine Vielzahl von Funktionen erweitert, insbesondere im Bereich der Telekommunikation. Die Entwicklung des Exeltel begann als ambitioniertes Projekt, das den Heimcomputer mit der aufkommenden Welt der digitalen Kommunikation verbinden sollte. Ursprünglich als ein leistungsfähiges Terminal für Teletext und Online-Dienste konzipiert, wurde er schließlich als ein Hybrid aus Heimcomputer und Kommunikationsgerät vermarktet.
Die Welt musste zwei lange Jahre warten, seit der ersten Bekanntgabe des Systems bis zum öffentlichen Verkauf, und die Namensfindung war nicht weniger verwirrend, hieß er doch erst Elan 64, dann Flan und letztlich Enterprise. Doch Computerbegeisterte warteten sehnsüchtig auf dieses System, sollte es doch Fähigkeiten besitzen, die jeglichen Computern dieser Zeit fehlten. Allein die Grafik- und Soundfähigkeiten sollten weit über jenen aller anderen Computer dieser Zeit liegen. Der Enterprise besaß eigens dafür zwei Customchips, namens Nick und Dave. Nick war für die Grafikausgabe zuständig und erlaubte flexible Bildschirmmodi mit hoher Farbanzahl und programmierbaren Text- und Grafikauflösungen. Dave hingegen steuerte den Sound und ermöglichte Mehrkanal-Audioausgabe mit komplexen Effekten, die bei Konkurrenzsystemen nur schwer oder gar nicht realisierbar waren.
Das Sega Mega Drive verfügte über eine Vielzahl von Anschlüssen, die es sowohl für Standard-Spieler als auch für fortgeschrittene Nutzer interessant machten. Auf der Vorderseite der Konsole befanden sich zwei 9-polige Controller-Ports, die mit den klassischen Sega-Controllern kompatibel waren. Diese Ports nutzten das gleiche DB-9-Format wie die Controller des Master Systems und des Atari 2600, wodurch auch einige ältere Peripheriegeräte verwendet werden konnten. Auf der Rückseite der Konsole bot das Mega Drive mehrere Anschlüsse für Video- und Audioausgabe. Das Standard-Modell verfügte über einen RF-Ausgang für den Anschluss an ältere Fernseher, der das Signal auf einen bestimmten Fernsehkanal übertrug. Für eine bessere Bildqualität wurde zudem ein Multi-AV-Ausgang bereitgestellt, der sowohl Composite- als auch RGB-Signale über ein entsprechendes SCART-Kabel ausgeben konnte. Dieses Feature war insbesondere in Europa von Bedeutung, da SCART-fähige Fernseher eine deutlich schärfere Bilddarstellung ermöglichten. Für die Audioausgabe besaß die Konsole eine separate Kopfhörerbuchse mit Lautstärkeregler an der Vorderseite, was für viele Nutzer ein willkommenes Feature war, da es eine direktere, rauschfreie Klangwiedergabe ermöglichte.
Ein besonders markanter Anschluss war der Erweiterungsport an der rechten Seite der Konsole. Dieser Anschluss diente dazu, verschiedene Zusatzgeräte anzuschließen, darunter das Mega-CD (Sega CD in den USA), eine CD-Erweiterung, die die technischen Möglichkeiten des Mega Drive erheblich erweiterte. Das Mega-CD bot eine größere Speicherkapazität für Spiele, bessere Audioqualität und die Möglichkeit, animierte Zwischensequenzen zu verwenden. Später wurde dieser Erweiterungsport auch für das 32X-Modul genutzt, das dem Mega Drive eine begrenzte 32-Bit-Funktionalität verlieh. Allerdings war das 32X kommerziell nicht erfolgreich, was größtenteils auf die Verwirrung der Kunden über die zahlreichen Hardware-Upgrades zurückzuführen war.
Im Sommer 1990 wechselte der Vorsitz von Sega of America zu Tom Kalinske, der vier entscheidende Veränderungen einführte: eine drastische Preissenkung der Konsole, die Gründung einer amerikanischen Softwareabteilung, aggressive Marketingkampagnen und den Austausch des mitgelieferten Spiels. Statt "Altered Beast" wurde "Sonic the Hedgehog" zum neuen Aushängeschild. Kalinske setzte auf die Neuentwicklung von Sonic, die seit April 1990 in Arbeit war und das neue Maskottchen des Unternehmens darstellte. Sonic wurde zu einem der erfolgreichsten Spiele des Unternehmens und steigerte den Umsatz enorm. Etliche Computerspielmagazine lobten das Spiel als bestes Plattformspiel aller Zeiten. Personen, die auf den Nachfolger des NES warteten, konnten überzeugt werden, stattdessen ein Mega Drive zu kaufen. Sega konnte nun den zweiten Platz in Amerika übernehmen und drängte die PC Engine auf den absteigenden Ast. 1992 besaß Sega 55 % des nordamerikanischen Marktes, während Nintendo mit dem Super NES lediglich 45 % verbuchen konnte. Zudem konnte Sega mit einem günstigeren Verkaufspreis punkten und verfügte auch über eine zehnmal größere Anzahl an Spielen. Sega war bei Jugendlichen und älteren Spielern deutlich beliebter; dank der Marketingkampagne des Unternehmens kam es sogar vor, dass Besitzer eines Super NES sich schämten zuzugeben, dass sie eine Konsole von Nintendo besaßen.
Der Komtek I war ein deutscher Heimcomputer, der als Nachbau des TRS-80 Model I von Tandy entwickelt wurde. Er wurde von Komtek Technologies hergestellt und bot eine kostengünstige Alternative zum Original. Der TRS-80 Model I, der 1977 auf den Markt kam, war einer der ersten weit verbreiteten Personal Computer und erfreute sich großer Beliebtheit bei Computerenthusiasten.
1986 präsentierte Welect mit dem W86 ihren zweiten Computer der Öffentlichkeit. Mit dem Produktnamen W86 war auch schnell klar, welcher Prozessor den Boliden antrieb: ein Intel 8086 ermöglichte dem System, mit dem IBM PC auf Augenhöhe zu operieren und MS-DOS zu verwenden. Der 8086 war ein 16-Bit-Prozessor mit einer Taktfrequenz von 8 MHz, der im Gegensatz zum älteren 8088 über eine vollständige 16-Bit-Datenbusbreite verfügte, was eine höhere Speicherbandbreite und damit bessere Performance ermöglichte. Optional konnte ein Intel 8087 Arithmetik-Koprozessor hinzugefügt werden, der insbesondere bei wissenschaftlichen Berechnungen und CAD-Anwendungen das Tempo erheblich steigerte. Doch Welect war daran interessiert, das Beste aus zwei Welten in einem Gehäuse zu vereinen, und spendierte dem System zusätzlich noch einen Zilog Z80A Prozessor. Dieser 8-Bit-Chip mit 4 MHz ermöglichte es, auch CP/M 2.2 auszuführen, was zu dieser Zeit noch stark verbreitet war. CP/M galt als das führende Betriebssystem für Büro- und Verwaltungssoftware, bevor es von MS-DOS abgelöst wurde. Durch diese Dual-Prozessor-Architektur konnte der W86 sowohl moderne MS-DOS-Anwendungen als auch die umfangreiche Bibliothek von CP/M-Software nutzen, was ihn besonders für Unternehmen interessant machte.