Enterprise 64 / 128
Die Welt musste zwei lange Jahre warten, seit der ersten Bekanntgabe des Systems bis zum öffentlichen Verkauf, und die Namensfindung war nicht weniger verwirrend, hieß er doch erst Elan 64, dann Flan und letztlich Enterprise. Doch Computerbegeisterte warteten sehnsüchtig auf dieses System, sollte es doch Fähigkeiten besitzen, die jeglichen Computern dieser Zeit fehlten. Allein die Grafik- und Soundfähigkeiten sollten weit über jenen aller anderen Computer dieser Zeit liegen. Der Enterprise besaß eigens dafür zwei Customchips, namens Nick und Dave. Nick war für die Grafikausgabe zuständig und erlaubte flexible Bildschirmmodi mit hoher Farbanzahl und programmierbaren Text- und Grafikauflösungen. Dave hingegen steuerte den Sound und ermöglichte Mehrkanal-Audioausgabe mit komplexen Effekten, die bei Konkurrenzsystemen nur schwer oder gar nicht realisierbar waren.
Als Prozessor wurde ein Zilog Z80A mit einer Taktfrequenz von 4 MHz verbaut, der bereits in vielen anderen Heimcomputern dieser Zeit Verwendung fand, unter anderem im Sinclair ZX Spectrum, Amstrad CPC und MSX. Der Z80A ermöglichte durch seine effiziente Architektur eine leistungsfähige Verarbeitung, wenngleich der Enterprise in Sachen Rechengeschwindigkeit nicht deutlich über die Konkurrenz hinausragte. Allerdings bot er erweiterte Hardware-Fähigkeiten, die ihn zu einer vielseitigen Plattform machten.
BASIC wurde als Modul mit integriert und konnte daher gegen jede andere Programmiersprache ausgewechselt werden. Das hauseigene BASIC war jedoch gegenüber den Versionen anderer Computer sehr mächtig und beinhaltete umfassende Befehle für die Grafikeigenschaften. Es bot zudem die Möglichkeit, mehrere Programme simultan im Speicher zu behalten, eine Funktion, die damals nur selten in Heimcomputern zu finden war. In das ROM war ebenfalls eine kleine Textverarbeitung integriert, die mit vielen kleinen Erleichterungen das Schreiben ungemein erleichterte. Beispielsweise konnte man jeglichen Text hoch- und runterscrollen. Mit dem integrierten Joystick konnte man zudem die Texte seitenweise blättern. Außerdem besaß der Enterprise die Möglichkeit, insgesamt 32 Computer miteinander zu verbinden. Diese Netzwerkkapazität war für Heimcomputer jener Zeit revolutionär und ermöglichte eine frühe Form der Computervernetzung. Als Betriebssystem wurde EXDOS genutzt, das allerdings nicht im ROM des Computers, sondern in dem des Floppy-Diskettenadapters lag. Wie damals üblich, unterstützte auch dieser Computer CP/M und bot die Möglichkeit, Programme wie WordStar und SuperCalc zu nutzen. Als Dateisystem wurde das moderne FAT12 verwendet, das unter anderem ermöglichte, Dateien mit Computern wie dem Atari ST zu teilen. Der Enterprise besaß eine Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten. Neben den Standardports für Joysticks verfügte er über einen Expansionsport, der zur Speichererweiterung oder zum Anschluss von Peripheriegeräten genutzt werden konnte. Ein RGB-Videoausgang ermöglichte eine hervorragende Bildqualität, was ihn von Konkurrenzsystemen mit lediglich Composite- oder RF-Ausgang unterschied. Zusätzlich waren Anschlüsse für Audiogeräte vorhanden, um den leistungsstarken Soundchip optimal zu nutzen.
Der geplante Verkaufspreis des Enterprise lag bei etwa 200 britischen Pfund für das 64-KB-Modell und 300 Pfund für das 128-KB-Modell. Inflationsbereinigt würde dies heute etwa 600 – 900 Euro entsprechen, was ihn zu einem der teureren Heimcomputer der 1980er-Jahre machte.
Trotz der fortschrittlichen Funktionen galt der Enterprise 64 als absoluter Flop. Das lange Warten auf die Veröffentlichung hatte dazu geführt, dass der Markt bereits von anderen Systemen wie dem Commodore 64 und dem Amstrad CPC dominiert wurde. Wenige Monate nach dem Start des 64-KB-Systems versuchte man, mit dem Enterprise 128, der mit doppeltem RAM (also 128 KB) ausgestattet war, erneut Fuß zu fassen. Doch auch dieser Computer versagte auf dem britischen Markt. Letztlich konnten, trotz allem, die Computerbestände fast komplett abverkauft werden, da die osteuropäischen Länder, insbesondere Ungarn, die westliche Technik gern annahmen. Der Enterprise war dort ein ungemein großer Erfolg, und daher ist es nicht verwunderlich, dass die größte Community auch heute noch fast ausschließlich dort existiert.
Verglichen mit der Konkurrenz hatte der Enterprise zwar einige beeindruckende Funktionen, doch es fehlte ihm an Softwareunterstützung und einem soliden Vertriebskonzept. Der Commodore 64 hatte eine riesige Spielebibliothek, der Amstrad CPC war durch seine Bürotauglichkeit beliebt, und der Sinclair ZX Spectrum war vor allem aufgrund seines niedrigen Preises erfolgreich. Während der Enterprise technisch einige dieser Systeme übertraf, war er in Bezug auf Software und Marktverfügbarkeit stark benachteiligt.
Die spätere Beliebtheit in Ungarn führte jedoch dazu, dass zahlreiche Softwareentwickler Programme und Spiele für den Computer schrieben. Bis heute gibt es in der ungarischen Szene aktive Entwickler, die den Enterprise weiter unterstützen und neue Software entwickeln. Trotz seines kommerziellen Misserfolgs bleibt der Enterprise somit ein bemerkenswertes Beispiel für ein innovatives, aber schlecht vermarktetes Heimcomputersystem der 1980er-Jahre.

Das Sega Mega Drive verfügte über eine Vielzahl von Anschlüssen, die es sowohl für Standard-Spieler als auch für fortgeschrittene Nutzer interessant machten. Auf der Vorderseite der Konsole befanden sich zwei 9-polige Controller-Ports, die mit den klassischen Sega-Controllern kompatibel waren. Diese Ports nutzten das gleiche DB-9-Format wie die Controller des Master Systems und des Atari 2600, wodurch auch einige ältere Peripheriegeräte verwendet werden konnten. Auf der Rückseite der Konsole bot das Mega Drive mehrere Anschlüsse für Video- und Audioausgabe. Das Standard-Modell verfügte über einen RF-Ausgang für den Anschluss an ältere Fernseher, der das Signal auf einen bestimmten Fernsehkanal übertrug. Für eine bessere Bildqualität wurde zudem ein Multi-AV-Ausgang bereitgestellt, der sowohl Composite- als auch RGB-Signale über ein entsprechendes SCART-Kabel ausgeben konnte. Dieses Feature war insbesondere in Europa von Bedeutung, da SCART-fähige Fernseher eine deutlich schärfere Bilddarstellung ermöglichten. Für die Audioausgabe besaß die Konsole eine separate Kopfhörerbuchse mit Lautstärkeregler an der Vorderseite, was für viele Nutzer ein willkommenes Feature war, da es eine direktere, rauschfreie Klangwiedergabe ermöglichte.
Ein besonders markanter Anschluss war der Erweiterungsport an der rechten Seite der Konsole. Dieser Anschluss diente dazu, verschiedene Zusatzgeräte anzuschließen, darunter das Mega-CD (Sega CD in den USA), eine CD-Erweiterung, die die technischen Möglichkeiten des Mega Drive erheblich erweiterte. Das Mega-CD bot eine größere Speicherkapazität für Spiele, bessere Audioqualität und die Möglichkeit, animierte Zwischensequenzen zu verwenden. Später wurde dieser Erweiterungsport auch für das 32X-Modul genutzt, das dem Mega Drive eine begrenzte 32-Bit-Funktionalität verlieh. Allerdings war das 32X kommerziell nicht erfolgreich, was größtenteils auf die Verwirrung der Kunden über die zahlreichen Hardware-Upgrades zurückzuführen war.
Im Sommer 1990 wechselte der Vorsitz von Sega of America zu Tom Kalinske, der vier entscheidende Veränderungen einführte: eine drastische Preissenkung der Konsole, die Gründung einer amerikanischen Softwareabteilung, aggressive Marketingkampagnen und den Austausch des mitgelieferten Spiels. Statt "Altered Beast" wurde "Sonic the Hedgehog" zum neuen Aushängeschild. Kalinske setzte auf die Neuentwicklung von Sonic, die seit April 1990 in Arbeit war und das neue Maskottchen des Unternehmens darstellte. Sonic wurde zu einem der erfolgreichsten Spiele des Unternehmens und steigerte den Umsatz enorm. Etliche Computerspielmagazine lobten das Spiel als bestes Plattformspiel aller Zeiten. Personen, die auf den Nachfolger des NES warteten, konnten überzeugt werden, stattdessen ein Mega Drive zu kaufen. Sega konnte nun den zweiten Platz in Amerika übernehmen und drängte die PC Engine auf den absteigenden Ast. 1992 besaß Sega 55 % des nordamerikanischen Marktes, während Nintendo mit dem Super NES lediglich 45 % verbuchen konnte. Zudem konnte Sega mit einem günstigeren Verkaufspreis punkten und verfügte auch über eine zehnmal größere Anzahl an Spielen. Sega war bei Jugendlichen und älteren Spielern deutlich beliebter; dank der Marketingkampagne des Unternehmens kam es sogar vor, dass Besitzer eines Super NES sich schämten zuzugeben, dass sie eine Konsole von Nintendo besaßen.



































































