Kommentare, Zeitstempel und die Sache mit Sega

Die letzten Tage gehörten vor allem einem vernünftigen Kommentarsystem. Es funktionierte – bewusst ohne weitere technische Extras, die später auf Hunderten von Seiten hätten nachgetragen werden müssen.

Zusätzlich erhielt jede Seite einen Zeitstempel, damit sichtbar blieb, wann sie zuletzt überarbeitet worden war. Das Menü wurde neu sortiert, erste Beschreibungen für Rechner von Sega, Acorn und Sinclair kamen hinzu.

Die Informationen zusammenzutragen kostete Zeit. Aber genau das sollte History Corner sein: keine bloße Liste, sondern eine wachsende Sammlung von Geschichten, die Fehler notfalls auch wieder geradebiegt.

Acorn, HTML und fünf verlorene Stunden

Die Geschichte von Acorn war endlich unter Dach und Fach – nach drei Tagen, einigen Nerven und sehr viel Geduld. Zeit für ein anderes Thema also.

Dann fiel mit Schrecken auf, dass in der oberen Leiste der Punkt „Computer/Konsolen“ fehlte. Eine Kleinigkeit, könnte man meinen. Nur musste sie damals in jede einzelne HTML-Seite eingetragen werden.

Fünf Stunden später war auch das geschafft. Die ersten Rechner und Datentabellen standen bereit. Rückblickend war es eine ziemlich direkte Lektion darin, warum Content-Management-Systeme irgendwann keine bloße Spielerei mehr sind.

C64-BASIC-Farben und ein neues Design

Es musste etwas geschehen, sonst würde History Corner nie richtig vorankommen. Also wurden viele andere Ideen erst einmal auf die lange Bank geschoben und ein neues Design in Angriff genommen.

Die Farben sollten an den BASIC-Bildschirm des C64 erinnern: kräftig, harmonisch und unverkennbar Retro. Auch Banner und Menü wurden überarbeitet; manches war schlicht nicht sinnvoll genug sortiert.

Nebenbei entstanden die ersten Rechnerseiten und Datentabellen. Die dazugehörigen Geschichten sollten nach und nach folgen. Mit der optimistischen Einschätzung, damit spätestens fertig zu sein, wenn der Sohn eingeschult würde und die Tochter die Vorschule besuchte. Es sah aber immerhin schon schnuckig aus.

Exponate werden zu Computern

Die Apple-Geschichte wuchs um drei weitere Seiten, war aber noch längst nicht dort, wo sie sein sollte. Manche Themen nehmen sich eben mehr Raum, als man ihnen ursprünglich zugestanden hat.

Zugleich wurde aus dem Menüpunkt „Exponate“ schlicht „Computer“. Künftig sollten dort nicht nur Geräte aus der eigenen Sammlung stehen, sondern alle Rechner ihren Platz finden. Auch am Fließtext wurde nach und nach gearbeitet – denn einheitliche Texte lesen sich am Ende doch deutlich angenehmer als ein Sammelsurium aus verschiedenen Baustellen.

David Fox und der Kampf mit dem Fließtext

Die Geschichte von David Fox kam in die Rubrik der Einzelpersonen. Gleichzeitig fiel ein kleines, aber störendes Problem auf: Links im Fließtext vergrößerten die Zeilenabstände und ließen die Seiten unruhig wirken.

Die Lösung wurde erst einmal vertagt. Es gab schließlich genug Texte zu schreiben – und keine große Lust, sich ausgerechnet an diesem Tag vom Layout den Abend verderben zu lassen.

Neue Menschen, neue Konsolen, neue Videos

Die verfügbare Zeit war knapper als erhofft, doch History Corner wuchs weiter. Peter Molyneux und Ron Gilbert zogen in die Rubrik der Einzelpersonen ein.

Gleichzeitig kamen Konsolen und Handhelds als eigener Bereich dazu – unterstützt von Lord of Heaven, dessen Sammelleidenschaft über die Jahre offenbar nicht völlig folgenlos geblieben war. Auch die Video-Rubrik wurde überarbeitet: Spiele, Entwickler und Jahre sollten dort künftig etwas mehr Ordnung in die schöne Unordnung bringen.

LucasArts wächst schneller als geplant

Die Geschichte von Lucasfilm Games und LucasArts nahm deutlich größere Ausmaße an als erwartet. Aus einer überschaubaren Recherche wurde eine Reise bis ins Jahr 1992 – und damit beinahe durch die gesamte klassische SCUMM-Adventure-Zeit.

Zusätzlich erhielt Ron Gilbert eine eigene kleine Abhandlung. Weitere Namen standen bereits auf der Liste. Es war einer dieser Momente, in denen ein Projekt freundlich daran erinnert, dass es seine eigenen Pläne hat.

Lucasfilm Games meldet sich zurück

Es hatte lange gedauert, bis es bei History Corner weiterging. Die Finanzkrise war daran eher unschuldig; der Nachwuchs hielt mich zuverlässig auf Trab. Daneben verlangten auch andere Projekte nach Aufmerksamkeit.

Aber Lucasfilm Games rief wieder. Die Unternehmensgeschichte wurde weitergeschrieben – zunächst mit dem festen Vorsatz, ihr künftig mehr Zeit einzuräumen. Ein Vorsatz, der im Internet bekanntlich ungefähr so standfest ist wie ein Joystick mit ausgeleierter Feder.

Amiga Corp. und die ersten eigenen Rechner

Die Geschichte der Amiga Corporation war fertig – mit ein paar Bildern garniert, aber noch nicht mit allen Entscheidungen geklärt. Sollte Commodore wirklich sauber von Amiga getrennt behandelt werden? Eine Frage für später.

Dafür rückten die eigenen Rechner stärker in den Mittelpunkt. History Corner sollte nicht nur über Technik erzählen, sondern auch zeigen, was bei mir tatsächlich herumstand, lief, summte oder auf seine nächste Rettungsaktion wartete.

3Dfx erhält seine erste Geschichte

Die Geschichte von 3Dfx war nun fertiggeschrieben – zunächst noch als Rohfassung, die mit weiteren Fakten wachsen sollte. Schon damals war klar: Eine Seite über Computergeschichte ist nie wirklich fertig. Sie wird ergänzt, korrigiert und irgendwann hoffentlich klüger als am Vortag.

Welches Thema als Nächstes folgen sollte, war dagegen noch offen.