MansionManiax ist nicht über Nacht entstanden. Seine Geschichte begann 2008 als History Corner – zwischen eigenen Rechnern, HTML-Seiten, Familienalltag und dem festen Vorsatz, diesmal wirklich bald fertig zu werden.
Hier sammeln wir die Stationen dieser Reise: von den ersten Artikeln und Designexperimenten bis zum Neubeginn in WordPress und den Ideen, an denen MansionManiax heute weiterwächst.
Es hatte etwas gedauert, aber anders ging es nicht. Neben meinem kleinen Sohn und einer weiteren Seite war History Corner zunächst eher stiefmütterlich behandelt worden. Dann schenkten mir ausgerechnet Handwerker ein wenig Zeit – und plötzlich ging es weiter.
An diesem Tag entstanden zwei erste Seiten über 3Dfx. Die Bilder sollten später noch durch eigene Fotos ersetzt werden. Wichtiger war jedoch etwas anderes: Diese News-Rubrik kam hinzu, damit nicht nur ich selbst, sondern auch Besucher verfolgen konnten, wie History Corner Stück für Stück wächst.
Ganz nebenbei zog außerdem neue Hardware in die Sammlung ein: ein TI-99/4A mit Doppellaufwerk und Monitor, ein Commodore 1084S, zwei Amiga 500 und ein Telefunken Telespiel. Ein kleiner Anfang – aber eben der Anfang.
Die Geschichte von 3Dfx war nun fertiggeschrieben – zunächst noch als Rohfassung, die mit weiteren Fakten wachsen sollte. Schon damals war klar: Eine Seite über Computergeschichte ist nie wirklich fertig. Sie wird ergänzt, korrigiert und irgendwann hoffentlich klüger als am Vortag.
Welches Thema als Nächstes folgen sollte, war dagegen noch offen.
Die Geschichte der Amiga Corporation war fertig – mit ein paar Bildern garniert, aber noch nicht mit allen Entscheidungen geklärt. Sollte Commodore wirklich sauber von Amiga getrennt behandelt werden? Eine Frage für später.
Dafür rückten die eigenen Rechner stärker in den Mittelpunkt. History Corner sollte nicht nur über Technik erzählen, sondern auch zeigen, was bei mir tatsächlich herumstand, lief, summte oder auf seine nächste Rettungsaktion wartete.
Es hatte lange gedauert, bis es bei History Corner weiterging. Die Finanzkrise war daran eher unschuldig; der Nachwuchs hielt mich zuverlässig auf Trab. Daneben verlangten auch andere Projekte nach Aufmerksamkeit.
Aber Lucasfilm Games rief wieder. Die Unternehmensgeschichte wurde weitergeschrieben – zunächst mit dem festen Vorsatz, ihr künftig mehr Zeit einzuräumen. Ein Vorsatz, der im Internet bekanntlich ungefähr so standfest ist wie ein Joystick mit ausgeleierter Feder.
Die Geschichte von Lucasfilm Games und LucasArts nahm deutlich größere Ausmaße an als erwartet. Aus einer überschaubaren Recherche wurde eine Reise bis ins Jahr 1992 – und damit beinahe durch die gesamte klassische SCUMM-Adventure-Zeit.
Zusätzlich erhielt Ron Gilbert eine eigene kleine Abhandlung. Weitere Namen standen bereits auf der Liste. Es war einer dieser Momente, in denen ein Projekt freundlich daran erinnert, dass es seine eigenen Pläne hat.
Die verfügbare Zeit war knapper als erhofft, doch History Corner wuchs weiter. Peter Molyneux und Ron Gilbert zogen in die Rubrik der Einzelpersonen ein.
Gleichzeitig kamen Konsolen und Handhelds als eigener Bereich dazu – unterstützt von Lord of Heaven, dessen Sammelleidenschaft über die Jahre offenbar nicht völlig folgenlos geblieben war. Auch die Video-Rubrik wurde überarbeitet: Spiele, Entwickler und Jahre sollten dort künftig etwas mehr Ordnung in die schöne Unordnung bringen.
Die Geschichte von David Fox kam in die Rubrik der Einzelpersonen. Gleichzeitig fiel ein kleines, aber störendes Problem auf: Links im Fließtext vergrößerten die Zeilenabstände und ließen die Seiten unruhig wirken.
Die Lösung wurde erst einmal vertagt. Es gab schließlich genug Texte zu schreiben – und keine große Lust, sich ausgerechnet an diesem Tag vom Layout den Abend verderben zu lassen.
Die Apple-Geschichte wuchs um drei weitere Seiten, war aber noch längst nicht dort, wo sie sein sollte. Manche Themen nehmen sich eben mehr Raum, als man ihnen ursprünglich zugestanden hat.
Zugleich wurde aus dem Menüpunkt „Exponate“ schlicht „Computer“. Künftig sollten dort nicht nur Geräte aus der eigenen Sammlung stehen, sondern alle Rechner ihren Platz finden. Auch am Fließtext wurde nach und nach gearbeitet – denn einheitliche Texte lesen sich am Ende doch deutlich angenehmer als ein Sammelsurium aus verschiedenen Baustellen.
Es musste etwas geschehen, sonst würde History Corner nie richtig vorankommen. Also wurden viele andere Ideen erst einmal auf die lange Bank geschoben und ein neues Design in Angriff genommen.
Die Farben sollten an den BASIC-Bildschirm des C64 erinnern: kräftig, harmonisch und unverkennbar Retro. Auch Banner und Menü wurden überarbeitet; manches war schlicht nicht sinnvoll genug sortiert.
Nebenbei entstanden die ersten Rechnerseiten und Datentabellen. Die dazugehörigen Geschichten sollten nach und nach folgen. Mit der optimistischen Einschätzung, damit spätestens fertig zu sein, wenn der Sohn eingeschult würde und die Tochter die Vorschule besuchte. Es sah aber immerhin schon schnuckig aus.
Die Geschichte von Acorn war endlich unter Dach und Fach – nach drei Tagen, einigen Nerven und sehr viel Geduld. Zeit für ein anderes Thema also.
Dann fiel mit Schrecken auf, dass in der oberen Leiste der Punkt „Computer/Konsolen“ fehlte. Eine Kleinigkeit, könnte man meinen. Nur musste sie damals in jede einzelne HTML-Seite eingetragen werden.
Fünf Stunden später war auch das geschafft. Die ersten Rechner und Datentabellen standen bereit. Rückblickend war es eine ziemlich direkte Lektion darin, warum Content-Management-Systeme irgendwann keine bloße Spielerei mehr sind.
Die letzten Tage gehörten vor allem einem vernünftigen Kommentarsystem. Es funktionierte – bewusst ohne weitere technische Extras, die später auf Hunderten von Seiten hätten nachgetragen werden müssen.
Zusätzlich erhielt jede Seite einen Zeitstempel, damit sichtbar blieb, wann sie zuletzt überarbeitet worden war. Das Menü wurde neu sortiert, erste Beschreibungen für Rechner von Sega, Acorn und Sinclair kamen hinzu.
Die Informationen zusammenzutragen kostete Zeit. Aber genau das sollte History Corner sein: keine bloße Liste, sondern eine wachsende Sammlung von Geschichten, die Fehler notfalls auch wieder geradebiegt.
44 Computer und Konsolen waren inzwischen auf History Corner versammelt – eine stattliche Zahl für die kurze Zeit. Natürlich stand die magische 100 schon als nächstes Ziel im Raum. Ob sie tatsächlich bis zum Wochenende fallen würde, war eine andere Frage.
Neu hinzu kamen unter anderem Coleco Adam und Game Boy. Viel Zeit fraß außerdem die Geschichte von Lucasfilm Games beziehungsweise LucasArts; sie hatte noch immer kein wirkliches Ende gefunden und sollte später noch einmal überarbeitet werden.
Ein Muster begann sich abzuzeichnen: Die Seite wuchs schneller, als ihre Themen sich abschließen ließen.
In den Wochen zuvor war viel Arbeit in den internen Aufbau und die Struktur der Seite geflossen. Ein neuer Banner entstand – auch für Facebook – und nebenbei fanden weitere Systeme ihren Weg ins virtuelle Museum.
Mit dem Apple I kam ein besonders prominenter Rechner hinzu. Gleichzeitig begann die Recherche zur Geschichte von Apple. Schon damals war klar: Neben Commodore würde das kein leichter Brocken werden.
Auch die Video-Sektion wurde erneut überarbeitet. Ihr endgültiges Gesicht sollte sie allerdings noch nicht erhalten haben.
Die Geschichte von Apple reichte nun bis ins Jahr 2000. Ganz fertig war sie trotzdem noch nicht; das Wochenende sollte den Rest bringen. Ein klassischer History-Corner-Moment: Der große Teil war geschafft, der letzte Abschnitt natürlich noch nicht.
Aber die Richtung stimmte. Apple hatte seinen festen Platz auf der Seite – und der Text würde weiterwachsen, sobald die nächsten Quellen und Stunden zusammenfanden.
Nach längerer Zeit besaß nun jeder Buchstabe in der Rubrik „Computer und Konsolen“ mindestens einen Artikel. Die sichtbaren Lücken waren geschlossen – und damit ließ es sich endlich etwas beruhigter schlafen.
Fertig war die Sache natürlich nicht. Nun begann erst das Auffüllen, Ergänzen und Überarbeiten der einzelnen Bereiche. Aber das Grundgerüst stand.
Das nächste Update ließ etwas auf sich warten. Erst standen Renovierungsarbeiten in der Wohnung an, dann kam auch noch eine Magen-Darm-Geschichte dazu. Unter solchen Umständen schreibt sich selbst die beste Computergeschichte nur mäßig gut.
Danach sollte es wieder mit der gewohnten Geschwindigkeit weitergehen: mindestens ein Artikel pro Tag. Ein ambitionierter Plan – aber gerade deshalb ein sehr echter.
Nach längerem Tüfteln konnten Artikelbilder nun per Klick in ihrer Originalgröße geöffnet werden. Gerade bei Spielecovern und Systemfotos war das überfällig: Zu viele Details gingen bisher durch die notwendige Verkleinerung verloren.
Rund 70 Prozent der Seiten waren bereits umgestellt. Bei Artikeln mit mehreren Bildern sollte zusätzlich eine kleine Galerie zum Blättern folgen.
Dafür wurde der Artikel-Ausstoß erst einmal etwas gedrosselt. Jede neue Funktion bedeutete schließlich, dass bestehende Seiten nachträglich angepasst werden mussten. Erst die Technik, dann wieder die Texte.
Nach Jahren erhielt History Corner ein neues Logo. Das alte Banner passte einfach nicht mehr zu dem Aufwand, der inzwischen in der Seite steckte.
Gleichzeitig entstand der Wunsch, die Inhalte nicht nur deutschsprachigen Lesern zugänglich zu machen. Spanisch, Französisch und weitere Sprachen standen als Idee im Raum – inklusive passender Flaggen und einer kleinen Übersetzungsoffensive.
Auch inhaltlich wurde umgebaut: Der Bereich „Es war einmal …“ verschwand, dafür kamen Lexikon und Tipps hinzu. Beides sollte langsam, aber gründlich wachsen.
Wieder war mehr Zeit vergangen als geplant. Arbeit, Kindererziehung, Freundschaften und inzwischen auch die Fotografie verlangten ihren Platz.
Über Nacht entstand die Idee zu „Retrobabes“: Ein Kalenderprojekt mit Retro-Hardware, dessen möglicher Gewinn nach Abzug der Kosten einer Einrichtung für missbrauchte Kinder zugutekommen sollte. Dafür wurden noch ungewöhnliche Geräte gesucht – etwa ein Vectrex, ein Atari 7800 oder andere Exoten.
Und dann steht dort ein Satz, der heute fast wie eine kleine Zeitkapsel wirkt: History Corner suchte jemanden, der die Seite auf PHP oder WordPress umstellt. Mehr als zwölf Jahre später ist genau das Wirklichkeit geworden – nur heißt die Seite inzwischen MansionManiax.
Am 18. Januar 2025 entstand die erste Seite des neuen MansionManiax in WordPress.
Es war kein Umzug auf Knopfdruck. Keine alte History-Corner-Seite wurde einfach übernommen. Stattdessen begann alles noch einmal von vorn: Jede Seite, jeder Text und jede Struktur musste von Hand entstehen.
Der Wunsch aus dem Jahr 2014 war damit endlich erfüllt – nur anders als damals gedacht. Aus History Corner wurde MansionManiax. Nicht als Kopie der alten Seite, sondern als ihr Neubeginn.
MansionManiax ist inzwischen weit mehr als ein Neustart. Die Seite erhält ein eigenes Gesicht, neue Artikel, bessere Übersichten und kleine Details, die aus einer Sammlung langsam einen Ort machen.
Heute beginnt auch die Werkstatt: ein Blick hinter die Kulissen. Auf das, was sich verändert, was noch nicht ganz sitzt und warum manche vermeintlich kleine Idee plötzlich einen halben Abend beansprucht.
Der Kreis schließt sich damit auf schöne Weise. 2008 entstand bei History Corner eine News-Rubrik, damit Besucher den Fortschritt verfolgen konnten. 2026 erzählt MansionManiax diese Geschichte weiter.