Visual Technology – Visual 1083 / Commuter

Visual Technology - Visual 1083 / Commuter

In den frühen 1980ern gehörte der Hersteller Visual zu den führenden Top 5 Unternehmen für Büroterminals. Als die Ära des MS-DOS kompatiblen PCs begann, wollte Visual diesen Erfolg nutzen und entwickelte, in einer ausgegliederten Abteilung namens Visual Computer Incorporated, einen IBM PC kompatiblen Rechner, der zusammen mit ihren Terminals verkauft werden sollte.

Die Verantwortlichen hatten jedoch keine erfolgreiche Verkaufsstrategie entwickelt, die dem gut durchdachten Modell auch zur Ehre gereicht hätte. Um die enormen Kosten jedoch wieder einzuspielen, wechselte man zum Ende der Verkaufszeit den Vertriebsweg und bot den „Commuter“ genannten PC der Elektronik Handelskette DAK an: dieser Schritt entwickelte sich finanziell zu einem gewaltigen Desaster.

Mit dem Commuter (engl. Pendler) schuf Visual einen MS-DOS Entwurf, der zu den frühesten tragbaren IBM PC kompatiblen Rechner gezählt werden darf und für 1895 $ (inflationsbereinigt heute etwa 5700 €) den Besitzer wechselte. Ein abnehmbares LC Display (80x16 Zeichen) war optional ebenso verfügbar wie auch ein Anschluss für Monochrom Monitore (80x25 Zeichen). Beide Darstellungsarten konnten allerdings nur Text liefern, grafische Ausgaben wurden dem Anwender verwehrt. Als Prozessor war der alte Bekannte Intel 8088 mit den ebenso typischen 4,77 MHz vertreten. Diesem standen 128 KByte RAM zur Verfügung der bis zu 512 KByte erweitert werden konnte.

Zur Speicherung standen zwei 5,25“ FDD Laufwerke mit 360 KByte Fassungsvermögen zur Verfügung. Für die Erweiterbarkeit besaß der Commuter zwei Expansion Ports, einen Async Port, Parallel Port, sowie die Monitoranschlüsse. Als Betriebssystem fungierte MS-DOS 2.11, das bereits mit länderspezifischen Zeichensätzen zurechtkam.

In seiner Verkaufszeit wurden minimale Änderungen am Commuter vorgenommen. 1985, also zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung bekam der LC Display eine Erweiterung, mit der statt 16 nun 24 Zeilen mit jeweils 80 Zeichen dargestellt werden konnten. Dennoch sorgte das Display weiterhin für Ärger: es existierte lediglich eine Einrastposition! Individuelle, blickwinkelabhängige Einstellungsmöglichkeiten waren damit nicht gegeben und führten bei Benutzern jenseits der üblichen Konfektionsgrößen sicherlich zu manch skurrilen Sitzpositionen.

Gemini Challenger

Gemini Challenger

Der britische Hersteller Gemini war zuvor eher für Computer mit Zilog Z80 Prozessoren bekannt geworden, die meist ausschließlich in speziellen Aufgabengebieten verwendet wurden. Mit dem Challenger stellte man sich wohl selbst eine neue Herausforderung. Geplant wurde das neue Modell für den Schulsektor, allerdings vergaß man dies den Verkäufern mitzuteilen, die davon erst am Tage des Verkaufes erfuhren. Gemini Microcomputers wechselte die zuvor bekannte unternehmenseigene 80-Bus Architektur ebenso wie auch den Hauptprozessor, der nun von Motorola stammte und auf den Namen 68000 hörte. Ein 8bit Prozessor war 1985 ohnehin kein Verkaufsargument mehr. Der Bus 80 wurde nun durch den 68k Bus ersetzt, der speziell auf die CPU zugeschnitten wurde und 16bit breit war. Später erschien sogar eine 32bit Variante, als mit dem Motorola 68020 auch der passende Prozessor zur Verfügung stand. Der 68000er arbeitete mit der für diese CPU hohen Taktfrequenz von 12 MHz. 512 KByte Arbeitsspeicher standen dem Anwender von Beginn an zur Verfügung, sowie vier Steckplätze mit voller 16bit Anbindung.

Auch der Grafikbereich war für die damalige Zeit enorm gut bestückt. Die bereits vorhandenen Chips konnten bis zu 16 Millionen Farben darstellen. Die maximale Auflösung lag bei 768 x 576 Pixel, allerdings konnten dann nur noch 16 Farben genutzt werden. Gemini bot eine optionale Grafikkarte an, die zwei freie Steckplätze benötigte. Diese lieferte dann 64 Farben bei einer Auflösung von 1024 x 1024 Pixel. Für diese Zeit zweifelsfrei Traumwerte, die man in dem biederen PC ähnlichen Gehäuse sicherlich nicht vermutete. In diesem war zudem als Massenspeicher ein 1,2 MByte 5,25“ Floppy Laufwerk verbaut. War mehr Platz notwendig, konnte auf die interne Festplatte zugegriffen werden, die wahlweise zwischen 20 – 70 MByte groß war.

Interessant war Geminis Angebot an verfügbaren Betriebssystemen. Statt ein OS als Standard beizufügen, konnte der Anwender aus einer kleinen Palette wählen:

  • CP/M 68k war mit Sicherheit das bekannteste OS, das für den Challenger verfügbar war. Durch die weite Verbreitung war eine große Anzahl an Programmen verfügbar.
  • MBOS war speziell als Multi-User-Betriebssystem für Businesskunden ausgelegt.
  • Mirage fand bereits auf den Computern von Texas Instruments (TI-83/84) eine Verbreitung.
  • TDI p-System stellte eine britische Version der PASCAL-Implementierung UCSD Pascal dar, die in erster Linie entwickelt wurde, um die Großrechenanlagen der Universität zu entlasten, aber auch zur Unterstützung der Programmierausbildung. Neben dem Apple II und dem Texas Instruments TI-99/4A nutzte kein Homecomputer dieses Betriebssystem.

Gemini war sich wohl selbst nicht sicher, auf welches OS sie nun setzen sollten und machten es dem Anwender sehr einfach: statt eines zu wählen, konnten alle auf unterschiedlichen Partitionen installiert werden.
Trotz der außerordentlich guten Leistungen des Systems und der freien Wahl des Betriebssystems konnte sich Gemini mit dem Challenger nicht behaupten, weder auf dem angepeilten Schulsektor noch auf dem Businessmarkt. Der Grund war die dürftige Verbreitung der Betriebssysteme, vom CP/M 68k mal abgesehen. Jedoch hatte CP/M in diesen Tagen selbst einen schweren Stand gegenüber MS-DOS, dass immer mehr Verwendung fand. Auch der neu entwickelte 68k Bus wurde nicht von anderen Herstellern lizensiert und starb ebenfalls recht schnell aus. Das Hauptargument war wohl der Preis, der jeglichen Rahmen sprengte: zwischen 4.750 und 9.500 £ musste der geneigte Interessent auf die Tresen legen. Gemini hatte sich übernommen und zwei Jahre nach der Präsentation des Systems verschwand nicht nur der Challenger, sondern auch das Unternehmen.

Hewlett Packard HP-150

Hewlett Packard HP-150

Mit dem HP-150 versuchte das Unternehmen einen benutzerfreundlichen Office-Rechner zu produzieren, der mit einem System arbeitete, das zwar auf MS-DOS (in den speziellen Versionen 2.01, 2.11 und 3.20) basierte, jedoch zu einem IBM-PC nicht kompatibel war. Innovativ hingegen war die berührungsempfindliche Steuerung über den Bildschirm und den Funktionstasten, die die meisten Kommandos innehatten. Der HP-150 war damit einer der ersten Touchscreen fähigen Computer für den Markt. Damit konnten schnell neue Programme erstellt werden. Der 9"-Monitor war nicht wirklich berührungsempfindlich, sondern reagierte auf Infrarottransmitter und -empfänger, die um den Bildschirm positioniert waren. Diese konnten Finger oder Eingabe Stift recht gut erfassen. Erdacht hatte sich das System Hewlett Packard France.

Auch wenn, wie hier beschrieben, der Rechner ein All-in-One-Gehäuse hatte, stimmte das nicht ganz. Wie bei den iMacs war der Rechner im Monitorgehäuse verarbeitet, lediglich, die Floppy Laufwerke und die optionalen Festplatten waren im unteren Teil des Rechners zu finden. Im Grunde war der HP-150 der Nachfolger des HP-120, der noch mit CP/M lief, dafür aber eine größere Softwareauswahl hatte. Beide benutzten den gleichen Monitor, sowie das Gehäuse. Im Grunde war der gesamte Rechner eine weltweite Produktion, das Gehäuse stammte von Matsuhita aus Japan (bekannt für oder durch ihre Tochterfirmen Panasonic, Technics und Sanyo als Beispiel...), die Tastatur kam auch aus Asien, jedoch aus Singapur. Zusammengestellt wurde das Ganze natürlich unter amerikanischer Aufsicht in den US Sunnyvale & Corvallis Fabriken...oder in Grenoble (in Frankreich).

Zur Oberflächensteuerung kam der Personal Application Manager (kurz: PAM) zum Zuge, und nicht, wie bei einem MS-DOS-ähnlichen System gedacht, eine Kommandozeile. Vorteilhaft war hier dabei die Bedienung via Finger auf dem Bildschirm, die es auch ermöglichten direkt im PAM Programme mit Fingersteuerung zu installieren, Disketten zu formatieren oder die Peripherie anzusteuern. Als Laufwerke besaß der HP-150 bis zu zwei 3,5" Laufwerke (namens 9121D und hatten dies Ausmaße eines Telefonbuches...eines Berliners und nicht das der Dorfgemeinde nebenan) und war in dieser Hinsicht ungewöhnlich, statteten die meisten Hersteller ihre Systeme damals eher mit 5,25"-Laufwerken aus. Kamen anfangs noch Laufwerke mit einer Kapazität von 270 KByte auf den Markt, wurden diese später durch 720 KByte-Laufwerke ersetzt...ob die Erstkäufer hierbei ein Upgrade-Programm nutzen konnten, die die Laufwerke austauschten (wenn, dann wahrscheinlich gegen Aufpreis) ist mir unbekannt. Man konnte jedoch auch einen HP-150 mit zwei integrierten Festplattenmit einer Kapazität von 5 - 15 MByte ordern (das System nannte man dann Touchscreen MAX).
Ebenso erfreulich war die Steigerung der Taktrate, gegenüber einem Standart-IBM-PC, der ebenfalls einen Intel 8088 besaß, jedoch statt 8 nur 4,77 MHz besaß. Auch sonst war der Rechner erweiterungsfreudig und ermöglichte die Nutzung diverser Steckkarten oder Speichererweiterungen, die das System dann auf maximal 640 KByte aufrüstete. Jedoch war ihm die Nutzung eines mathematischen Co-Prozessors (Intel 8087) versagt, dies aufgrund des vorhandenen Platzmangels auf dem Mainboard.

Xerox 860

Xerox 860

Die frühen Computertage waren immer wieder für eine Überraschung gut. Beispielsweise stellte Xerox mit dem Modell 860 eine Maschine vor, die scheinbar in keine Schublade passte. Obwohl die Komponenten eindeutig auf einen Computer schließen ließen, war seine Hauptaufgabe die Textverarbeitung, auch wenn heute noch viele Anwender aus der damaligen Zeit dem widersprechen. Der Monitor ist jedoch ein wichtiges Indiz für die Theorie der Textverarbeitung. Dieser stand um 90° angewinkelt und glich nun eher einer DIN A4 Seite. Zudem sollte erwähnt werden, dass Xerox selbst das Produkt als Textverarbeitungscomputer angepriesen hatte. Das der Xerox 860 jedoch auch andere Aufgaben bewerkstelligen konnte, steht auf einem anderen Blatt). 70 Zeilen mit 102 Zeichen standen dem Anwender zur Verfügung. Dabei war der Text schwarz auf weißem Hintergrund. Optional konnten die Einstellung invertiert werden. Der 860 beherrschte nur den reinen Textmodus und konnte keine Grafiken einbinden.

128 KByte RAM standen für die Datenverarbeitung zur Verfügung. Waren die Texte länger oder sollten sie später weiterverarbeitet werden, konnten diese auf 8“-Floppydisketten gespeichert werden. Xerox verbaute zwei dieser Massenspeichermonster im System. Disketten konnten dabei mit maximal 600 KByte beschrieben werden, dies reichte gewöhnlich für bis zu 560 Seiten. Das Modell 860 war auch netzwerkfähig (Ethernet). Insgesamt drei Modelle konnten gemeinsam im Verbund arbeiten. Im Paket war zusätzlich ein Diablo Printer enthalten. Dieser arbeitete bidirektional und hatte eine Geschwindigkeit von bis zu 40 Zeichen pro Sekunde. Maximal 20 Seiten konnten in einer Druckerwarteschlange geparkt und nacheinander abgearbeitet werden. Mit späteren Versionen war es zudem möglich via Netzwerk die Textdokumente per Email weiter zu versenden. Als „Betriebssystem“ kam eines der ersten WYSIWYG (What you see is what you get) Textverarbeitungsprogramme zum Zuge. BravoX, das 1972 für den Xerox Alto entwickelt worden war, ist der Stammvater aller modernen Textprogramme, beispielsweise Word.

Dennoch hatte der 860 einen schweren Stand. In einer Zeit, in der die Homecomputer immer mehr Boden gewannen und leistungstechnisch immer weiter fortschritten, konnte eine reine Textverarbeitung nicht lange bestehen. Auch der brachiale Preis von 14.000 $ (inflationsbereinigt 2024 etwa 40.000 Euro!) half dem System nicht wirklich weiter. Große Firmen, aber auch die US Navy setzten dennoch eine Zeit auf diese Systeme.

Archimedes A5000

Archimedes A5000

Acorn A5000

1991 stellte Acorn der Öffentlichkeit eine weitere Variante der Archimedes-Produktreihe vor, auch wenn der Name des berühmten Mathematikers nun nicht mehr explizit genannt wurde. Der A5000 sollte mittelfristig den bisherigen Spitzenreiter, den A540, ablösen. Sein größeres Gehäuse wirkte wuchtiger und unterstrich seine Position als leistungsstarkes Arbeitspferd. Das Design erinnerte zunehmend an den Amiga 2000, was dem professionellen Anspruch des Geräts gerecht wurde. Die Erweiterungsmöglichkeiten blieben im Vergleich zum A540 unverändert: Es war weiterhin möglich, das System mit bis zu vier Steckkarten auszubauen.

Als Hauptprozessor setzte Acorn auf den ARM3, der zuvor bereits im Acorn A4 Laptop seine Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt hatte. Spätere Modelle waren mit bis zu 33 MHz getaktet und stellten zu dieser Zeit die schnellste verfügbare Variante dar. Dem ARM3 standen drei speziell entwickelte Chips zur Seite: der MEMC (Memory Controller) für den Speicher, der VIDC (Video and Sound Controller) für die audiovisuelle Ausgabe und der IOC (Input/Output Controller) für die Ein- und Ausgabe.

Der A5000 wurde mit einem VGA-kompatiblen Ausgang ausgestattet. Da jedoch auch Bildschirmauflösungen mit einer Zeilenfrequenz von 15 kHz unterstützt wurden, konnten nicht alle Monitore problemlos angeschlossen werden. Ähnlich dem Amiga-Konzept besaß der Archimedes eine Farbpalette mit 4096 Farben, von denen 256 gleichzeitig bei einer Auflösung von 640 × 256 Pixeln dargestellt werden konnten. In der höchsten Auflösung von 800 × 600 Bildpunkten waren maximal 16 Farben gleichzeitig darstellbar.

Der A5000 war für seine Vielseitigkeit bekannt und bot eine Reihe von Erweiterungsmöglichkeiten. Neben den vier internen Steckplätzen für Erweiterungskarten standen auch externe Schnittstellen für Peripheriegeräte zur Verfügung. Dazu gehörten unter anderem:

  • SCSI-Erweiterungskarten, die den Anschluss von Festplatten und CD-ROM-Laufwerken ermöglichten
  • Ethernet-Karten, die den A5000 netzwerkfähig machten, was insbesondere in Bildungseinrichtungen und Unternehmen von Vorteil war
  • Digitale Signalprozessoren (DSPs) zur Verbesserung der Audioverarbeitung
  • Second Processor Modules, die eine zusätzliche CPU für komplexe Rechenaufgaben bereitstellten
  • Genlock-Karten, mit denen Videoüberlagerungen für den professionellen Einsatz erstellt werden konnten

Als Massenspeicher konnten erstmals handelsübliche IDE-Festplatten genutzt werden, wodurch sich die Kosten für Speichererweiterungen erheblich reduzierten. Dennoch existierten zahlreiche SCSI-Steckkarten, die den Betrieb von CD-ROM-Laufwerken und weiteren Peripheriegeräten ermöglichten. Zusätzlich unterstützte das System 3,5-Zoll-Disketten mit Kapazitäten von 800 KB, 1,44 MB oder 1,6 MB.

Acorn bot zudem eine Vielzahl an offiziellen Peripheriegeräten an, darunter Drucker, externe Festplatten, Mäuse, Joysticks und sogar Grafiktabletts.

Als Betriebssystem kam RISC OS 3 zum Einsatz, das im ROM fest integriert war und somit extrem schnell geladen werden konnte. Im Vergleich zum Vorgänger RISC OS 2 vervierfachte sich der Speicherbedarf auf 2 MB. Die überarbeitete Version verbesserte das Multitasking erheblich und enthielt zahlreiche nützliche Programme, die zuvor erst nachträglich installiert werden mussten. Dazu gehörten:

  • Ein überarbeiteter Desktop, der erstmals Drag-and-Drop-Funktionen bot
  • Erweiterte Druckertreiber, die eine breitere Palette an Druckern unterstützten
  • Ein verbesserter Dateimanager, der den Zugriff auf externe Speichermedien erleichterte

Trotz der Verbesserungen war das System nicht fehlerfrei. Acorn veröffentlichte bereits wenige Monate nach der Markteinführung Version 3.1, die zahlreiche Fehlerbehebungen enthielt und in späteren A5000-Modellen vorinstalliert wurde.

Der Acorn A5000 wurde von der Fachpresse weitgehend positiv aufgenommen. Besonders gelobt wurden die hohe Geschwindigkeit des ARM3-Prozessors, die verbesserte Grafikleistung und die umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten. Die britische Zeitschrift Acorn User schrieb in ihrer Ausgabe von Dezember 1991: "Der A5000 ist das leistungsstärkste und vielseitigste System, das Acorn je veröffentlicht hat. Seine Leistung übertrifft die der meisten Konkurrenten in seiner Preisklasse, und die Unterstützung für Standard-IDE-Festplatten macht ihn endlich auch für den Massenmarkt erschwinglich." Die Zeitschrift Byte lobte die überarbeitete Benutzeroberfläche von RISC OS 3 und verglich sie mit frühen Versionen von macOS: "Acorns RISC OS 3 ist ein großer Schritt nach vorne. Die Benutzeroberfläche ist intuitiver als viele der aktuellen PC-Betriebssysteme und bietet ein angenehmes Nutzungserlebnis, das in dieser Form sonst nur Apple-Nutzer kennen." Kritik gab es jedoch an der Softwarekompatibilität. Viele Programme, die für ältere Archimedes-Modelle entwickelt wurden, liefen nicht ohne Anpassungen auf dem neuen System. Dies betraf insbesondere Spiele und spezialisierte Business-Software.

Der A5000 wurde vor allem in Bildungseinrichtungen und Universitäten eingesetzt, fand aber auch seinen Weg in viele Unternehmen. Die Verkaufszahlen blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück, insbesondere weil der Markt für RISC-Computer außerhalb Großbritanniens relativ begrenzt war. Schätzungen zufolge wurden zwischen 15.000 und 20.000 Einheiten verkauft, was zwar respektabel war, aber nicht ausreichte, um Acorn langfristig als Konkurrenten zu IBM-kompatiblen PCs oder dem aufkommenden Macintosh LC zu etablieren. In Großbritannien konnte der A5000 dennoch einige bedeutende Erfolge verbuchen. Viele Schulen und Hochschulen setzten das System aufgrund seiner stabilen Architektur und der einfachen Wartung ein. Die britische Regierung förderte in den frühen 1990er-Jahren den Einsatz von Acorn-Computern im Bildungswesen, was die Verkaufszahlen unterstützte.

Zum Verkaufsstart im Jahr 1991 kostete der A5000 ohne Festplatte 999 britische Pfund, was inflationsbereinigt etwa 2.595 Euro (Stand 2025) entspricht. Die Variante mit einer Festplatte verteuerte sich um weitere 500 Pfund, was heute rund 1.300 Euro zusätzlich bedeuten würde. Damit lag der A5000 preislich in einem Bereich, der für Privatanwender kaum erschwinglich war, aber für Bildungseinrichtungen und Unternehmen attraktiv blieb. Der Acorn A5000 war ein technisch beeindruckender Computer mit einer starken Prozessorleistung, einer leistungsfähigen Benutzeroberfläche und umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten. Dennoch verhinderten hohe Preise, eine begrenzte Softwarebibliothek und die wachsende Dominanz von IBM-kompatiblen PCs einen größeren kommerziellen Erfolg. Heute gilt der A5000 als eines der letzten großen Werke Acorns, bevor das Unternehmen sich zunehmend aus dem Hardware-Geschäft zurückzog.

Trotz seiner begrenzten Marktverbreitung bleibt der A5000 in der Computergeschichte ein bemerkenswertes Beispiel für die Innovationskraft von Acorn und die Leistungsfähigkeit der ARM-Architektur, die später die Grundlage für Milliarden von mobilen Geräten weltweit bilden sollte.

Der Apple I

Apple I

Der Apple I war einer der ersten vollwertigen Computer, die man über eine Tastatur steuern konnte und die für den Massenmarkt geeignet waren. Neben dem Sol-20 war er auch der erste Computer, der mit einem Video-Display-Terminal ausgestattet war, sodass er einen Composite-Monitor oder Fernseher als Ausgabegerät nutzen konnte. Neue Entwicklungen im Computerbereich inspirierten Steve Wozniak, einen eigenen Rechner zu bauen. Zu dieser Zeit waren nur zwei Prozessoren hierfür geeignet: der Intel 8080 und der Motorola 6800. Wozniak bevorzugte den Motorola-Prozessor, aber aus finanziellen Gründen kamen beide nicht in Frage. Er wusste jedoch, dass in Zukunft passende Prozessoren auf den Markt kommen würden, also begann er, am Reißbrett zu arbeiten. Ende 1975 stellte MOS Technology den MOS 6502 vor, einen 8-Bit-Mikroprozessor, der alle Eigenschaften hatte, die Wozniak brauchte. Der Preis war ebenfalls unschlagbar: Für nur 25 $ war der Chip deutlich günstiger als die Konkurrenz. Außerdem war er weitgehend mit seinem favorisierten Motorola-Prozessor kompatibel. Wozniak begann sofort, eine Version von BASIC zu schreiben und den Computer auf Basis dieses Codes weiterzuentwickeln.

Bereits am 1. März 1976 hatte Wozniak einen ersten Entwurf fertig und bot ihn fünf Mal seinem früheren Arbeitgeber Hewlett Packard an. HP lehnte jedoch jedes Mal ab. Also präsentierte er im Juli 1976 einen Prototyp des Computers im Homebrew Computer Club in Palo Alto, der von Gordon French und Fred Moore nur wenige Monate zuvor gegründet worden war. Der Prototyp erregte sofort großes Interesse. Besonders Steve Jobs war begeistert und schlug Wozniak vor, ein Unternehmen zu gründen. Zunächst war Wozniak skeptisch, denn er wollte die Schaltpläne des Computers kostenlos zur Verfügung stellen. Doch Jobs überzeugte ihn mit dem Argument, dass sie ihren Enkeln später erzählen könnten, sie hätten ein Unternehmen gegründet.

Das Mainboard des Computers war mit über 60 Chips ausgestattet. Die Bedienung war einfach, da eine Tastatur statt Kippschalter verwendet wurde. Außerdem konnte die Ausgabe des Computers auf einem Monitor oder Fernseher angezeigt werden, statt auf den kleinen LEDs wie beim Altair. Allerdings war die Ausgabe mit nur 60 Zeichen pro Sekunde sehr langsam. Zu Beginn gab es jedoch ein großes Problem bei der Vermarktung des Produkts. Paul Terrell, der Besitzer eines Computershops, war daran interessiert, den Computer zu verkaufen. Aber zu dieser Zeit hatte der Apple I noch kein Gehäuse, geschweige einen Monitor, Netzteil oder eine Tastatur. Terrell sagte den Gründern, dass er den Computer nur verkaufen würde, wenn es als vollständiges Paket angeboten würde. Er verlangte zudem, dass ein Kassetten-Interface zur Datenspeicherung entwickelt wurde, was Wozniak dann auch tat.

Drei Monate nach der ersten Vorführung konnte man den Apple I für 666,66 $ kaufen (dieser Preis kam von Wozniaks Vorliebe für gleichmäßige Zahlen), wobei Computer, die über andere Verkaufswege angeboten wurden, für 500 $ verkauft wurden. Insgesamt konnte das kleine Unternehmen etwa 200 Geräte produzieren. Möchte man heute zum kleinen, aber exklusiven Preis der Apple 1 Nutzer gehören, sollte man auf den einen oder anderen Restaurantbesuch verzichten, zumindest für die nächsten Jahrzehnte. Versteigerte das renommierte Auktionshaus Christie's 2010 ein Exemplar für lumpige 157.000 Euro, ist der Wert nun ein wenig gestiegen: das Henry Ford Museum war 2014 gewillt für ein Gerät  zu bezahlen.

Didaktik Gama

Didaktik Gama

Etliche Nationen des Ostblocks schienen das Potenzial der Computerbranche besser verstanden zu haben als so mancher westeuropäische Staat. Dies lässt sich nur damit erklären, dass hier eine große Anzahl unterschiedlicher Computer entwickelt wurde, die den Bürgern das neue Medium näherbrachten. Es ist jedoch zu beachten, dass in diesen Ländern Urheberrechte offenbar nicht immer ernst genommen wurden (insbesondere, wenn diese Rechte in Westeuropa lagen), weshalb zahlreiche Modelle auf westeuropäischen Computern basierten oder komplette Nachbauten darstellten – nur eben ohne Lizenz.

Dieser slowakische Computer entstand 1987 bei Didaktik Skalica Ltd. und war ein nicht vollständiger Nachbau des Sinclair Spectrums. Er besaß jedoch von Anfang an 80 KB RAM, was eine interessante Entscheidung war, da der Zilog Z80 Prozessor nur 64 KB RAM direkt adressieren konnte. Das Problem wurde durch Bankswitching umgangen. Bei diesem Verfahren wird der Speicherbereich "umgeschaltet", sodass der Anwender auf die zusätzlichen 32 KB zugreifen konnte. Das Gehäuse verfügte über eine LED, die aufleuchtete, wenn der alternative Speicherbereich verwendet wurde. Der verwendete Speicher stammte nicht aus Japan, sondern war russischer Herkunft. Während seiner Lebenszeit wurden drei Gama-Versionen entwickelt:

  • Die erste Version des Gama, die 1987 erschien, hatte ein schwarzes Gehäuse und wurde später auch als Gama '87 bezeichnet. Allerdings stellte sich heraus, dass diese Version einen schwerwiegenden Fehler aufwies, der dazu führen konnte, dass der Computer bei einem Bank-Switch-Vorgang abstürzte.
  • 1988 erschien eine weitere Version, die durch ein graues Gehäuse auffiel und den Anwender deutlich darauf hinwies, dass es sich nicht mehr um das Gama '87 handelte. Bei diesem Modell hatte Didaktik den Bank-Switch-Fehler behoben, jedoch traten noch andere Fehler auf.
  • Der Gama '89, der 1989 erschien, sollte schließlich auch die letzten Fehler im ROM beseitigen. Zudem wurde die Platine überarbeitet, um die Kompatibilität mit dem echten Spectrum zu verbessern. Dieses Modell war so stabil, dass es ohne weitere Änderungen bis 1992 produziert wurde.

Spectravideo

Spectravideo

Spectravideo, ursprünglich 1981 unter dem Namen Spectravision in Kalifornien gegründet, begann als Entwickler und Hersteller von Videospielen und Zubehör für populäre Konsolen wie das Atari 2600 und den Commodore VIC-20. Gegründet von Harry Fox und Oscar Jutzeler, zeichnete sich das Unternehmen durch eine klare Vision aus: innovative, benutzerfreundliche Produkte zu entwickeln, die das Spielerlebnis revolutionieren sollten.
Eines der bekanntesten Produkte von Spectravideo war der QuickShot-Joystick, der durch sein ergonomisches Design und die damals bahnbrechende Autofeuer-Funktion die Branche prägte. Harry Fox ließ sich vom Feedback der Spieler inspirieren, die über Handgelenkschmerzen nach langen Gaming-Sessions klagten. In einem Interview erinnerte sich ein ehemaliger Entwickler: "Wir hörten zu, was die Spieler brauchten. Der QuickShot war mehr als ein Zubehör; er war eine Lösung. Harry hatte diese fast missionarische Überzeugung, dass Gaming-Zubehör besser sein musste – sowohl für die Performance als auch für den Komfort." Ein besonders denkwürdiger Moment war die Markteinführung des QuickShot, bei der Fox den Joystick selbst auf einer Messe präsentierte. Dort stellte er die Autofeuer-Funktion mit den Worten vor: "Jetzt können Gamer ihre Gegner zerstören, ohne selbst zerstört zu werden."

1983 wagte Spectravideo den Schritt in den Heimcomputermarkt und brachte die Modelle SV-318 und SV-328 heraus. Diese Geräte waren technologisch fortschrittlich und gelten als Vorläufer des japanischen MSX-Standards, der später in Asien und Europa populär wurde. Spectravideo war aktiv an der Standardisierung beteiligt und baute engere Verbindungen zu asiatischen Märkten auf. Der SV-318 war ein kompakter Heimcomputer, der sich durch Benutzerfreundlichkeit und ein ansprechendes Design auszeichnete. Er war mit einem Zilog Z80-Prozessor ausgestattet, der damals in vielen populären Computern zum Einsatz kam. Mit 16 KB RAM (erweiterbar auf 32 KB) und einer BASIC-Programmiersprache war der SV-318 vor allem für Einsteiger und Hobby-Programmierer interessant. Eine der besonderen Eigenschaften des SV-318 war die Integration einer joystickbasierten Steuerung, die den Gaming-Aspekt des Computers betonte. Zudem ermöglichte das System eine einfache Erweiterung durch Module, was es für Bastler und Technikbegeisterte attraktiv machte. Ein Entwickler erklärte in einem Interview: "Wir wollten einen Computer schaffen, der für jedermann zugänglich ist – egal ob Schüler, Eltern oder Gamer. Der SV-318 war unser Versuch, Technik und Spaß zu verbinden."

Der SV-328 war eine technisch aufgerüstete Version des SV-318 und richtete sich an anspruchsvollere Nutzer. Mit 64 KB RAM und einer verbesserten Tastatur wurde er schnell als leistungsfähiger und vielseitiger Heimcomputer wahrgenommen. Der SV-328 bot außerdem eine höhere Grafikauflösung und bessere Soundfähigkeiten, was ihn besonders bei Hobby-Entwicklern und Gamern beliebt machte. Ein Highlight des SV-328 war seine Kompatibilität mit MSX-Software. Obwohl er nicht vollständig dem MSX-Standard entsprach, legte seine Hardware die Grundlage für den späteren Standard. Diese frühe Nähe zum MSX-System war ein strategischer Vorteil, insbesondere in Japan, wo MSX bald zu einem bedeutenden Computerformat avancierte. Ein technischer Berater aus jener Zeit berichtete: "Das MSX-System war ein Versuch, Ordnung in ein chaotisches Marktumfeld zu bringen. Unsere Modelle, SV-318 und SV-328, waren darauf ausgelegt, das Beste aus beiden Welten zu vereinen: amerikanische Innovation und japanische Präzision." Ein humorvoller Moment war, als das Team bemerkte, dass die Tastatur des SV-328 auf Japanisch das Wort für "schwierig" ähnelte. Das Team scherzte, dass dies ein passender Name sei, da der Marktstart alles andere als einfach war.

Spectravideo stand jedoch unter starkem Druck durch größere Konkurrenten wie Commodore und Atari. Trotz der innovativen Produkte und einer engagierten Belegschaft konnten die finanziellen Herausforderungen nicht überwunden werden. Ein ehemaliger Marketing-Mitarbeiter erklärte:
"Unser Problem war nie die Innovation – es war die Größe des Marktes und die Dominanz unserer Konkurrenten. Wir waren ein kleines Team mit großen Ideen, aber oft fehlte uns das Kapital, um diese umzusetzen." 1988 musste das Unternehmen schließen. Dennoch überlebte die Marke QuickShot und wurde in den Folgejahren von anderen Unternehmen weitergeführt. Obwohl Spectravideo nur kurz auf dem Markt war, hinterließ das Unternehmen einen bleibenden Eindruck. Der QuickShot-Joystick gilt bis heute als Meilenstein in der Entwicklung von Gaming-Zubehör, und die Heimcomputer trugen zur Entstehung des MSX-Standards bei. Ein ehemaliger Angestellter fasste es so zusammen: "Spectravideo war eine Familie von Träumern und Tüftlern. Wir hatten vielleicht nicht die Größe unserer Konkurrenten, aber wir hatten Herz und die Überzeugung, dass wir die Welt des Gamings verändern könnten. Und das haben wir – zumindest ein kleines bisschen."

VDP80

VDP80

Data Soft stellte mit dem VDP80 einen französischen Lizenzbau des IMSAI VDP80 vor, eines der ersten kommerziell erfolgreichen Personal Computersysteme weltweit. Der IMSAI VDP80 markierte einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung der Computertechnologie, insbesondere für kleine Unternehmen und Bildungseinrichtungen, die nach erschwinglichen und flexiblen Lösungen suchten. Obwohl der VDP80 einige Unterschiede zum Original aufwies, blieb er in vielen Aspekten seiner Zeit voraus und brachte innovative Konzepte in den europäischen Markt. Anders als das ursprüngliche Modell war der VDP80 nur mit 32 KByte Arbeitsspeicher ausgestattet. Dieser konnte jedoch auf 64 KByte aufgerüstet werden, was ihn flexibel für die damals populären Anwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder einfache Datenbanken machte. Besonders hervorzuheben war das doppelseitige DD-Doppel-Floppy Laufwerk im 8-Zoll-Format – eine Seltenheit im Jahr 1977. Mit einer Kapazität von bis zu 1,2 MB pro Diskette bot dieses Laufwerk eine bemerkenswerte Leistung, vor allem im Vergleich zu alternativen Speichermethoden wie Lochkarten oder Bandlaufwerken. Der Begriff „Floppy Disk“, der sich auf die flexible Magnetscheibe im Inneren bezog, war treffend gewählt, insbesondere bei den großen 8-Zoll-Varianten, die eine Magnetscheibe von über 20 cm Durchmesser enthielten.

Eine oft erzählte Anekdote beschreibt die Vorführung des VDP80 auf einer frühen Computermesse in Paris. Während der Präsentation des Geräts fiel plötzlich der Strom aus, und die Organisatoren gerieten in Panik. Doch der Vertreter von Data Soft nutzte die Gelegenheit, um die „modulare Bauweise“ des VDP80 zu demonstrieren. Er öffnete das Gehäuse und erklärte mit Taschenlampe in der Hand ausführlich die interne Architektur des Systems, was das Publikum beeindruckte. „Das war vielleicht nicht unser Plan, aber die Leute waren begeistert von der Technik unter der Haube“, erinnerte sich der damalige Marketingdirektor in einem Interview. Ein weiteres bekanntes Detail ist die Geschichte eines Unternehmers, der den VDP80 in seinem Büro installierte und entdeckte, dass der Computer aufgrund seines Gewichts und der Vibrationen des eingebauten Floppy Laufwerkes seinen Schreibtisch buchstäblich „wandern“ ließ. „Ich musste Filzgleiter anbringen und den Schreibtisch an die Wand schrauben, damit mein Büro nicht umdekoriert wird“, scherzte der Unternehmer später. Diese Anekdote verdeutlicht nicht nur das Gewicht des Systems, sondern auch die Herausforderungen, die frühe Computerbenutzer bewältigen mussten.

Ein anderer bemerkenswerter Aspekt war die unorthodoxe Platzierung der ROM-Chips. Diese befanden sich nicht wie üblich auf dem Motherboard – das damals in der Fachsprache oft „Mutterplatine“ genannt wurde –, sondern teilweise auf der Grafikkarte und dem Diskettencontroller. Diese Verteilung erleichterte zukünftige Hardware-Upgrades und eröffnete neue Möglichkeiten bei der Systementwicklung. Die Grafikkarte selbst war ebenfalls beeindruckend. Sie ermöglichte die Darstellung von 80 Zeichen pro Zeile bei 24 Zeilen und bot zusätzlich die Möglichkeit, das monochrome Bild zu invertieren. Die 256 programmierbaren Zeichen erlaubten rudimentäre Grafiken, die für Anwendungen wie Diagramme oder Tabellen von Vorteil waren. Allerdings fehlte ein echter Grafikmodus, und auch eine Tonausgabe war nicht integriert, was den Fokus des Systems klar auf textbasierte Anwendungen legte.

Angetrieben wurde der VDP80 von einem Intel 8085, einem 8-Bit-Prozessor, der als evolutionäre Weiterentwicklung des Intel 8080 galt. Mit einer Taktfrequenz von etwa 3 MHz war der Prozessor leistungsfähig genug, um die meisten Anforderungen der späten 1970er-Jahre zu bewältigen. „Der Intel 8085 war seiner Zeit voraus“, erinnerte sich ein ehemaliger Entwickler von Data Soft in einem Interview. „Aber seine Architektur hatte einige Eigenheiten. Einmal blieb der Prozessor während eines Tests stehen, weil ein Kollege aus Versehen eine Stecknadel auf die Platine fallen ließ.“ Solche Geschichten zeigten, dass frühe Computertechnik nicht immer fehlerfrei, dafür aber spannend war. Das Gewicht des VDP80, beeindruckende 55 kg, war eine weitere Besonderheit. In einer Zeit, in der Mainframes oft ganze Räume einnahmen, galt der VDP80 als vergleichsweise kompakt. „Man muss bedenken, dass Monitor und Laufwerke in das Gehäuse integriert waren. Für einen Personal Computer war das revolutionär“, so ein weiterer Zeitzeuge.

Auch der Preis des Systems war bemerkenswert. Der ursprüngliche IMSAI VDP80 kostete 9.995 US-Dollar, was inflationsbereinigt heute etwa 30.000 Euro entspricht. Es wird angenommen, dass der VDP80 in einer ähnlichen Preisklasse lag, was ihn für den Privatgebrauch nahezu unerschwinglich machte. Dennoch fand er Abnehmer in Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die seine Leistung und Zuverlässigkeit zu schätzen wussten. Als Betriebssystem kam das weit verbreitete CP/M (Control Program for Microcomputers) zum Einsatz, das seit 1974 erhältlich war. CP/M galt als Standard für viele frühe Personal Computer und war bekannt für seine Stabilität und breite Software-Unterstützung. „CP/M war der Schlüssel zum Erfolg“, erklärte ein ehemaliger Mitarbeiter von IMSAI. „Es bot eine Plattform, die Programmierern und Nutzern gleichermaßen vertraut war.“
Mit dem VDP80 zeigte Data Soft, dass die Kombination aus durchdachtem Hardware-Design und bewährter Software ein Erfolgsrezept sein konnte. Der Computer legte den Grundstein für die Weiterentwicklung von Personal Computern in Europa und bleibt ein Beispiel für die Innovationen, die in den 1970er-Jahren die Computerbranche prägten.

Amstrad PCW-16

Amstrad PCW-16

Der Amstrad PCW-16 wurde Anfang der 1990er Jahre als Nachfolger der erfolgreichen PCW-Reihe entwickelt, die seit 1985 insbesondere als kostengünstige Wordprozessoren für kleine Unternehmen, Selbstständige und den Bildungssektor beliebt war. Die ursprüngliche PCW-Serie, darunter Modelle wie der PCW-8256 und PCW-9512, zeichnete sich durch ihre Einfachheit und den Fokus auf Textverarbeitung aus, was sie zu einer günstigen Alternative zu den teureren IBM-kompatiblen PCs machte.

Amstrad erkannte jedoch, dass sich der Markt bis in die 1990er Jahre erheblich verändert hatte. Personal Computer wurden zunehmend leistungsfähiger, vielseitiger und günstiger. Die Einführung grafischer Benutzeroberflächen wie Windows und der Aufstieg von IBM-kompatiblen Systemen drängten spezialisierte Geräte wie die PCW-Reihe in eine Nische. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wollte Amstrad mit dem PCW-16 eine modernisierte Version der beliebten Plattform auf den Markt bringen. Ziel war es, das Gerät für traditionelle PCW-Kunden attraktiv zu machen und gleichzeitig neue Käufer anzusprechen.

Die Entwicklung des PCW-16 begann mit der Idee, die Einfachheit und Zuverlässigkeit der PCW-Serie beizubehalten, jedoch in einem moderneren Gewand. Hierbei wurde die textbasierte Benutzeroberfläche durch The Desktop, eine grafische Umgebung, ersetzt. The Desktop sollte den Bedienkomfort erhöhen und gleichzeitig eine vertraute Umgebung für bestehende Nutzer bieten. Das neue Betriebssystem Roseanne wurde speziell für den PCW-16 entwickelt und sollte, wie seine Vorgänger, ein einfaches und effizientes Arbeiten ermöglichen.

Trotz dieser Bemühungen war die Marktbedeutung des PCW-16 begrenzt. Als das Gerät 1994 veröffentlicht wurde, war der Markt für spezialisierte Textverarbeitungscomputer weitgehend verschwunden. IBM-kompatible PCs und Apple-Computer hatten sich mit ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten durchgesetzt, und selbst einfache Textverarbeitungsprogramme waren mittlerweile auf nahezu jedem Computer verfügbar. Zudem fehlten dem PCW-16 viele der Funktionen, die andere Computer seiner Zeit boten, wie erweiterbare Software oder ein offenes Betriebssystem. Die angekündigten Erweiterungsmöglichkeiten, etwa zusätzliche Speicheroptionen oder Anwendungen auf ROM-Bausteinen, wurden nie umgesetzt, was die Attraktivität des Geräts weiter schmälerte.

In Großbritannien und einigen anderen Märkten fand der PCW-16 eine kleine, treue Anhängerschaft, insbesondere unter langjährigen Amstrad-Nutzern. Dennoch blieb das Gerät ein Nischenprodukt. Es konnte nicht an den Erfolg der ursprünglichen PCW-Reihe anknüpfen und wurde bald darauf vom Markt genommen. Heute wird der PCW-16 als eine interessante, aber letztlich erfolglose Übergangslösung angesehen, die den technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit nicht gewachsen war.