Aquarius II (1984) – Mattels Heimcomputer ohne Mattel

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Als der Aquarius II fertig entwickelt war, stand Mattel Electronics bereits vor dem Ende. Der Rechner sollte die Schwächen seines Vorgängers beseitigen, erreichte den Markt jedoch erst, als die ursprüngliche Vertriebsstruktur bereits zusammengebrochen war.

Als Mattel 1983 den Vorgänger Aquarius auf den Markt brachte, fiel die Resonanz verhalten aus. Die Fachpresse kritisierte vor allem die Gummitastatur, den knappen Speicher und die begrenzten Grafikmöglichkeiten. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass Mattel den Rechner nicht selbst entwickelt hatte. Hinter dem Projekt stand das Hongkonger Unternehmen Radofin Electronics, das bereits Intellivision-Konsolen für Mattel fertigte und intern an einem eigenen Heimcomputerkonzept arbeitete. Dieses trug den Codenamen Checkers. Parallel entstand bereits ein Nachfolger mit dem Namen Chess, aus dem später der Aquarius II hervorgehen sollte.

Der Rechner entstand in einer Phase, in der Mattel Electronics bereits ums Überleben kämpfte. Ende 1983 schrieb die Elektroniksparte hohe Verluste, mehrere Projekte waren gescheitert, und die Folgen des nordamerikanischen Videospielcrashs trafen das Unternehmen mit voller Wucht. Während in den Büros der Blue Sky Rangers bereits Stellen gestrichen wurden, arbeitete Radofin weiter an einer verbesserten Version des Aquarius. Als Mattel Electronics am 20. Januar 1984 endgültig geschlossen wurde, war der Rechner praktisch fertig.

Der Aquarius II sollte vor allem die größten Schwächen seines Vorgängers beseitigen. Das beginnt bereits beim ersten Blick auf das Gehäuse. Die berüchtigte Gummitastatur verschwand zugunsten einer vollwertigen Schreibmaschinentastatur mit mechanischen Tasten. Allein diese Änderung verlieh dem Rechner ein deutlich professionelleres Erscheinungsbild. Radofin selbst betrachtete die ursprüngliche Gummitastatur übrigens keineswegs als Notlösung, sondern als einen Kompromiss zwischen Preis und Zuverlässigkeit. In der Praxis überzeugte diese Sichtweise jedoch nur wenige Anwender. Der Aquarius II korrigierte diesen Fehler konsequent.

Im Inneren arbeitete weiterhin ein Zilog Z80A mit 3,5 MHz. Die Grundarchitektur blieb weitgehend unverändert. Standardmäßig standen nun 20 KB RAM zur Verfügung – bestehend aus den bekannten 4 KB Hauptspeicher und einem mitgelieferten 16-KB-RAM-Modul. Außerdem wanderte das bisher als Steckmodul erhältliche Microsoft Extended BASIC direkt ins ROM. Dadurch standen Befehle wie DRAW, CIRCLE oder LINE sofort nach dem Einschalten bereit.

Jahrzehnte später erinnerte sich der damalige Radofin-Präsident Lori Scott an diese Entwicklungsphase. Seinen Aussagen zufolge bezeichnete Radofin den ursprünglichen Aquarius intern als Checkers, während Chess den geplanten Nachfolger bezeichnete. Gleichzeitig machte Scott deutlich, dass der Aquarius II nie als völlig neuer Rechner gedacht gewesen sei, sondern als verbesserte und vollständig kompatible Weiterentwicklung des ursprünglichen Systems.

Technisch blieb der Rechner eng mit seinem Vorgänger verwandt. Die Grafikfähigkeiten des Aquarius II werden in späteren Veröffentlichungen teilweise unterschiedlich beschrieben. Das britische Magazin Your Computer erklärte 1984 ausdrücklich, dass die oft genannte Auflösung von 320 × 192 Bildpunkten nicht bedeutete, dass diese Pixel einzeln adressierbar seien. Die hohe Auflösung entstand vielmehr durch die geschickte Nutzung der Teletext-Grafikzeichen des Systems. Die tatsächliche Grafikleistung lag damit deutlich näher am ursprünglichen Aquarius als an Computern wie dem ZX Spectrum oder Commodore 64.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Aussagen Scotts. Nach seinen Erinnerungen war der Aquarius II nie als völlig neuer Rechner gedacht. Er bezeichnete ihn als „big brother“ des ursprünglichen Aquarius. Die vollständige Kompatibilität zur bestehenden Software und zu den vorhandenen Erweiterungen war dabei ein zentrales Entwicklungsziel. Gleichzeitig bestätigte Scott, dass einige der später oft genannten Grafikverbesserungen nie in die tatsächlich verkaufte Version übernommen wurden. Wahrscheinlich existierten entsprechende Pläne für frühe Entwicklungsstufen des Chess-Projekts, erreichten jedoch nie die Serienfertigung. Damit erklärt sich auch, warum verschiedene Quellen den Rechner teilweise unterschiedlich beschreiben.

Die oft anzutreffende Aussage, der Rechner sei nie veröffentlicht worden, lässt sich anhand mehrerer Quellen nicht aufrechterhalten. Tatsächlich testete Your Computer bereits im April 1984 ein Seriengerät. Anzeigen aus Großbritannien und Frankreich belegen ebenfalls den Verkauf. Nach der Schließung von Mattel fielen die Rechte an Radofin zurück, das die bereits produzierten Geräte über europäische Vertriebspartner vermarktete. Die genaue Produktionszahl ist allerdings unbekannt. In Sammlerkreisen kursieren Schätzungen von etwa 10.000 Geräten, eine zeitgenössische Quelle für diese Zahl konnte bislang jedoch nicht nachgewiesen werden.

Radofin plante außerdem ein deutlich umfangreicheres Ökosystem. Neben RAM-Erweiterungen existierten Drucker, Modems, Joysticks und ein sogenanntes Quick Disk Drive. Dieses Laufwerk nutzte die damals populären Quick-Disks und sollte laut Dokumentation bis zu 102,4 KB pro Medium speichern. Auch eine spätere CP/M-Unterstützung wurde angekündigt. Ob diese jemals in nennenswertem Umfang ausgeliefert wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachweisen.

Die Fachpresse reagierte deutlich freundlicher als beim ursprünglichen Modell. Das britische Magazin Your Computer urteilte:

"At £80, a games machine well worth considering and a vast improvement over the Aquarius I."

(„Für 80 Pfund ein durchaus empfehlenswerter Spielerechner und eine enorme Verbesserung gegenüber dem Aquarius I.“)

Das Urteil passt zu den technischen Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Aquarius. Der Rechner beseitigte mehrere der am häufigsten genannten Kritikpunkte am ursprünglichen Modell, ohne dessen Stärken – einfache Bedienung, BASIC-Kompatibilität und günstigen Preis – aufzugeben.

Dennoch kam die Verbesserung zu spät. 1984 war der Heimcomputermarkt ein anderer als noch ein Jahr zuvor. Der Commodore 64 hatte sich etabliert, der ZX Spectrum 48K war fest im Markt verankert, der Atari 800XL bot deutlich mehr Speicher und nur wenige Wochen später erschien der Amstrad CPC 464 mit Monitor und Kassettenlaufwerk als Komplettpaket. Gegen diese Konkurrenz wirkte selbst der verbesserte Aquarius II konservativ.

Die Geschichte des Aquarius II lässt sich kaum von den Ereignissen bei Mattel Electronics trennen. Während Radofin die technischen Schwächen des ursprünglichen Modells beseitigte, verschwand die Elektroniksparte des Spielwarenkonzerns bereits aus dem Markt. Dadurch gelangte der Rechner zwar noch in den europäischen Handel, blieb jedoch deutlich weniger verbreitet als Systeme wie Commodore 64, ZX Spectrum oder Atari 800XL. Gerade deshalb gehört der Aquarius II heute zu den interessanteren Randkapiteln der Heimcomputergeschichte: nicht wegen technischer Rekorde oder hoher Verkaufszahlen, sondern weil sich an ihm der Zusammenbruch von Mattel Electronics und die letzten Versuche Radofins, die Aquarius-Plattform weiterzuführen, besonders gut nachvollziehen lassen.

Technische Daten

Merkmal Daten
Hersteller Radofin Electronics
Erscheinungsjahr 1984
CPU Zilog Z80A, 3,5 MHz
RAM 4 KB intern + 16 KB Erweiterung
ROM 12 KB
BASIC Microsoft Extended BASIC
Textmodus 40 × 24 Zeichen
Grafik Teletext-basierte Grafik, beworben mit 320 × 192
Sound 1 Kanal
Datenspeicher Kassette, Quick Disk Drive (optional)
Preis £80–99

Historischer Preis

Der Aquarius II wurde 1984 je nach Markt für etwa 80 bis 99 Pfund Sterling angeboten. Dies entspricht heute – inflationsbereinigt (Stand Juni 2026) – ungefähr 290 bis 420 Euro. Damit bewegte sich der Rechner preislich unter vielen Komplettsystemen seiner Zeit, traf jedoch auf einen Markt, der bereits von deutlich leistungsfähigeren Heimcomputern geprägt war.

Panasonic CF-2700 – Der schwere MSX1 von Panasonic

Source: https://www.msx.org/

Wer heute einen Panasonic CF-2700 zum ersten Mal aus einem Regal hebt, überprüft instinktiv, ob sich vielleicht noch ein Netzteil, ein Handbuch oder ein Stapel Disketten im Karton versteckt haben. Doch nein – das Gewicht stammt tatsächlich vom Computer selbst. Während viele Heimcomputer der achtziger Jahre möglichst kostengünstig konstruiert wurden, wirkt der CF-2700 wie ein Gerät, das ursprünglich eher für den täglichen Einsatz als für den Verkaufspreis entwickelt wurde. Über vier Kilogramm bringt der Rechner laut Panasonic-Serviceunterlagen auf die Waage, ein Wert, der selbst im MSX-Umfeld auffällt. Bereits dieser erste Eindruck verrät viel über die Philosophie hinter dem System. Matsushita Electric, außerhalb Japans unter der Marke Panasonic bekannt, wollte keinen weiteren austauschbaren MSX-Rechner bauen. Der CF-2700 sollte zeigen, wie hochwertig ein Heimcomputer auf Basis des MSX-Standards ausfallen konnte.

Als der Rechner Ende 1984 in Japan vorgestellt wurde, befand sich der MSX-Standard noch in seiner frühen Wachstumsphase. Microsoft und ASCII hatten mit MSX den Versuch unternommen, einen einheitlichen Heimcomputerstandard zu schaffen, auf dem Software unabhängig vom Hersteller funktionieren sollte. Während Commodore-, Atari- oder Sinclair-Besitzer jeweils an ihre eigene Plattform gebunden waren, konnten Käufer eines MSX-Computers Programme und Spiele verschiedener Hersteller verwenden. Panasonic gehörte zu den ersten großen Elektronikkonzernen, die dieses Konzept unterstützten. Im Heimatmarkt erschien das Gerät als National CF-2700, während europäische Käufer es unter dem Panasonic-Logo kennenlernten.

Technisch entsprach der Rechner den Vorgaben des MSX1-Standards, bot in seiner europäischen Ausführung jedoch eine Ausstattung, die über viele japanische Varianten hinausging. Im Inneren arbeitete ein NEC D780C-1, ein zum Zilog Z80A kompatibler Prozessor mit 3,58 MHz Taktfrequenz. Hinzu kamen 32 KB ROM mit Microsoft MSX-BASIC, 16 KB Videospeicher und – für Europa besonders wichtig – 64 KB Arbeitsspeicher. Die japanischen Modelle wurden meist mit lediglich 32 KB RAM ausgeliefert. Panasonic reagierte damit vermutlich auf die Marktbedingungen in Europa, wo leistungsfähigere Konfigurationen zunehmend erwartet wurden.

Für die Grafikausgabe war ein Texas Instruments TMS9929A verantwortlich, die PAL-Version des bekannten TMS9918A. Der Chip beherrschte die typischen MSX1-Grafikmodi mit bis zu 256 × 192 Bildpunkten und 16 Farben. Wie bei allen MSX1-Systemen standen Hardware-Sprites sowie mehrere Text- und Grafikmodi zur Verfügung. Den Ton erzeugte ein AY-3-8910A von General Instrument mit drei unabhängigen Klangkanälen. Diese Kombination war 1984 keineswegs außergewöhnlich, bildete aber die technische Grundlage für tausende Spiele und Anwendungen, die in den folgenden Jahren für den MSX-Standard erschienen.

Interessanter als die eigentlichen Spezifikationen ist jedoch die Art, wie Panasonic sie umsetzte. Öffnet man den Rechner, findet man keinen hochintegrierten Spezialchipsatz späterer Generationen, sondern eine große Zahl einzelner Bausteine. Prozessor, Speicherverwaltung, Ein- und Ausgabesteuerung sowie zahlreiche Hilfsfunktionen verteilen sich auf eine Vielzahl diskreter TTL-Chips. Diese Bauweise war für die erste MSX-Generation typisch, verschwand jedoch mit zunehmender Integration der Elektronik. Der CF-2700 dokumentiert damit eine Phase der Heimcomputergeschichte, in der Hersteller ähnliche Funktionen noch auf sehr unterschiedliche Weise realisierten.

Von außen fällt sofort die massive Konstruktion auf. Das Gehäuse besitzt großzügige Lüftungsschlitze, ein integriertes Netzteil und zwei Modulschächte auf der Oberseite. Letztere erlaubten den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Erweiterungen oder Softwaremodule. Panasonic ging dabei sogar einen Schritt weiter als viele Konkurrenten. Die beiden Cartridge-Slots verfügen über Mikroschalter, welche das System beim Ein- oder Ausstecken eines Moduls zusätzlich schützen. Solche Details gehörten nicht zur offiziellen MSX-Spezifikation und verursachten zusätzliche Produktionskosten. Ähnlich aufwendig zeigen sich die Metallkontakte der Modulsteckplätze sowie die doppelte Absicherung im Netzteilbereich. Diese Konstruktionsmerkmale finden sich nicht auf jedem MSX-Rechner der Zeit und verdeutlichen den Anspruch, den Panasonic an das Modell stellte.

Zur Ausstattung gehörten zwei Joystickanschlüsse, ein Kassettenanschluss, ein Druckerport, ein Audioausgang sowie ein HF-Modulator für den Anschluss an Fernsehgeräte. Zusätzlich stand ein Composite-Video-Ausgang zur Verfügung. RGB war werkseitig nicht vorgesehen, was aus heutiger Sicht etwas überrascht, damals jedoch bei vielen MSX1-Systemen üblich war.

Ein bemerkenswertes Detail versteckt sich im Service-Manual. Panasonic integrierte einen umfangreichen Selbsttest, der weit über eine einfache Speicherprüfung hinausging. Über ein spezielles Diagnostikmodul konnten Grafikchip, Soundgenerator, Tastatur, Druckerschnittstelle, Kassettenanschluss und Joystickports einzeln überprüft werden. Für Servicetechniker bedeutete dies eine erhebliche Erleichterung bei Fehlersuche und Reparatur.²

Im Wettbewerb traf der CF-2700 auf Rechner wie den Philips VG-8020, den Sony Hit Bit HB-75P oder den Toshiba HX-10. Gegenüber diesen Systemen bot Panasonic keine revolutionären technischen Vorteile. Seine Besonderheit lag vielmehr in der Ausführung. Während viele Hersteller den MSX-Standard möglichst kostengünstig umsetzten, entstand hier ein Rechner, der eher an professionelle Elektronik aus dem Hause Matsushita erinnerte. Diese Ausrichtung hatte ihren Preis. In Deutschland lag der Verkaufspreis bei rund 739 DM, womit der CF-2700 keineswegs zu den günstigen Einstiegsgeräten gehörte.

Heute begegnet man dem Modell deutlich seltener als den bekannten Philips- oder Sony-Systemen. Viele erhaltene Exemplare zeigen Alterserscheinungen am Kunststoffgehäuse, insbesondere an Schraubdomen und Befestigungspunkten. Restaurierungen dieser Bereiche sind in der Sammlerszene keine Seltenheit. Die Elektronik selbst gilt dagegen als vergleichsweise robust. Wer einen vollständigen CF-2700 mit funktionierenden Slot-Abdeckungen, unbeschädigtem Gehäuse und Originalzubehör findet, hält einen der hochwertigsten Vertreter der ersten MSX-Generation in den Händen. Seine technische Basis unterscheidet sich nur wenig von anderen MSX1-Systemen. Die Art, wie Panasonic sie umgesetzt hat, dagegen schon.

 

VTech Laser 200 (1983): Der günstige Farbcomputer für den Einstieg

Source: https://www.amibay.com/threads/vtech-laser-200-color-computer-1983.62390/

Als Anfang der 1980er-Jahre der Heimcomputermarkt regelrecht explodierte, wollten plötzlich zahllose Hersteller ein Stück vom Kuchen abhaben – vom etablierten Elektronikkonzern bis zum Taschenrechnerproduzenten. Einer davon war die in Hongkong ansässige Firma VTech beziehungsweise Video Technology, die sich zuvor vor allem mit elektronischem Spielzeug und Lernsystemen einen Namen gemacht hatte. 1983 wagte das Unternehmen mit dem Laser 200 den Einstieg in den Heimcomputermarkt und positionierte das Gerät konsequent als günstigen Farbcomputer für Einsteiger. In verschiedenen Ländern erschien der Rechner unter anderen Namen, am bekanntesten als Dick Smith VZ-200 in Australien oder als Texet TX8000 in Großbritannien.

Technisch war der Laser 200 ein klassischer Budget-Homecomputer seiner Zeit. Herzstück war ein Zilog Z80A mit 3,58 MHz, kombiniert mit einem Motorola 6847 Video Display Generator, einem Videobaustein, der auch in anderen preisgünstigen Heimcomputern jener Ära Verwendung fand. Je nach Modellvariante standen zwischen 2 und 6 KB nutzbarer Arbeitsspeicher zur Verfügung, hinzu kamen 2 KB Videospeicher sowie 16 KB ROM mit integriertem BASIC-Interpreter. Die Grafik bot einen Textmodus mit 32 × 16 Zeichen sowie einen einfachen Grafikmodus mit 128 × 64 Pixeln und reduzierter Farbdarstellung – ausreichend für Lernprogramme, einfache Spiele und BASIC-Grafikexperimente, aber natürlich weit entfernt von dem, was ein Commodore 64 oder Atari 800 leisten konnte.

Schon optisch machte der Rechner keinen Hehl daraus, dass er in erster Linie über den Preis verkauft werden sollte: Das flache Gehäuse mit seiner Gummitastatur erinnerte nicht zufällig an zeitgenössische Sinclair-Systeme. Die Tastatur galt als brauchbar, blieb aber typisch für ihre Klasse ein Kompromiss – längere Texte wollte darauf niemand freiwillig verfassen. Rückseitig standen RF- und Composite-Ausgänge, Kassettenanschluss sowie Erweiterungsports für RAM-Module, Drucker- und Disketteninterfaces bereit. Damit ließ sich das System durchaus ausbauen, wenngleich die meisten Käufer den Laser 200 wohl schlicht mit Datasettenrekorder und Fernseher betrieben.

Interessant war vor allem die Marktpositionierung: In Großbritannien wurde der Rechner offensiv als einer der billigsten Farbcomputer beworben, doch dort hatte er gegen den populären Sinclair ZX Spectrum und den aggressiv bepreisten Commodore 64 einen schweren Stand. In Australien hingegen entwickelte sich der als Dick Smith VZ-200 vertriebene Ableger zu einem regelrechten Volkscomputer. Dick Smith Electronics bewarb das Gerät massiv, und innerhalb kurzer Zeit gingen zehntausende Einheiten über die Ladentheke – für viele Australier war der VZ-200 tatsächlich der erste eigene Computer im Haushalt. Zeitgenössische Werbeanzeigen sprachen stolz von einem „Personal Colour Computer“ für unter 200 Dollar, und die australische Presse zeigte sich für die Preisklasse durchaus angetan. Das Magazin Australian Personal Computer bezeichnete ihn sogar als „great little machine“.

Die Softwarebibliothek bestand vor allem aus preiswerten Kassettenprogrammen, häufig Arcade-inspirierten Klonen mit leicht verfremdeten Namen – ein damals ganz normaler Vorgang in der Frühzeit der Heimcomputer. Titel wie Hoppy (Frogger), VZ Invaders (Space Invaders), Cosmic Rescue (Scramble) oder Moon Patrol sollten zeigen, dass auch ein Budgetrechner Spielspaß liefern konnte, selbst wenn grafische und akustische Pracht eher nicht seine Kernkompetenz waren. Der eingebaute Piezo-Lautsprecher sorgte für den typischen piepsenden Minimalismus jener Jahre – charmant für Nostalgiker, gewöhnungsbedürftig für alle anderen.

Historisch interessant ist der Laser 200 vor allem deshalb, weil er exemplarisch für jene zweite Reihe von Heimcomputern steht, die heute oft vergessen wird: Systeme, die nie den Ruhm eines C64, Spectrum oder Atari 800 erreichten, aber dennoch tausenden Menschen den Einstieg in die Computerwelt ermöglichten. Gerade in Märkten wie Australien oder Teilen Europas war der Laser 200/VZ-200 ein ernstzunehmendes Einsteigergerät und damit ein wichtiger Türöffner für eine ganze Generation junger Programmierer.

Sein Nachfolger, der VTech Laser 310 beziehungsweise Dick Smith VZ-300, beseitigte später einige der größten Schwächen – insbesondere durch mehr RAM und eine deutlich bessere Tastatur. Doch der Laser 200 bleibt das puristischere, typischere Kind der frühen 80er: günstig, bunt beworben, technisch limitiert und dennoch für viele der Beginn einer lebenslangen Computerleidenschaft.

Mit einem Einführungspreis von rund 99 US-Dollar beziehungsweise etwa 98 Pfund in Großbritannien war der Rechner inflationsbereinigt heute ungefähr im Bereich von 300 bis 350 Euro angesiedelt – also klar als Budgetsystem positioniert. Damit konkurrierte er eher mit Maschinen wie dem Mattel Aquarius, dem Tandy MC-10 oder späten ZX81-Bundles als mit den technisch stärkeren Mittelklasse-Heimcomputern.

Rückblickend ist der VTech Laser 200 kein technischer Meilenstein – aber ein schönes Beispiel dafür, wie breit und experimentierfreudig der Heimcomputermarkt 1983 geworden war. Zwischen den großen Namen existierte eine ganze Klasse günstiger Einsteigerrechner, die heute oft nur noch Sammler und Enthusiasten kennen. Und genau dort gehört der Laser 200 hin: nicht in die erste Liga der Heimcomputer-Geschichte, wohl aber in die Fußnoten eines faszinierenden Computerbooms, in dem selbst die kleinen Maschinen ihre ganz eigene Geschichte schrieben.

 

EACA Colour Genie (EG-2000): Ein Heimcomputer aus der zweiten Reihe

Die frühen 1980er-Jahre brachten weltweit eine große Zahl neuer Heim- und Bürocomputer hervor. Sinkende Chippreise und ein wachsendes Interesse an privater Rechentechnik führten dazu, dass innerhalb weniger Jahre zahlreiche Systeme auf den Markt kamen. In Europa prägten vor allem einige bekannte Hersteller das Bild dieser Zeit, während andere Ansätze regional begrenzt blieben oder früh wieder verschwanden. Neben den etablierten Linien existierten jedoch auch Rechner, die sich zwischen Arbeitsgerät, Lernmaschine und Heimcomputer einordnen ließen. Ein solcher Ansatz war der EACA Colour Genie (EG-2000).

Der Colour Genie erschien 1982 und wurde in Deutschland über Trommeschläger vertrieben. Entwickelt vom in Hongkong ansässigen Hersteller EACA, knüpfte das System an die TRS-80-nahe Architektur der vorherigen Video-Genie-Modelle an. Diese technische Grundlage wurde beibehalten, jedoch um Farbgrafik und einen erweiterten Sound ergänzt, um den Anforderungen des Heimcomputermarktes dieser Zeit gerecht zu werden.

Im Zentrum arbeitet ein Zilog Z80A (teilweise auch als kompatibler NEC-Prozessor) mit 2,2 MHz. Um Konflikte zwischen CPU- und Videozugriffen zu vermeiden, setzte die Architektur beim RAM-Zugriff gezielte Wartezyklen ein. Serienmäßig standen 16 KB RAM zur Verfügung, die auf 32 KB erweitert werden konnten. Das 16 KB große ROM enthielt ein erweitertes Microsoft Level-II-BASIC, als Colour BASIC bezeichnet, das Farb- und Soundfunktionen integrierte. Der Startdialog mit der Abfrage „MEMSIZE?“ und dem anschließenden Prompt „COLOUR BASIC READY“ verdeutlichte die Ausrichtung des Systems als Arbeits- und Lernrechner mit zusätzlichen Unterhaltungsfunktionen.

Die Videoausgabe wurde von einem Motorola 6845 CRTC gesteuert. Im Textbetrieb unterstützte der Rechner 40 Spalten bei 24 beziehungsweise 25 Zeilen, die Zeichen wurden in einer 8×8-Matrix dargestellt und konnten in bis zu 16 Farben ausgegeben werden. Der Grafikmodus arbeitete zunächst mit 160 × 96 Pixeln, später – nach einer ROM-Revision – mit 160 × 102 Pixeln, bei vier gleichzeitig darstellbaren Farben aus einer begrenzten Palette. Diese Grafikfunktionen waren auf Übersichtlichkeit ausgelegt und eigneten sich vor allem für Text-, Lern- und einfache Spielanwendungen.

Für die Klangerzeugung setzte EACA auf den AY-3-8910 von General Instrument. Der Chip bot drei Tonkanäle, einen Rauschgenerator sowie eine einfache Hüllkurvensteuerung und stellte damit eine Erweiterung gegenüber einfachen Ein-Bit-Soundlösungen dar. In der Praxis wurde der Chip überwiegend für grundlegende Klang- und Effektfunktionen eingesetzt.

Die Ausstattung mit Schnittstellen fiel für ein Heimcomputersystem dieser Zeit umfangreich aus. Zur Verfügung standen Composite-Video sowie ein HF-Modulator für den Anschluss an Fernsehgeräte. Der Ton konnte separat ausgegeben oder über einen eingebauten Lautsprecher wiedergegeben werden. Hinzu kamen eine serielle RS-232-Schnittstelle, eine parallele Schnittstelle nach Centronics-Art, ein Kassetten-Interface mit 1200 Baud, ein Lichtgriffel-Anschluss sowie ein Erweiterungsport für Module oder Diskettencontroller. Ein 50-poliger Anschluss führte den Z80-Bus nach außen und ermöglichte Speicher- oder ROM-Erweiterungen. Mit Abmessungen von etwa 443 × 280 × 85 mm und einem Gewicht von rund 4 kg war das Gerät als stationärer Heimcomputer konzipiert.

Ab April 1983 wurde eine überarbeitete Revision ausgeliefert, die äußerlich an einem analogen Pegelmesser für das Kassettenlaufwerk zu erkennen ist. Diese Version enthielt aktualisierte ROMs, beseitigte kleinere Fehler im BASIC und führte zu einer leicht veränderten Bildschirmdarstellung. Die grundlegende Architektur blieb unverändert.

Die zeitgenössische Fachpresse bewertete den Colour Genie überwiegend sachlich. Er wurde als ernsthafter Heimcomputer eingeordnet, dessen Nähe zur TRS-80-Architektur offen benannt wurde. Positiv hervorgehoben wurden die vollwertige QWERTY-Tastatur, die 40-Spalten-Darstellung und das vertraute Microsoft-BASIC, das den Einstieg erleichterte. Zur Grafik äußerten sich viele Tests zurückhaltend; sie wurde als funktional beschrieben, ohne besondere Akzente zu setzen. Der Sound galt als sinnvolle Ergänzung, nicht als prägendes Merkmal. Preislich wurde das System im klassischen Heimcomputer-Segment verortet, mit einem Schwerpunkt auf Lern- und Programmiereinsatz.

Diese Einordnung spiegelt sich im Software- und Spieleangebot wider. Spiele waren verfügbar, bildeten jedoch keinen Schwerpunkt der Plattform. Der Katalog bestand überwiegend aus Portierungen oder Varianten bekannter TRS-80-Programme, die Farbe und Sound nur eingeschränkt nutzten. Hinzu kamen Logik-, Strategie- sowie zahlreiche Lern- und Programmiertitel, die vom Textmodus profitierten. Exklusive oder systemprägende Spiele sowie eine breite Unterstützung durch große Publisher blieben aus, wodurch der Colour Genie gegenüber stärker unterhaltungsorientierten Systemen in einer Nischenrolle verblieb.

Im Vergleich zu verwandten und zeitgleichen Rechnern wird diese Position deutlich. Gegenüber TRS-80-Systemen bot der Colour Genie Farbgrafik, erweiterten Sound und eine wohnzimmertauglichere Ausgabe. Gegenüber anderen Einsteigerrechnern wirkte er stärker text- und programmierorientiert, ohne beim Spieleangebot eine vergleichbare Breite zu erreichen. Mit dem Aufkommen stärker spielorientierter Heimcomputer verlagerte sich der Markt, ohne dass der Colour Genie diesen Wandel mitprägte.

Auch die Preisgeschichte verdeutlicht diese Entwicklung. Ein vergleichsweise hoher Einführungspreis positionierte den EG-2000 zunächst als vollwertigen Heimcomputer. Spätere Preissenkungen führten ihn in niedrigere Marktsegmente, ohne die grundsätzliche Wahrnehmung zu verändern. Dass er gegenüber spielorientierten Systemen in den Hintergrund trat, erklärt sich aus der raschen Verschiebung der Marktanforderungen in den frühen 1980er-Jahren.

NCR Decision Mate V

Zwei Prozessoren, eine Mission: Der erstaunliche NCR Decision Mate V

Der Rechner basierte in der Grundversion auf einem Zilog Z80A, konnte jedoch durch ein optionales Intel-8088-Modul zu einem echten Dualprozessor-System erweitert werden. Einige Konfigurationen wurden bereits ab Werk mit dieser Erweiterung ausgeliefert, ein Umstand, den die Werbung ausdrücklich hervorhob und mit Formulierungen wie „You shouldn’t have to choose between 8-bit and 16-bit operating systems.“ sowie „With our dual processing system you can have the benefits of both.“ unterstrich. Diese modulare Architektur stützte sich auf eine proprietäre Backplane mit sieben Steckplätzen, wie es auch Prospekte und technische Unterlagen zeigen, und war typisch für die modulare NCR-Philosophie jener Zeit.

Zum Standardumfang gehörten zwei 5,25-Zoll-DS/DD-Diskettenlaufwerke, die optional durch eine 10-MB-Winchesterfestplatte ergänzt werden konnten. Die kompakte Bauweise mit integriertem 12-Zoll-Monitor verlieh dem Gerät eine professionelle Erscheinung, die sich bewusst von den damals üblichen, eher kastenförmigen IBM-PC-Konfigurationen unterschied. In Anzeigen wurde dieser Ansatz emotionalisiert: „The personal computer with a heart.“ und „We designed it with a heart.“ waren Slogans, die den Anspruch unterstreichen sollten, ein durchdachtes, langlebiges System zu liefern.

Eine der stärksten Eigenschaften des Systems lag im Grafikbereich. Der verbaute NEC µPD7220 gehörte zu den fortschrittlichsten Grafikprozessoren seiner Zeit und war auch in deutlich teureren Maschinen wie dem NEC APC III oder frühen CAD-Workstations zu finden. Zeitgenössische Tests wie Creative Computing oder InfoWorld betonten regelmäßig, dass die Grafikleistung dem IBM PC klar überlegen war. Die Architektur des Systems erklärt die auffällig flexible Speicheraufteilung: Im Monochrommodus genügten 32 KB, während im Farbmodus drei planare Ebenen – Rot, Grün und Blau – parallel arbeiteten und damit 96 KB belegten (32 KB pro Ebene). Die Werbung stellte dies als selbstverständlich dar und betonte: „Graphics are built into every machine.“

Eher zwiespältig fiel die Rückmeldung zur Tastatur aus. Zwar bewarb NCR sie als „detachable low-profile keyboard“ und mit „advanced ergonomic design“, doch einige Tester der Zeit empfanden den Anschlag als weicher und weniger präzise als bei den mechanischen Tastaturen von IBM oder Cherry. Die Tastenform unterschied sich sichtbar vom Industrie­standard, und die zwanzig programmierbaren Funktionstasten, mit denen „boring repetitive tasks“ vermieden werden sollten, konnten für anspruchsvolle Vielschreiber nicht alle Kritikpunkte ausgleichen. Gleichwohl blieb die Tastatur voll funktionsfähig und entsprach in ihrer Verarbeitung den übrigen Qualitätsmerkmalen des Systems – sie war schlicht kein besonderes Highlight.

Die Softwareunterstützung war für ein nicht-IBM-kompatibles System ungewöhnlich breit: CP/M-80, CP/M-86 und – bei installiertem 8088-Modul – auch MS-DOS 2.11 standen zur Verfügung. Vollständige PC-Kompatibilität bestand zwar nicht, doch viele textorientierte Programme liefen problemlos, sofern sie BIOS-konform arbeiteten. Creative Computing nannte die damaligen gängigen Preise: Das 16-Bit-Upgrade kostete rund 500 Dollar, MS-DOS etwa 50 Dollar, CP/M-86 rund 60 Dollar und WordStar 495 Dollar. Eine typische, gut ausgestattete Konfiguration lag damit bei etwa 5.040 Dollar – inflationsbereinigt ungefähr 15.500 Dollar –, womit klar war, dass der Decision Mate V primär für professionelle Anwender gedacht war.

Auch in Deutschland bestätigte sich dieses Bild. Die Basisversion wurde zu etwa 7.350 DM angeboten, ein Wert, der in mehreren Anzeigen dieser Zeit genannt wird. Voll ausgebaute Systeme mit Festplatte, Farboption und erweitertem Speicher lagen deutlich höher; zeitgenössische Berichte sprechen von Preisen im Bereich gut ausgestatteter Bürorechner zwischen 18.000 und über 20.000 DM, je nach Händler und Konfiguration. NCR selbst hob in europäischen Anzeigen seine lange Unternehmensgeschichte hervor und unterstrich seinen Anspruch mit Slogans wie: „NCR has been making computers for as long as there have been computers.“ und „We’ve been doing business in Europe since 1885.“ Die Betonung auf Erfahrung, Technologie und Service zielte klar auf Unternehmen und Behörden, die eher Wert auf Zuverlässigkeit als auf die sich erst langsam etablierende IBM-PC-Kompatibilität legten.

Dass sich der Decision Mate V dennoch nicht dauerhaft behaupten konnte, lag weniger an seinen technischen Eigenschaften als an der rasanten Marktentwicklung ab 1983/84. Die IBM-PC-Kompatibilität setzte sich unaufhaltsam durch, und Hersteller mit proprietären Lösungen verloren zunehmend an Boden. NCR selbst stellte bald auf voll kompatible Systeme um. Der Decision Mate V bleibt jedoch ein beeindruckendes Beispiel jener Übergangszeit – ein Rechner, der, wie die Werbung vollmundig versprach, „A relationship you won’t outgrow.“ sein sollte und heute gerade wegen seiner Eigenständigkeit und konstruktiven Sorgfalt fasziniert.

 

Zilog Z80A

Zilog Z80A

Der Zilog Z80A ist ein 8-Bit-Mikroprozessor, der im Juli 1976 von Zilog auf den Markt gebracht wurde. Federico Faggin, der zuvor bei Intel an der Entwicklung des 8080 beteiligt war, gründete gemeinsam mit Ralph Ungermann das Unternehmen Zilog und entwickelte den Z80 als verbesserten und binär kompatiblen Nachfolger des Intel 8080. Der Z80A war eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Z80 und bot eine höhere Taktfrequenz von 4 MHz. Technisch zeichnete sich der Z80A durch eine erweiterte Befehlssatzarchitektur aus, die zusätzliche Instruktionen und Adressierungsmodi umfasste. Er verfügte über 8-Bit-Daten- und 16-Bit-Adressbusse, wodurch er bis zu 64 KB Speicher adressieren konnte. Ein bemerkenswertes Merkmal war die Integration von dynamischen RAM-Refresh-Schaltungen, die den Einsatz von dynamischem Speicher erleichterten. Die interne Architektur umfasste mehrere Registerpaare (BC, DE, HL) sowie Indexregister (IX, IY) und ermöglichte so flexible Datenmanipulationen.

Bei seiner Einführung lag der Preis des Z80A bei etwa 65 US-Dollar für die Keramikversion und 59 US-Dollar für die Plastikversion. Im Laufe der Zeit sanken die Preise aufgrund des Wettbewerbs und der Massenproduktion erheblich. So wurde der Z80 im April 1978 für 21,95 US-Dollar angeboten. Inflationsbereinigt entspricht dies ungefähr 95 Euro im Jahr 2025.

Der Z80A fand breite Anwendung in einer Vielzahl von Heimcomputern und Spielkonsolen der 1980er Jahre. Bekannte Systeme wie der Sinclair ZX Spectrum, der Commodore 128 und die Sega Master System nutzten den Z80A als Haupt- oder Co-Prozessor. Beliebte Spiele wie "Pac-Man" und "Space Invaders" liefen auf Hardware, die vom Z80A angetrieben wurde.

Wie Zilog selbst berichtete, haben die Ingenieure von Zilog bewusst kleine Schaltkreisfallen ("traps") in das Design des Z80A eingebaut, um Nachahmern das Kopieren zu erschweren. Trotz dieser Maßnahmen wurde der Z80 in vielen Ländern, insbesondere in Japan und dem ehemaligen Ostblock, nachgebaut. Der Markterfolg des Z80A war beeindruckend. Seine Kompatibilität mit dem Intel 8080 und die erweiterten Funktionen machten ihn zur bevorzugten Wahl für viele Entwickler. Er wurde in unzähligen Geräten eingesetzt, von Heimcomputern über Arcade-Automaten bis hin zu eingebetteten Systemen. Seine Langlebigkeit und Vielseitigkeit führten dazu, dass er bis heute in einigen Nischenanwendungen verwendet wird. Im April 2024 gab Zilog bekannt, die Produktion des klassischen Z80 nach fast 48 Jahren einzustellen. Die letzte Möglichkeit für Bestellungen bestand bis Juni 2024. Dennoch bleibt der Einfluss des Z80A in der Geschichte der Mikroprozessoren unvergessen, und sein Design dient weiterhin als Grundlage für moderne Mikrocontroller. Zusammenfassend war der Zilog Z80A ein wegweisender Mikroprozessor, der durch seine technischen Innovationen und breite Anwendbarkeit die Computerlandschaft der 1980er Jahre maßgeblich prägte und dessen Erbe bis heute fortbesteht.