Archimedes A4

Archimedes A4

1992 brachte Acorn den Laptop A4 auf den Markt, der mit einer leicht gedrosselten Version des ARM3-Prozessors ausgestattet war. Der A4 war im Wesentlichen ein tragbarer A5000, dessen Motherboard auf die Größe eines halben A4-Blatts eingedampft wurde. Es beinhaltete zusätzliche Hardware für die Energieverwaltung und die Ansteuerung des LCD-Bildschirms. Zur Darstellung der Graustufen entwickelte Acorn einen eigenen Controller-Chip mit "Time-Domain-Dithering". Die so genannte Energieverwaltung des Geräts erlaubte es, den Prozessor auf niedrigere Frequenzen zu drosseln, den 12-MHz-RAM auf 3 MHz zu verlangsamen und bei Bedarf einzelne Subsysteme abzuschalten. Die Energiesparfunktionen aktivierten sich automatisch nach etwa einer Sekunde Inaktivität. Während der A5000 mit einem 25-MHz-ARM3 lief, nutzte der A4 eine 24-MHz-Variante, die zusätzlich einen 6-MHz-Energiesparmodus bot. Diese Funktion, kombiniert mit einem effizienten Energieverwaltungssystem, ermöglichte eine Akkulaufzeit von 2,5 bis 4 Stunden.

Der Laptop verfügte über einen 9-Zoll-LCD-Bildschirm mit passiver Matrix, der eine maximale Auflösung von 640 x 480 Pixeln in 15 Graustufen darstellen konnte. Für den Einsatz an einem externen Monitor war ein entsprechender Anschluss integriert, der dieselben Anzeigemöglichkeiten wie beim A5000 bot. Eine Farbversion des Geräts war von Acorn jedoch nicht geplant. Ein auffälliges Designmerkmal des A4 war das Fehlen eines integrierten Touchpads oder Trackpoints. Die Navigation erfolgte über die Cursortasten, alternativ konnte jedoch eine Logitech Mouse angeschlossen werden, die Acorn dem A4 praktischerweise gleich beilegte. Zu den weiteren Schnittstellen des A4 gehörten serielle und parallele Anschlüsse, ein PS/2-Anschluss für externe Tastaturen, ein Kopfhöreranschluss sowie die Möglichkeit, eine Econet-Erweiterungskarte zu installieren. Allerdings war kein direkter Econet-Anschluss integriert. Neben der Econet-Erweiterung und einer Festplatte waren keine weiteren Modifikationen am Gerät vorgesehen. Das Gehäuse des A4 wurde von Modellen anderer Hersteller wie Olivetti und Triumph-Adler übernommen. Interessanterweise ähnelte die Triumph-Adler Walkstation dem A4, Triumph-Adler bot jedoch ein integriertes Zeigegerät an, das von Testern allerdings als „praktisch unbrauchbarer Touchpad-Maus-Controller“ kritisiert wurde.

Der Einführungspreis des A4 lag bei 1399 £ (Stand 2025 etwa 3666 Euro) zzgl. MwSt. für das Einstiegsmodell mit 2 MB RAM und einer 60-MB-Festplatte. Für das Modell mit 4 MB RAM und derselben Festplattengröße wurden 1699 £ (Stand 2025 etwa 4450 Euro) zzgl. MwSt. berechnet. Für den Bildungssektor wurden günstigere Preise von 1099 £ bzw. 1399 £ angeboten. Acorn hoffte, dass Schulen den A4 als transportables Gerät zwischen Klassenräumen oder für Exkursionen nutzen würden. Dennoch kritisierten Tester, dass der A4 für Bildungseinrichtungen in großen Mengen zu teuer sei. Zudem begann der IBM PC kompatible Computer und damit auch die PC Laptops den Markt immer mehr zu durchdringen. In diesem Zuge wurden etwaige Konkurrenten praktisch hinweggefegt.

Für den A4 wurden im Laufe der Zeit einige Peripheriegeräte angeboten. Acorn selbst stellte die angekündigte Econet-Erweiterungskarte bereit, während Atomwide Ethernet- und SCSI-Adapter entwickelte, die den bidirektionalen Parallelport des A4 nutzten. Besonders interessant war das von Atomwide angebotene „Hi-Point“-Peripheriegerät, ein Trackball, der speziell modifiziert wurde, um als Acorn-kompatible Maus zu fungieren. Dieses Zubehör konnte an der Seite des Laptops befestigt werden, was die Bedienung erleichterte und dem Gerät zusätzliche Flexibilität verlieh.

Amstrad PPC 512 und 640

Amstrad PPC 512 und 640

Amstrad plante mit der PPC-Modellreihe den günstigsten tragbaren PC-kompatiblen seinerzeit zu produzieren, eigentlich das tragbare Gegenstück zum Amstrad PC 1512.

Bei der Benutzung des 9 Zoll großen LCD Monitors konnte sich sicherlich nur der nächste Optiker freuen, den Augen tat der Benutzer damit sicherlich keinen Gefallen. Jedoch wussten das wohl auch die Entwickler und ermöglichten es an den PPC einen monochromen oder CGA Monitor anzubinden (zusätzlich konnte man auch die Monitore der CPC-Serie anschließen).

Insgesamt gab es zwei Versionen, mit entweder einem oder zwei Floppy Laufwerken, die maximal 720 kB speichern konnten. Es wurden auch Versionen mit einer internen Festplatte verkauft. Deren Speicherplatz belief sich auf zehn oder 20 MB.

Den Vogel schoss allerdings die stromunabhängige Benutzung ab. Satte 10 R-14 Batterien mussten in das System eingesetzt werden. Abgesehen davon, dass der Rechner dann ein stattliches Gewicht bekam, saugte das stromhungrige Gerät den Batterien die Energie in einer Stunde wieder aus. Den Verkäufern von Varta sicherte das sicherlich feuchte Träume und nasse Augen.

Aktuell konnte sich der Rechner wieder von seiner besten Seite zeigen, war er doch in der Serie „Loki“ (Staffel 2, Folge 5) zu sehen.

Der Unterschied zwischen PPC 512 und PPC 640 waren lediglich der Speicherausbau, eine leicht veränderte Gehäusefarbe und ein internes Modem.

Amstrad NC 100

Amstrad NC 100

Amstrad, das bis dahin erfolgsverwöhnte Unternehmen siechte dahin. Das Unternehmen, das mit der CPC und PCW Serie Erfolge gefeiert hatte konnte sich gegen die erstarkende Konkurrenz des PCs nicht mehr erwehren.

Eiligst wurden etliche Strategien entwickelt, um das Unternehmen zu retten. Eines dieser Strategien stellte den NC (100, 150 und 200) dar, entwickelt von Alan Sugar. Der NC 100 besaß einen Zilog Z80 als Prozessor und startete mit einem Kampfpreis von 199 britischen Pfund (ca. 600 € inflationsbereinigt 2024). Der Rechner selbst war nicht größer als ein DIN A 4-Blatt, besaß jedoch eine vollwertige Tastatur und ein LCD-Screen mit 8 Zeilen zu je 80 Zeichen. Für die Kommunikation mit der Außenwelt stand ein Centronics-Port zur Verfügung.

Amstrad war sich seiner Sache so sicher, das sie das Produkt mit den Worten: „Wenn Sie diesen Rechner nicht in fünf Minuten beherrschen, erhalten Sie Ihr Geld zurück“ bewarben. Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen diese Garantie ausnutzten. Zur einfachen Bedienung besaß der Rechner vier farbliche Tasten, die sofortigen Zugriff auf verschiedene Programme gaben (Taschenrechner, Textverarbeitung, Tagebuch und Adressbuch).

Hergestellt wurden die Computer der NC-Reihe nicht in Großbritannien, sondern in Japan von Nakajima.

Amstrad PCW-16

Amstrad PCW-16

Der Amstrad PCW-16 wurde Anfang der 1990er Jahre als Nachfolger der erfolgreichen PCW-Reihe entwickelt, die seit 1985 insbesondere als kostengünstige Wordprozessoren für kleine Unternehmen, Selbstständige und den Bildungssektor beliebt war. Die ursprüngliche PCW-Serie, darunter Modelle wie der PCW-8256 und PCW-9512, zeichnete sich durch ihre Einfachheit und den Fokus auf Textverarbeitung aus, was sie zu einer günstigen Alternative zu den teureren IBM-kompatiblen PCs machte.

Amstrad erkannte jedoch, dass sich der Markt bis in die 1990er Jahre erheblich verändert hatte. Personal Computer wurden zunehmend leistungsfähiger, vielseitiger und günstiger. Die Einführung grafischer Benutzeroberflächen wie Windows und der Aufstieg von IBM-kompatiblen Systemen drängten spezialisierte Geräte wie die PCW-Reihe in eine Nische. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wollte Amstrad mit dem PCW-16 eine modernisierte Version der beliebten Plattform auf den Markt bringen. Ziel war es, das Gerät für traditionelle PCW-Kunden attraktiv zu machen und gleichzeitig neue Käufer anzusprechen.

Die Entwicklung des PCW-16 begann mit der Idee, die Einfachheit und Zuverlässigkeit der PCW-Serie beizubehalten, jedoch in einem moderneren Gewand. Hierbei wurde die textbasierte Benutzeroberfläche durch The Desktop, eine grafische Umgebung, ersetzt. The Desktop sollte den Bedienkomfort erhöhen und gleichzeitig eine vertraute Umgebung für bestehende Nutzer bieten. Das neue Betriebssystem Roseanne wurde speziell für den PCW-16 entwickelt und sollte, wie seine Vorgänger, ein einfaches und effizientes Arbeiten ermöglichen.

Trotz dieser Bemühungen war die Marktbedeutung des PCW-16 begrenzt. Als das Gerät 1994 veröffentlicht wurde, war der Markt für spezialisierte Textverarbeitungscomputer weitgehend verschwunden. IBM-kompatible PCs und Apple-Computer hatten sich mit ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten durchgesetzt, und selbst einfache Textverarbeitungsprogramme waren mittlerweile auf nahezu jedem Computer verfügbar. Zudem fehlten dem PCW-16 viele der Funktionen, die andere Computer seiner Zeit boten, wie erweiterbare Software oder ein offenes Betriebssystem. Die angekündigten Erweiterungsmöglichkeiten, etwa zusätzliche Speicheroptionen oder Anwendungen auf ROM-Bausteinen, wurden nie umgesetzt, was die Attraktivität des Geräts weiter schmälerte.

In Großbritannien und einigen anderen Märkten fand der PCW-16 eine kleine, treue Anhängerschaft, insbesondere unter langjährigen Amstrad-Nutzern. Dennoch blieb das Gerät ein Nischenprodukt. Es konnte nicht an den Erfolg der ursprünglichen PCW-Reihe anknüpfen und wurde bald darauf vom Markt genommen. Heute wird der PCW-16 als eine interessante, aber letztlich erfolglose Übergangslösung angesehen, die den technologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit nicht gewachsen war.