Private Eye – 1983 by Activision

Private Eye - 1984 by Activision

Private EyePrivate Eye - 1984 by Activision ist ein Action-Adventure-Spiel, das 1983 von Activision für das Atari 2600 veröffentlicht wurde. Entwickelt wurde es von Bob Whitehead, einem der Mitbegründer von Activision und bekannt für Spiele wie Chopper Command und Stampede.
In Private Eye übernimmt der Spieler die Rolle von Pierre Touché, einem französischen Privatdetektiv, der den Verbrecher Henri Le Fiend fassen muss. Das Spiel besteht aus fünf Fällen, in denen der Spieler Hinweise und gestohlene Gegenstände finden und zurückbringen muss, bevor er Le Fiend verhaften kann. Das Spiel erstreckt sich über bis zu 248 Bildschirme, wobei der Spieler mit einem springenden Auto durch die Stadt navigiert und Hindernissen wie Ölpfützen, herabfallenden Ziegeln und Angreifern ausweichen muss.

Die Entwicklung von Private Eye war ambitioniert, insbesondere angesichts der begrenzten Hardware des Atari 2600. Whitehead integrierte eine komplexe Stadtstruktur mit wechselnden Straßensperren und geheimen Durchgängen, die von Fall zu Fall variieren. Eine Karte auf der Rückseite des Handbuchs sollte den Spielern helfen, sich zurechtzufinden, doch viele mussten eigene Karten zeichnen, um den Überblick zu behalten.
Bei Veröffentlichung wurde Private Eye gemischt aufgenommen. Die Grafik wurde für ihre Detailtreue gelobt, und das Gameplay wurde als herausfordernd, aber lohnend beschrieben. Spieler, die den dritten Fall erfolgreich abschlossen, konnten ein Foto ihres Bildschirms an Activision senden und erhielten dafür den "Super Sleuth"-Aufnäher, der heute als Sammlerstück gilt.

Der kommerzielle Erfolg von Private Eye litt unter dem Videospiel-Crash von 1983. Viele Spiele, die zu dieser Zeit oder kurze Zeit später veröffentlicht wurden, erreichten nicht die erwarteten Verkaufszahlen. Konkrete Verkaufszahlen für Private Eye sind nicht dokumentiert, aber es wird angenommen, dass das Spiel unter den Erwartungen blieb.
Private Eye wurde später in der Activision Anthology für Plattformen wie PlayStation 2 und Game Boy Advance wiederveröffentlicht. Eine eigenständige Portierung auf andere Systeme während der ursprünglichen Veröffentlichung erfolgte jedoch nicht.

Bob Whitehead, der Programmierer von Private Eye, war eine Schlüsselfigur bei Activision und trug maßgeblich zur Entwicklung mehrerer erfolgreicher Titel bei. Nach seiner Zeit bei Activision gründete er Accolade, ein weiteres bekanntes Spieleunternehmen.

River Raid – 1982 by Activision

River Raid - 1982 by Activision

River Raid Cover

River Raid, entwickelt von Carol Shaw und veröffentlicht von Activision im Jahr 1982, ist ein wegweisendes Shoot-'em-up-Spiel für das Atari 2600. Als eine der ersten weiblichen Spieleentwicklerinnen in der Branche schuf Shaw mit River Raid ein Spiel, das sowohl technisch beeindruckte als auch kommerziell erfolgreich war.
Carol Shaw, geboren 1955, wuchs in Palo Alto, Kalifornien, auf und zeigte früh Interesse an Mathematik und Computern. Nach ihrem Abschluss in Elektrotechnik und Informatik an der University of California, Berkeley, begann sie 1978 bei Atari zu arbeiten. Dort entwickelte sie unter anderem 3-D Tic-Tac-Toe und Video Checkers für das Atari 2600. 1980 wechselte sie zu Tandem Computers, bevor sie 1982 zu Activision kam, wo sie River Raid entwickelte.

In River Raid steuert der Spieler ein Kampfflugzeug über den "River of No Return" und zerstört dabei feindliche Tanker, Hubschrauber, Jets und Brücken, während er Hindernissen ausweicht und den Treibstoffvorrat im Auge behält. Das Spiel zeichnet sich durch sein kontinuierliches vertikales Scrolling und die prozedural generierte Spielwelt aus, die für das Atari 2600 innovativ war. Das Spielziel besteht darin, so viele Punkte wie möglich zu sammeln, indem man feindliche Einheiten und Brücken zerstört, ohne abzustürzen oder den Treibstoff zu verlieren. Der Spieler muss strategisch vorgehen, um Treibstoffdepots zu nutzen und Hindernissen auszuweichen. Carol Shaw betonte in Interviews die Bedeutung von Planung und Strategie im Spiel: "Sie müssen wissen, wann Sie beschleunigen oder verlangsamen, wann Sie schießen oder ausweichen und wann Sie tanken müssen. Es ist ein Spiel, das sowohl schnelle Reflexe als auch strategisches Denken erfordert."

Shaw ließ sich von Spielen wie Scramble inspirieren und wollte ein Spiel mit kontinuierlichem Scrolling für das Atari 2600 entwickeln. Ursprünglich plante sie ein Weltraumthema, entschied sich jedoch für ein Fluss-Szenario, da es besser zum Gameplay passte. Die Entwicklung des Spiels umfasste das Zeichnen von Grafiken auf Millimeterpapier und das Programmieren in Assemblersprache, um die Hardware des Atari 2600 optimal zu nutzen.

River Raid war ein großer kommerzieller Erfolg und verkaufte über eine Million Exemplare. Es wurde 1984 mit dem "Best Action Videogame" Award bei den Arkie Awards ausgezeichnet. Das Spiel erhielt international positive Bewertungen für sein innovatives Gameplay und sein Design. River Raid wurde auf verschiedene Heimcomputer und Konsolen portiert, darunter Atari 5200, Atari 8-Bit, Intellivision, Commodore 64, ZX Spectrum, MSX und IBM PCjr. Die Portierungen wurden größtenteils positiv aufgenommen, wobei das Gameplay und das Design gelobt wurden. In Westdeutschland wurde River Raid 1985 aufgrund seines militärischen Themas indiziert und durfte nicht an Jugendliche verkauft werden. Trotz dieser Kontroverse blieb das Spiel international beliebt und beeinflusste viele nachfolgende Shooter-Spiele. River Raid bleibt ein bedeutendes Spiel in der Geschichte der Videospiele und wird für sein innovatives Design und seine technische Umsetzung auf begrenzter Hardware gelobt. Es gilt als Klassiker des Atari 2600 und als Meilenstein im Genre der Shoot-'em-ups.

Carol Shaw verließ 1984 die Spieleindustrie und ging 1990 in den Ruhestand. 2017 wurde sie mit dem Industry Icon Award bei den Game Awards für ihre Beiträge zur Videospielbranche geehrt. In einer Rezension des Magazins "The Video Game Update" wurde River Raid als "eines der besten Spiele für das Atari 2600" bezeichnet. Das Spiel erhielt Lob für seine präzise Steuerung und das süchtig machende Gameplay.

Ghostbusters – 1984 by Activision

Ghostbusters - 1984 by Activision

Ghostbusters ZX Cover

Ghostbusters von Activision erschien 1984 und gehört zu den bekanntesten Filmversoftungen der 8-Bit-Ära. Die Entwicklung begann noch bevor der gleichnamige Kinofilm von Ivan Reitman im Sommer 1984 in die Kinos kam. David Crane, einer der führenden Designer von Activision, wurde mit der Umsetzung beauftragt und hatte nur wenige Monate Zeit, ein marktfähiges Produkt zu erschaffen. David Crane nutzte für Ghostbusters Code aus einem früheren Projekt, Car Wars, das er ursprünglich als eigenständiges Spiel für Activision entwickelt hatte. Da Ghostbusters unter immensem Zeitdruck entstand – das Spiel musste noch im selben Jahr wie der Film veröffentlicht werden – griff Crane auf bereits existierende Routinen und Spielmechaniken zurück. Car Wars war ein nicht veröffentlichtes Spiel, das ein Fahrzeugmanagement- und Fahrelement enthielt. Diese Mechaniken wurden für Ghostbusters übernommen und angepasst, insbesondere die Fahrsequenzen, in denen der Spieler durch die Straßen von New York fährt, um Geister einzusammeln. Crane erklärte in einem Interview: „Ich hatte bereits einige funktionierende Mechaniken für ein Spiel, das Autos und strategische Elemente kombinierte. Als Activision die Ghostbusters-Lizenz bekam, wurde mir schnell klar, dass ich darauf aufbauen konnte. Das hat uns enorm geholfen, die Deadline einzuhalten.“ Diese Wiederverwendung von Code ermöglichte es, innerhalb weniger Monate ein vollständiges Spiel zu entwickeln. Activision entschied sich für dieses Vorgehen, da es zur damaligen Zeit unüblich war, große Entwicklerteams mit langen Produktionszyklen zu beschäftigen – oft arbeiteten Einzelpersonen oder kleine Teams an Spielen.

Interessanterweise merkt man dem finalen Ghostbusters-Spiel seine Herkunft an: Die Fahrsequenzen wirken in ihrer Mechanik und Steuerung relativ eigenständig und könnten in einem Rennspiel ohne Geisterthematik bestehen. Dieser pragmatische Ansatz von Crane war ein frühes Beispiel für die effiziente Wiederverwertung von Code, ein Konzept, das in der heutigen Spieleentwicklung weit verbreitet ist. In einem Interview sagte Crane später: „Ich habe den Film erst gesehen, nachdem das Spiel fast fertig war, aber zum Glück hatten wir genug Material, um das Feeling einzufangen.

Das Spiel kombiniert Action- und Strategiespielelemente. Der Spieler übernimmt die Rolle eines frisch gegründeten Ghostbusters-Teams und beginnt mit einem Startkapital von 10.000 Dollar, das in Ausrüstung investiert werden kann. Dazu gehören Geisterfallen, Ghost Vacuums und ein verbessertes Ecto-1-Fahrzeug. Ziel ist es, genug Geld zu verdienen, um die steigende Geisteraktivität in New York City unter Kontrolle zu halten, bevor der gefürchtete Marshmallow-Mann die Stadt zerstört. Das Gameplay ist in verschiedene Phasen unterteilt: eine Stadtkarte, auf der sich Geister auf Gebäude zubewegen, ein Fahrsegment, in dem der Spieler Ektoplasma einsammeln kann, und schließlich die Geisterjagd, bei der der Spieler mit zwei Geisterjägern einen Geist einfangen muss. Der finale Showdown findet im Hochhaus von Dana Barrett statt, wo Spieler Gozer besiegen müssen, um das Spiel zu gewinnen.

Ghostbusters war ein kommerzieller Erfolg und verkaufte sich weltweit über zwei Millionen Mal. Besonders in den USA und Großbritannien avancierte es zu einem der meistverkauften Spiele des Jahres 1984. Activision veröffentlichte das Spiel für zahlreiche Plattformen, darunter Commodore 64, ZX Spectrum, Amstrad CPC, MSX, Atari 2600, Apple II, IBM PC, Sega Master System, Famicom und sogar den seltenen Sharp X1. Die Versionen unterschieden sich teils erheblich, wobei die 8-Bit-Versionen auf Heimcomputern allgemein als überlegen galten. Die NES-Version von Kemco wurde beispielsweise für ihre minderwertige Grafik und ihr schlechtes Balancing kritisiert. Internationale Magazine bewerteten Ghostbusters unterschiedlich. Crash vergab 89 % und lobte den strategischen Tiefgang, während Zzap!64 mit 72 % kritisierte, dass das Gameplay nach einigen Durchläufen repetitiv werde. Computer Gaming World nannte es „eine der besten Filmumsetzungen ihrer Zeit“. Die Power Play aus Deutschland vergab 75 % und lobte die kreative Mischung aus Strategie und Action. Retrospektiv gilt das Spiel als wegweisend für spätere Management- und Simulationsspiele.

Kontroversen gab es vor allem um die hohe Schwierigkeit in einigen Versionen. Besonders die NES-Version machte es nahezu unmöglich, den finalen Endkampf zu bestehen, was zu Frust führte. Außerdem gab es Berichte, dass einige Kinder verängstigt waren, wenn das Spiel mit der ikonischen „Ghostbusters!“-Titelmelodie startete, da diese in krächzender Computersprache wiedergegeben wurde. Eine weitere Kuriosität war die versteckte Cheat-Sequenz, bei der Spieler den Namen eines Activision-Entwicklers eingeben konnten, um unbegrenztes Geld zu erhalten.

Ghostbusters von Activision bleibt eines der bekanntesten Spiele der 1980er Jahre und eine der ersten gelungenen Filmumsetzungen in der Videospielgeschichte. Der Titel inspirierte zahlreiche Nachfolger und geistige Erben, von Ghostbusters II über das 2009 erschienene Ghostbusters: The Video Game bis hin zu modernen Remakes. Auch wenn es nicht perfekt war, schaffte es das Spiel, den Humor und die Atmosphäre des Films in ein spielbares Format zu bringen, was damals keine Selbstverständlichkeit war.

Space Shuttle: A Journey into Space – 1983 by Steve Kitchen (Activision)

Space Shuttle: A Journey into Space – 1983 by Steve Kitchen (Activision)

Ein Flugsimulator für eine ergraute, stark limitierte Videospielkonsole, kann das gut gehen? Veröffentlicht von Activision, versuchte das Spiel, eine realistische Simulation eines Space Shuttle-Flugs auf einem System abzubilden, das primär für simple Arcade-Umsetzungen bekannt war. Diese ambitionierte Herangehensweise machte Space Shuttle zu einem einzigartigen Titel seiner Zeit.

Die Entstehungsgeschichte des Spiels ist eng mit dem Entwickler Steve Kitchen verbunden. Kitchen war bekannt für seine detailverliebte Arbeit und sein Interesse an realistischen Simulationen. Er wollte ein Spiel erschaffen, das den Spieler wirklich in die Rolle eines Shuttle-Piloten versetzt. Dies bedeutete eine enorme Herausforderung, da die Hardware des Atari VCS nur sehr begrenzte Möglichkeiten bot. Es gab wenig Speicher, zudem war eine geringe Auflösung zu beachten. Trotz dieser Einschränkungen schaffte es Kitchen, ein Spiel zu entwickeln, das für damalige Verhältnisse erstaunlich komplex war.

Eine Anekdote besagt, dass Kitchen akribisch an den Details der Simulation arbeitete. Er studierte NASA-Dokumentationen und sprach mit Experten, um ein möglichst authentisches Flugerlebnis zu schaffen. Diese Detailversessenheit spiegelte sich im Spiel wider, das nicht nur das Starten und Landen des Shuttles, sondern auch Außenbordeinsätze und das Andocken an eine Raumstation simulierte.

Der Markterfolg von Space Shuttle war beachtlich, obwohl es kein Mainstream-Hit im Stile von Pac-Man oder Pitfall!wurde. Es sprach eine Nische von Spielern an, die an realistischen Simulationen interessiert waren. Activision erkannte das Potenzial dieser Nische und vermarktete das Spiel entsprechend. Ein besonderes Merkmal der Veröffentlichung war das umfangreiche Handbuch, das dem Spiel beilag. Dieses Handbuch enthielt detaillierte Informationen über die Steuerung des Shuttles und die verschiedenen Missionen. Es gab sogar Overlays für die Atari-Konsole, die die Funktionen der verschiedenen Schalter erklärten. "In der Packung befanden sich daher zusätzlich auch 2 Konsolen-Overlays (für 4-/6-Switcher) sowie ein umfangreiches Flight Manual," 1 wie es in einem Forenbeitrag auf circuit-board.de heißt.

Die Funktionsweise des Spiels war für damalige Verhältnisse komplex. Der Spieler musste verschiedene Phasen eines Shuttle-Flugs durchlaufen, vom Start über das Erreichen des Orbits bis hin zur Landung. Jede Phase stellte eigene Herausforderungen dar und erforderte präzise Steuerung. Die Verwendung der Schalter an der Atari-Konsole in Verbindung mit dem Joystick trug zusätzlich zum immersiven Erlebnis bei.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Space Shuttle: A Journey into Space für das Atari VCS ein bemerkenswertes Spiel war. Es zeigte, was mit den begrenzten Mitteln der damaligen Hardware möglich war, und etablierte das Genre der realistischen Simulationen auf Konsolen. Es war ein Spiel für eine spezielle Zielgruppe, die anspruchsvolle und realistische Spielerfahrungen suchte. Trotz technischer Limitierungen und fehlender breiter medialer Beachtung bleibt Space Shuttle ein wichtiger Teil der Videospielgeschichte und ein Beweis für den Erfindungsgeist der frühen Spieleentwickler.